Mundgeruch – schlechter Atem oder Krankheitssymptom?

Mit einem frischen Atem lässt es sich unbeschwerter lächeln. Foto HELIOS Kliniken

Einen schlechten Atem haben wir alle mal: morgens nach dem Aufstehen, wenn wir Knoblauch oder Zwiebeln essen oder rauchen. In den meisten Fällen hilft es, zur Zahnbürste zu greifen. Rund ein Viertel aller Menschen leidet jedoch unter krankhaftem Mundgeruch, der bei Stoffwechselentgleisungen wie Diabetes mellitus, Tumoren im Verdauungstrakt oder bei schweren Leberfunktionsstörungen auftreten kann.

 

Millionen von Mikroben (kleinste Mikroorganismen) zersetzen im Mund-Rachen-Raum angesammelte Essensreste. Dabei entstehen geruchsaktive Schwefelverbindungen, organische Säuren und Ammoniak, die Mundgeruch verursachen. Mundgeruch wir jedoch eher von anderen als von den Betroffenen wahrgenommen. Sie werden allerdings nur selten darauf angesprochen. Dabei kann schon gründlicheres Zähnputzen und der Gebrauch von Zahnseide helfen.

 

"Bei vielen Betroffenen liegen die Ursachen für Mundgeruch meist in der Mundhöhle selbst", sagt Privatdozent Dr. Schrom, Chefarzt der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik am HELIOS Klinikum Bad Saarow. "Zusätzlich begünstigen verminderter Speichelfluss, Rauchen aber auch emotionaler Stress oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika den unangenehmen Atem." Nicht selten tritt Mundgeruch auch bei bakteriellen Entzündungen im Rachenraum (angina tonsillaris oder chronische Mandelentzündungen) auf. Eitrige Beläge oder Ablagerungen auf der Zunge können diesen verursachen. Meist erfolgt dann eine entsprechende Antibiotikatherapie, um die Krankheitsursache zu bekämpfen.

 

Beim krankhaften Mundgeruch, auch Halitosis (von lateinisch Halitus, Atem) genannt, verströmen die Betroffenen unangenehme Gerüche nicht nur über die Atemluft der Mundhöhle sondern auch bei geschlossenem Mund über die Nase. Mundgeruch kann aber auch bei Stoffwechselentgleisungen im Rahmen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Tumoren im Verdauungstrakt oder bei schweren Leberfunktionsstörungen auftreten. Die Erkrankungen weisen meist einen ganz eigenen Mundgeruch auf: "Bei einem gestörten Zuckerstoffwechsel können die Betroffenen unter einem süßlich beißenden Geruch leiden, sagt Dr. Schrom. "Liegt ein Darmverschluss vor, kann sich Stuhl bis in den Magen zurückstauen und für einen sehr übelriechenden Geruch aus Nase und Mundraum sorgen."

 

Mit Hilfe eines sogenannten Halimeters (Atemmessgerät) kann der Arzt feststellen, wo die Gase letztlich wirklich herkommen. Über eine Art Strohhalm wird dabei während der Ausatmung die Mundraum-, Rachen- und Lungenluft gemessen und analysiert. Untersuchung der Speiseröhre, Magenspiegelung oder Blutuntersuchungen können zusätzlich darüber Aufschluss geben, ob eine Erkrankung wie Diabetes oder des Magen-Darm-Traktes vorliegt. Je nachdem, wo die Geruchsquelle liegt, kann man Mundgeruch behandeln beziehungsweise vorbeugen: Bereits eine konsequent durchgeführte Mundhygiene mit Zähnputzen, Zahnseide und Zungenreinigung kann helfen. Ein regelmäßiger Vorsorge- und Kontrolltermin beim Zahnarzt beugt Mundgeruch vor, der zum Beispiel auch durch Karies oder Zahnfleischentzündungen entstehen kann. Sollte dies alles nicht helfen, das Geruchsproblem zu bekämpfen, sollten Spezialisten wie HNO-Arzt oder Gastroenterologe hinzugezogen werden.

 

Hausmittel gegen Mundgeruch

  • Ingwer: Bereits ein kleines Stück Ingwer auf der Zunge wirkt bakterienhemmend und erfrischt den Atem.
  • Petersilie: Kauen Sie einige Blätter. Das in den Blättern enthaltene Apiol neutralisiert unangenehme Gerüche.
  • Zitrone: Ein paar Tropfen pur oder im Mineralwasser regen den Speichelfluss an und erfrischen den Atem.
  • Schwarzer Tee: Die enthaltenen Geschmacks- und Farbstoffe im Tee haben eine Bakterien  zersetzende Wirkung.
  • Nelken: Das Öl der Pflanze wirkt entzündungshemmend und geruchsneutralisierend.
  • Teebaumöl: Gurgeln Sie regelmäßig mit einem 1/4 Liter  Wasser und zehn Tropfen Teebaumöl.
  • Joghurt: Ungesüßter Naturjoghurt hemmt Fäulniskeime und senkt das Risiko für Zahnfleischerkrankungen.

Fünf Tipps für eine gründliche Mundhygiene

  • Putzen Sie mindestens zweimal am Tag – am besten morgens und abends – ihre Zähne mindestens drei Minuten mit einer mittelharten Zahnbürste; ggf. auch mit einer elektrischen Zahnbüste.
  • Wechseln Sie Ihre Zahnbürste alle sechs bis acht Wochen.
  • Reinigen Sie regelmäßig Ihre Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste.
  • Reinigen Sie Zahnspangen oder Prothesen mindestens einmal täglich mit entsprechenden Reinigungsutensilien.
  • Trinken Sie viel Wasser oder zuckerfreie Getränke. So werden Essenreste hinuntergespült und der Mund feucht gehalten.

Extratipp: Zuckerfreie Kaugummis, ein Apfel oder eine alte Brotkante regen den Speichelfluss schnell an. Bakterien im Mund werden so abgewehrt.

Bilder zum Download

Bild: HELIOS Kliniken

PD Dr. Thomas Schrom
Chefarzt der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik
HELIOS Klinikum Bad Saarow
Download (jpg, 300 dpi, 2,09 MB)

 


Download (jpg; 300 dpi; 2,69 MB)

Ihre Ansprechpartnerin

Anja Paar
Unternehmenskommunikation

HELIOS Klinikum Bad Saarow
Pieskower Straße 33
15526 Bad Saarow

Telefon: (033631) 7-24 40
E-Mail



Über uns