Bluthochdruck: Die schleichende Gefahr für das Herz

Wenn der Druck auf das Herz steigt, droht Gefahr, die nicht sofort erkannt wird.
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Er macht uns leistungsfähiger, doch auf Dauer kann erhöhter Blutdruck tödlich sein. Mehr als 30 Millionen Deutsche leiden unter permanenter Hypertonie, die meisten davon ohne es zu ahnen. Denn Warnsignale wie Schwindel, Übelkeit oder Nasenbluten sind eher unspezifische Symptome und treten nicht bei jedem Betroffenen auf. Für unser Herz kann das schlimme Folgen haben.

 

Der Herzmuskel leistet Schwerstarbeit. Rund 70 Mal in der Minute zieht er sich zusammen, um selbst die kleinsten Arterien in unserem Körper mit Blut zu versorgen. Aus dem Widerstand der Gefäße und der Pumpleistung des Herzens ergibt sich der messbare Blutdruck. Werden die Gefäße enger, etwa durch Abnutzung im Alter, Rauchen oder Übergewicht, steigt der Druck und das Herz muss kräftiger schlagen. „Der Herzmuskel ist damit dauerhaft überlastet und versteift. Zusätzlich lagern sich im Verlauf der Zeit Teile des Bindegewebes in der linken Herzkammer ab und verringern die Pumpleistung“, erklärt Prof. Dr. med. Heinrich Klues, Chefarzt der Kardiologie am HELIOS Klinikum Krefeld. Speziell die linke Herzklappe, die dafür sorgt, dass das Blut aus der Schlagader nicht wieder ins Herz zurückläuft, leidet unter dem Hochdruck. Im schlimmsten Fall dichtet sie nicht mehr richtig ab, die Kammer wird im Grunde überflutet und leiert aus. „Dazu kommen Schädigungen an den Herzkranzgefäßen. Sie versorgen das Herz normalerweise mit ausreichend Energie und Sauerstoff. Wenn diese Gefäße versagen, droht ein Infarkt“, sagt der erfahrene Kardiologe, der täglich mit den Folgen des Bluthochdrucks zu tun hat.

 

Für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems ist Bluthochdruck damit mittlerweile zum Risikofaktor Nummer eins geworden. Das liegt auch an dem allzu lockeren Umgang mit der Krankheit. Sie verursacht – zumindest zu Beginn – kaum Beschwerden, und selbst Patienten, die über ihren Hochdruck Bescheid wissen, nehmen ihre Medikamente oft nur unregelmäßig ein, weil sie sich eigentlich gesund fühlen. Erste Warnsignale wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindelgefühle sind diffus und werden zumeist nicht einem erhöhten Blutdruck sondern vorübergehendem Unwohlsein zugeschrieben. Erst wenn das Herz zu schmerzen beginnt oder die Luft wegbleibt, schrillen die Alarmglocken. Für manche Patienten ist es dann aber bereits zu spät.

 

Die Ursachen für Bluthochdruck sind allseits bekannt: Tabakkonsum und schlechte Ernährung schädigen die Gefäße, aber auch Übergewicht und zuviel Stress sorgen dafür, dass unser Herz unablässig auf Hochtouren arbeiten muss. Selbst im Schlaf sinkt der Blutdruck dann kaum noch, die Erholungsphasen werden kürzer und der Körper schwächer. Das Herz kann die negativen Faktoren eine Zeitlang kompensieren, doch ohne Behandlung droht ein langfristiger „Motorschaden“.

 

Die eigentliche Botschaft aber ist eine gute: Neben der Einnahme von Medikamenten können die meisten Menschen selbst etwas gegen die Gefahr Bluthochdruck tun. Wer anfängt, auf die Signale seines Körpers zu hören, sich mehr bewegt und gesünder isst, stärkt das gesamte Herz-Kreislaufsystem und baut im wahrsten Sinne des Wortes Druck ab. „Das Auto stehen lassen, die Treppe nehmen – unser Alltag steckt voller Möglichkeiten, den Gefäßen auf die Sprünge zu helfen“, rät auch Prof. Dr. med. Heinrich Klues. Ein weiterer Tipp: Regelmäßige Überprüfung des eigenen Blutdrucks. Das kostet nicht viel Zeit und lässt sich bequem am Küchentisch erledigen. 

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Prof. Dr. med. Heinrich Klues
Chefarzt der Kardiologie
HELIOS Klinikum Krefeld

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