Warum die Grillsaison für Kinder gefährlich sein kann

Vorsicht, Verbrennungsgefahr: Für ungetrübtes Grillvergnügen gibt es einige Regeln zu beachten.
Foto: HELIOS Kliniken

Die Sonne ist da und die Grillsaison auch. Dies ist leider auch die Zeit der Grillunfälle. Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden, zirka 6000 Kinder verletzen sich so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen.  

 

Zum Anzünden eines Grillfeuers oder um das Feuer schneller in Gang zu bringen, sollte niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus verwendet werden. "Gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden oder Rückzündungen sind die Folge, wenn man Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf zu langsam brennende Grillholzkohle gießt – mit verhängnisvollen Folgen für alle umstehenden Personen", warnt Christian Brandis, Chefarzt der Pädiatrie im HELIOS Klinikum Schleswig.

 

Heiße Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öle, schädigen ab 52 Grad Celsius die Haut. Der Inhalt einer Tasse kann bis zu 30 Prozent der Körperoberfläche eines Säuglings oder Kleinkindes verbrühen. Die Belastung durch Angst und Schmerz bei Verbrennungen ist enorm, denn die meisten Patienten erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein. Die Behandlung ist immer langwierig.

 

Je nach Schwere der Verbrennung ist sogar eine Hauttransplantation erforderlich. Diese neue Haut ist für lange Zeit sehr empfindlich. Die Kinder leiden unter starkem Juckreiz. Die psychische Belastung, mit den Narben leben zu müssen, hält unter Umständen ein Leben lang an. "Ein Grillunfall mit Brandbeschleunigern wie Spiritus ist zu hundert Prozent vermeidbar!", betont Christian Brandis.

 

Weitere Tipps für sicheres Grillen:

  • Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von brennbaren Materialien aufstellen
  • nur feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden, niemals Spiritus
  • den Grill nicht unbeaufsichtigt lassen
  • den Grill nicht von Kindern bedienen lassen
  • Kinder dürfen nicht in Reichweite des Grills spielen: Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Metern
  • Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig löschen und auskühlen lassen – auch dabei nicht unbeaufsichtigt lassen
  • einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten
  • brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen
  • nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Zimmer/in die Wohnung stellen – es besteht Vergiftungsgefahr!

Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

Bild: HELIOS Kliniken

Christian Brandis, Chefarzt der Pädiatrie im HELIOS Klinikum Schleswig

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