Sport als Medizin - laufen Sie Ihrer Krankheit davon!

Prof. Dr. med. Matthias Köhler, HELIOS Prevention Center Damp

Gäbe es ein kostengünstiges Mittel mit wenigen Nebenwirkungen, um gesund zu bleiben und Erkrankungen zu lindern – wer würde es nicht nutzen?
Die gute Nachricht: Das gibt es - Bewegung!


„Vor zehn, 20 Jahren wurde bei chronischen Erkrankungen meist Schonung empfohlen“, sagt Prof. Dr. med. Matthias Köhler vom HELIOS Prevention Center Damp und Ärztlicher Direktor der HELIOS Rehaklinik Damp. „Heute gibt es kaum noch ein Krankheitsbild, bei dem man nicht von einem positiven Effekt durch Bewegung ausgeht.“ Wichtig: Die gewählte Sportart sollte Spaß machen und die Belastung im Wohlfühlbereich bleiben. Ideal wäre, sechsmal pro Woche 30 Minuten aktiv zu sein, aber schon wer 15 Minuten am Tag spazieren geht, verlängert sein Leben um durchschnittlich drei Jahre!

Ausdauersport verlängert das Leben

(Nordic) Walking, Joggen oder Radfahren stärken Herz, Muskeln und Knochen, verbessern die Durchblutung, stabilisieren die Gelenke und regulieren Körpergewicht, Pulsfrequenz, Blutfette und Blutdruck. Das Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Demenz- und Diabetesrisiko sinken. Depressionen und die Blutzuckerwerte bei bestehendem Diabetes bessern sich, die Lebenserwartung steigt. Krebs wird vorgebeugt und der Körper im Kampf gegen eine ausgebrochene Krebserkrankung gestärkt. Die Effektivität von Blutwäschen steigt, wenn Patienten während der Dialyse z.B. an einem speziellen Bettfahrrad trainieren. „Außerdem gehen die Entzündungswerte zurück und der Blutdruck sinkt, was Herz und Gefäße erheblich entlastet“, betont Köhler. Klarer Vorteil: Die Belastung beim Ausdauersport ist über das Tempo gut steuerbar und das Training ist überall, zu jeder Tageszeit, allein oder in der Gruppe möglich.

Wassersport bei Gelenkproblemen

Im Wasser ist der Körper nahezu schwerelos. Deswegen sind Schwimmen oder Aquajogging besonders für Übergewichtige, bei Rückenleiden, Muskel- und Gelenkbeschwerden eine Wohltat. Herzkranken wird aber empfohlen, sich vor dem Sprung ins Wasser zunächst langsam abzukühlen.

Krafttraining ist besser als sein Ruf

„Bei Bluthochdruck wurde früher von Krafttraining abgeraten“, sagt Köhler. „Heute weiß man, dass Training mit wenig Gewicht und vielen Wiederholungen den Blutdruck verbessern kann.“ Auch Senioren, Menschen mit Gelenkproblemen und Osteoporose profitieren vom gezielten Muskeltraining. Es beugt dem Abbau von Körperkraft und Knochensubstanz vor, stabilisiert die Gelenke und mindert das Risiko für Stürze. Zur Vorbeugung und begleitenden Therapie bei chronischen und sogar akuten Rückenschmerzen ist Krafttraining ohnehin seit Jahren etabliert.

Ballsportarten bergen Verletzungsrisiken

„Ballsportarten sind aus gesundheitlicher Sicht und gerade für Neu- und Wiedereinsteiger eher kritisch zu sehen“, so Köhler. Die Belastung ist schlechter steuerbar. Dadurch kann es zu gefährlichen Herzfrequenz- und Blutdruckspitzen kommen. „Die plötzlichen Stopp- und Drehbewegungen bergen außerdem erhebliches Verletzungsrisiko für Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke.“

Übrigens: Wer bei der Belastungsintensität beim Sport im Wohlfühlbereich bleibt, kann ohne ärztliche Voruntersuchung sofort beginnen! Bei einer Herzerkrankung empfiehlt sich der Gang zum Arzt, etwa, um sich die optimale Trainingsherzfrequenz vorgeben zu lassen. „Von Extrembelastungen ist Herzpatienten abzuraten“, so Prof. Köhler.
Diabetiker können durch sportliche Aktivität mit weniger Insulin auskommen, manchmal sogar ganz auf Medikamente verzichten. Halten Sie Ihren Arzt also unbedingt über Ihren veränderten Lebensstil auf dem Laufenden!

Sieben Tipps für mehr Bewegung im Alltag:

  1. Starten Sie mit geringer Belastung und hören Sie auf, obwohl Sie noch locker weitermachen könnten. So halten Sie die ersten sechs Monate durch und machen die Bewegung zur Gewohnheit, die keine Überwindung mehr bedeutet.
  2. Besorgen Sie sich einen Schrittzähler und führen Sie ein Schritte-Tagebuch. Ziel: Täglich 3000 Schritte mehr gehen als bisher. Langfristig sind 10.000 Schritte optimal!
  3. Planen Sie feste Termine für Ihre Bewegungseinheiten ein. Gemeinsames Training mit anderen motiviert Sie, die Termine einzuhalten.
  4. Ergänzen Sie Ihre Gewohnheiten um sportliche Aspekte: Schnüren Sie für‘s sonntägliche Brötchenholen Ihre Laufschuhe!
  5. Sie fahren mit dem Bus zur Arbeit? Steigen Sie eine Station früher aus und gehen Sie den Rest zu Fuß. Noch besser: Nehmen Sie gleich das Fahrrad!
  6. Lassen Sie Fahrstühle links liegen und benutzen Sie die Treppe.
  7. Nutzen Sie Zähneputzen oder den Abwasch für Kniebeugen oder 100 Schritte auf der Stelle.

Ihre Ansprechpartnerin:
Sonja-Maria Klauß,
Regionalleiterin Unternehmenskommunikation und Marketing
HELIOS Verwaltung Nord-West GmbH
Telefon: +49 (0) 40 31 97 1980
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Prof. Dr. med. Matthias Köhler
HELIOS Prevention Center Damp

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