Mit Gewürzen gesund durch die dunkle Jahreszeit

Einfach und wirkungsvoll: Ingwertee fördert das Schwitzen und hilft so bei Erkältungen. Foto: HELIOS Kliniken

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, verdunkelt sich oft auch die Stimmung. Die Füße frieren, die Nase läuft. Typische Weihnachtsgewürze wie Anis, Nelke und Vanille helfen dann weiter: Ihre wohltuende Wirkung kommt uns in den düsteren Herbst- und Wintermonaten auf vielfältige Weise zugute.


Anis

Nicht von ungefähr finden sich Anis-Bonbons in den kalten Wintermonaten in so mancher Manteltasche. Die Samen der Pflanze "Pimpinella anisum" wirken krampf- und schleimlösend und beruhigen die Atemwege von Hustengeplagten. "Als Tee zubereitet lindert Anis gemeinsam mit Fenchel und Kümmel sowohl Erkältungs- als auch Magenbeschwerden", sagt Anja Holtay-Mayer, Ernährungsberaterin im HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen.

 

Ingwer

Nach einem Spaziergang in Regen, Kälte oder Schnee empfiehlt Anja Holtay-Mayer einen Ingwertee zur Entspannung, zum Aufwärmen und für die Gesundheit. Ingwer – die Wurzel der Pflanze "Zingiber officinale" – enthält Scharfstoffe, die unseren Körper ins Schwitzen bringen, und hilft so bei Erkältungen und Schüttelfrost. "Ingwer bietet zudem Schutz vor freien Radikalen, die bei Stress oder Rauchen vermehrt entstehen und Herzkrankheiten auslösen können", erklärt die HELIOS Ernährungsberaterin. Auch bei Übelkeit und Reisekrankheit kann Ingwer guttun. Während einer Schwangerschaft ist Ingwer allerdings mit Vorsicht zu genießen, da er den Blutdruck erhöht und vorzeitig Wehen einleiten kann.

 

Muskat

Muskat vertreibt Traurigkeit, Trägheit und macht den Kopf frei für Wichtiges: "Die Muskatnuss ist ein Frohmacher", sagt Anja Holtay-Mayer. Darüber hinaus fördert sie den Appetit und die Verdauung. "Dieses Gewürz kann bei nahezu jedem Kartoffelgericht verwendet werden", sagt die Expertin. Dazu genügt eine Messerspitze! Bei einer Dosis von über fünf Gramm kann Muskatnuss Halluzinationen mit Herzrasen, Magenschmerzen oder Angstzustände hervorrufen. Eine richtige Nuss ist die Muskatnuss übrigens nicht: Am Muskatnussbaum "Myristica fragrans" wachsen aprikosenähnliche Früchte – die sogenannte Nuss ist ihr Samen.

 

Gewürznelke

Gewürznelken sind besonders reich an ätherischem Öl. Dadurch riechen und schmecken die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelken-Baums "Eugenia caryophyllata" nicht nur sehr intensiv, sondern haben auch eine heilende Wirkung. Das ätherische Öl hemmt die Verbreitung von Bakterien, Viren und Pilzen. "Nelkenöl wirkt lokal betäubend und desinfizierend. Oft wird es bei Entzündungen eingesetzt", sagt Anja Holtay-Mayer und rät: "Wer unter Halsschmerzen leidet, kann sich zur Linderung einen Tee mit Nelken zubereiten."

 

Vanille

Ein intensives, wohltuendes Aroma verbreitet Vanille. Die in den Vanilleschoten enthaltenen ätherischen Öle haben über 35 Duftkomponenten. Ein wichtiger Aromastoff ist das Vanillin – das auch chemisch hergestellt werden kann und oft in Lebensmitteln verwendet wird. Die echte Vanille ist die Frucht der Orchidee "Vanilla planifolia". Vanille riecht nicht nur gut, sondern hellt auch die Stimmung auf. "Das Aroma beeinflusst die Serotonin-Ausschüttung. Dieser Botenstoff fördert die gute Laune", erklärt die Expertin. Ihr Tipp: Eine Duftkerze aus Vanille sorgt für positive Stimmung in dunklen Monaten.

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