Wenn die Knochen schwinden – muss man(n) nicht tatenlos bleiben!

Regelmäßige Bewegung regt den Knochenstoff-wechsel positiv an und beugt Osteoporose vor.

Osteoporose, übersetzt poröse Knochen, kann jeden treffen: Über sechs Millionen Menschen leiden an dieser Stoffwechselstörung. Schätzungsweise 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer erkranken an Osteoporose. Als typische Alterserkrankung steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Lebensalter. Frauen sind häufiger betroffen, weil ein Östrogenmangel nach der Menopause die Erkrankung verstärkt.

Bei Osteoporose gerät das sonst perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel der Knochen aufbauenden und Knochen abbauenden Zellen im Skelett ins Ungleichgewicht. Dadurch wird Knochensubstanz abgebaut, der Knochen somit poröser und weniger belastbar. Dieser Prozess ist nicht schmerzhaft und verläuft meist vom Betroffenen unbemerkt. Schmerzen entstehen erst, wenn sich Knochenbrüche einstellen, die alle Knochen betreffen können. Bei der fortgeschrittenen Osteoporose können schon kleinste Belastungen schlimme Folgen haben: Das Heben einer Tasche oder Umdrehen im Bett, nur leichte Stürze können zu einem Wirbel- oder Knochenbruch führen. Schmerzen und die Angst vor Brüchen werden so zur andauernden Belastung für die Patienten. Eingeschränkte Beweglichkeit und Unsicherheit erhöhen wiederum das Risiko für weitere Stürze. Ein Teufelskreis, der frühzeitig durchbrochen werden sollte!

„Wirbelkörperbrüche sind eine der häufigsten Folgen der Osteoporose“, erklärt Dr. Sabine Povoden, Chefärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im HELIOS Klinikum Gifhorn. „Meist sacken die Wirbelkörper langsam in sich zusammen. Diese schleichenden Brüche werden oft nicht als Bruch erkannt, sondern als Rückenschmerzen, Hexenschuss oder eine Alterserscheinung gewertet. Deshalb gehen die Betroffenen meist nicht zum Arzt.“

Aber ein Bruch kommt selten allein: Mehrere unerkannte Brüche führen, wenn sie nicht behandelt werden, zu einer starken Krümmung der Wirbelsäule, dem sogenannten „Witwenbuckel“. „Um eine Osteoporose festzustellen, macht der Arzt Röntgenbilder von zwei verschiedenen Körperregionen. Die Messung der Knochendichte, eine Computertomographie und auch eine Blutuntersuchung werden zur Diagnostik eingesetzt“, sagt Dr. Sabine Povoden.

Alter, Geschlecht und Veranlagung spielen bei der Entstehung von Osteoporose eine wichtige Rolle, aber auch bestimmte Lebensweisen oder Vorerkrankungen. Vorbeugend und auch in der Therapie sind eine gesunde, ausgewogene Ernährung und Bewegung wichtig. Alkohol, Koffein und Nikotin wirken sich hingegen negativ auf die Knochensubstanz auf. „Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, vor allem Kalzium, und Vitaminen fördern den Aufbau der Knochen. Bei Milchprodukten ist wichtig zu wissen, dass der hohe Eiweißanteil wiederum zu Kalziumverlust führt“, erläutert Dr. Sabine Povoden. Ein weiterer „Kalziumräuber“ ist Phosphat, der sich häufig in Konservierungsstoffen versteckt. Gute Kalziumlieferanten sind Sojaprodukte, Gemüse oder kalziumhaltiges Mineralwasser. Damit das Kalzium vom Körper aufgenommen werden kann, wird Vitamin D benötigt. „Dieses Vitamin wird teilweise vom Körper bei Sonneneinstrahlung gebildet. Sowohl Kalzium als auch Vitamin D werden in Kombinationspräparaten zur Vorbeugung und als Basistherapie mit gutem Erfolg eingesetzt“, so Dr. Povoden.

Bewegung regt den Knochenstoffwechsel positiv an und versetzt den Knochen in die Lage, ausreichend Kalzium einzulagern. Dabei sollten Sportarten gewählt werden, die leichten Druck auf den Knochen ausüben wie Gymnastik, Gehen, Laufen, Rad fahren oder auch Reiten. Denn nur durch die Belastung werden die aufbauenden Zellen aktiviert. Aber auch um Schonhaltungen oder Gangunsicherheiten zu vermeiden, ist die regelmäßige Bewegung wichtig. Dabei gilt: Lieber häufig für kurze Zeit trainieren, als sich bei seltenen Trainingseinheiten zu überfordern!

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