"Da friert einem ja das Hirn ein!" – Was Kälte bewirkt

Bei klirrender Kälte stellt der Körper die Versorgung um. Foto: HELIOS Kliniken

Das Thermometer zeigt zweistellige Minusgrade an. Und die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen noch weiter sinken. Daher fällt immer mal wieder der Spruch: "Da friert einem ja das Hirn ein."Was aber ist dran an dieser Redewendung? Und was bedeutet dies für manche Patienten?

 

Bei abnehmenden Temperaturen verlangsamen sich die Stoffwechselreaktionen. Damit einher gehen verlangsamte Denkprozesse. "Erfrierende werden zunehmend träge, haben keinen Antrieb mehr, sich zu bewegen und dämmern langsam in die Bewusstlosigkeit", erklärt Prof. Dr. med. Steffen Rosahl, Chefarzt der Neurochirurgie im HELIOS Klinikum Erfurt. Ein Effekt, der übrigens auch medizinisch genutzt wird. So hilft das Absenken der Körpertemperatur zum Beispiel bei der Behandlung nach Herz-Kreislaufstillstand. "Der Sauerstoffbedarf wird herabgesetzt und im besten Fall können schwerere Schäden begrenzt werden", sagt Prof. Rosahl.

 

Menschen mit Multiple Sklerose können von der kalten Jahreszeit profitieren. "Eine leichte Minderung der Körpertemperatur sorgt für eine vorübergehende Linderung der Beschwerden", sagt Dr. med. Andreas Steinbrecher, Chefarzt der Neurologie im HELIOS Klinikum Erfurt. Entsprechend könne beispielsweise kaltes Abduschen oder eine Therapie mit Kühlwesten bei manchen Patienten als unterstützende Zusatztherapie eingesetzt werden.

 

Für die meisten Menschen birgt diese klirrende Kälte jedoch ein Gesundheitsrisiko. Daher rät Sabine Helmer, Chefärztin der Inneren Medizin an der HELIOS Klinik Hüls, immer Mütze, Schal und Handschuhe zu tragen. "Bei dieser Kälte stellt unser Körper die Versorgung um, die sich auf den Rumpf und die wichtigsten Organe konzentriert. Dadurch fließt weniger Blut durch die äußeren Körperregionen." Eine Reaktion, die jeder auf dem Kopf, an den Ohren, der Nase sowie den Händen und Füßen deutlich spürt. "Alleine über den Kopf gehen rund 30 Prozent der Körperwärme verloren, darauf müssen wir uns in diesen Tagen einstellen", sagt Dr. Helmer. Ihr Tipp, um gesund durch diesen Winter zu kommen: warm einpacken, ungeschützte Hautstellen eincremen und in Bewegung bleiben. Daheim wärmt selbstgemachter Ingwertee schnell auf und stärkt zusätzlich die Abwehrkräfte. Dazu Ingwer in dünne Scheiben schneiden, mit heißen Wasser übergießen, ein paar Minuten ziehen lassen und mit etwas Honig abschmecken.

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Sabine Helmer, Chefärztin der Inneren Medizin an der HELIOS Klinik Hüls
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Prof. Dr. med. Steffen Rosahl,
Chefarzt der Neurochirurgie im HELIOS Klinikum Erfurt
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Dr. med. Andreas Steinbrecher,
Chefarzt der Neurologie im HELIOS Klinikum Erfurt
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