Schlafstörungen können im Teufelskreis enden

Feste Rituale können helfen, einen erholsamen Schlaf zu finden. Foto: HELIOS Kliniken

Etwa jeder fünfte Deutsche leidet unter Schlafstörungen. Alltagsstress, Nervosität, Leistungsdruck oder Ängste und Sorgen können die Ursache sein. Die Betroffenen leiden jedoch nicht nur nachts: Schlafstörungen führen zu Abgeschlagenheit und eingeschränkte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Auch das Immunsystem und unser Stoffwechsel können auf Schlafstörungen reagieren.


Mal eine Nacht ohne ausreichend Schlaf verbracht - wer kennt das nicht. Wenn man jedoch innerhalb eines Monates drei Mal pro Woche entweder schlecht einschläft, ungewollt früh aufwacht oder den Schlaf als nicht erholsam empfindet und tagsüber deshalb oft müde ist, könnte eine Schlafstörung vorliegen. "Unser Körper braucht und nutzt den Schlaf, um sich zu regenerieren", sagt Prof. Dr. Kurt Rasche, Chefarzt für Pneumologie und Schlafmedizin im HELIOS Klinikum Wuppertal. "Lebenswichtige Prozesse, wie die Ausschüttung des Wachstumshormons und die Bildung neuer Zellen, erfolgen während des Schlafes." 

 

Die Ursachen für Schlafprobleme sind vielseitig: beruflicher Stress, Leistungsdruck und familiäre Probleme können ebenso Auslöser sein wie Schichtarbeit, Jet-Lag oder Herz- und Lungenerkrankungen. Die Folgen können gravierend sein: Neben eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Fehlentscheidungen am Arbeitsplatz oder gar Arbeitsunfällen können Herzinfarkt- und Infektionsrisiko oder das Risiko einer Depression steigen.

 

Andauernde Schlafstörungen können im Teufelskreis enden, denn schlaflose Nächte ziehen unausgeglichene Tage nach sich, die wieder zu ruhelosen Nächten führen. "Viele versuchen ihre Schlafstörungen mit Schlaftabletten abzustellen", sagt der 51-jährige Mediziner. "Sie unterdrücken jedoch nur die Symptome und beheben nicht die Ursache." Besonders gefährlich sind dabei Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine. Sie machen schnell abhängig.

 

Wichtig bei Schlafstörungen ist es, die Ursache zu finden. Vielleicht hilft es schon, die Lebensgewohnheiten ein wenig umzustellen und bereits tagsüber z.B. mit Hilfe von autogenem Training oder einem Spaziergang in der Mittagspause für geistige und körperliche Entspannung zu sorgen. Das Führen eines Schlaftagebuches kann helfen, Verhaltensweisen oder Gegebenheiten zu erkennen, die das Ein- oder Durchschlafen stören. Auch regelmäßige Zubettgehzeiten oder feste Rituale, wie Entspannungsmusik hören, können helfen, wieder einen normalen Schlafrhythmus zu erlangen – und somit einen erholsamen Schlaf.

 

Sechs Tipps für einen erholsamen Schlaf

  • Weder mit vollem noch mit leerem Magen lässt sich gut schlafen; daher besser drei Stunden vor dem Schlafen die letzte Mahlzeit zu sich nehmen und abends auf leichte Kost wie beispielsweise mageres Fleisch oder Fisch und Gemüse setzen.
  • Das Schlafzimmer ist zum Schlafen da: Computer oder Fernseher sind hier Fehl am Platz. Der Raum sollte Ruhe ausstrahlen.
  • Drei Schlafzimmerregeln gilt es zu beachten: Das Zimmer sollte lärmgeschützt und dunkel sein. Eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius ist optimal.
  • Großmutters Tipp: warme Milch mit Honig. Der Eiweißbestandteil Tryptophan in der Milch  wird im Körper für die Produktion des Schlafförderers Serotonin benötigt.
  • Regelmäßige Trainings- und Bewegungseinheiten am Nachmittag können einen erholsamen Schlaf fördern.
  • Ein warmes Bad am Abend entspannt – und macht angenehm müde.

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Prof. Dr. Kurt Rasche
Chefarzt für Pneumologie und Schlafmedizin im HELIOS Klinikum Wuppertal

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