Mit gesunden Beinen in den Sommer

Wer viel sitzt, sollte zwischendurch immer mal wieder die Wadenmuskulatur beanspruchen. Foto: HELIOS Kliniken

Im Winter werden sie meist von lange Hosen oder Strumpfhosen verdeckt. Im Sommer lassen sie sich im Schwimmbad oder am Strand jedoch kaum verstecken. Die Rede ist von Krampfadern. Erweiterte, geschlängelte Beinvenen, die dicht unter der Haut liegen. Diese stark sichtbaren Venen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Was macht Krampfadern zum Problem? Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es? Und was lässt sich gegen Venenleiden tun?

 

Gegen Krampfadern und die von ihnen verursachten Beschwerden lässt sich etwas tun. "Laufen und Liegen statt Sitzen und Stehen lautet die Devise", sagt Dr. med. Thomas Umscheid, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der HELIOS Klinik William Harvey Klinik in Bad Nauheim. Insbesondere Menschen mit entsprechender Veranlagung oder bereits sichtbaren Krampfadern sollten dies beachten.

 

Vorhandene Krampfadern sollten auf jeden Fall im Auge behalten werden, denn sie sind kein rein kosmetisches Problem. "Wenn die Krampfadern keine Beschwerden bereiten, wird die Krankheit oft als harmlos abgetan. Dabei gilt auch hier: Je früher ärztlich behandelt wird, desto geringer ist der gesundheitliche Schaden", sagt der Bad Nauheimer Gefäßchirurg.

 

Die HELIOS William Harvey Klinik nördlich von Frankfurt ist ein zertifiziertes Gefäßzentrum und auch auf die Behandlung von Krampfadern spezialisiert. Hier werden jährlich rund 2.000 Patienten mit Krampfadern behandelt. "Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Wahrscheinlich spielt die unterschiedliche Struktur des Bindegewebes hier eine Rolle. Wegbereiter sind undichte Venenklappen, die zu einem Rückstrom von Blut in die Beine führen. Die Venenwände geben den Blutstaus in den Beinen nach und erweitern sich", sagt Dr. Umscheid. Die Folge sind sichtbare Ausweitungen und Aussackungen der Gefäße, also: Krampfadern. Der Blutabfluss wird immer schlechter, der Druck in den Beinvenen erhöht sich, die Krampfadern werden schlimmer – ein Teufelskreis, wenn nichts unternommen wird.

 

Geschwüre und Thrombosen drohen

 

Neben den sichtbar verdickten Venen sind Schwellungen, Schwere- und Spannungsgefühl Anzeichen für ein Krampfaderleiden. Entzündungen, vermehrte Hautpigmentierung und Geschwüre sind mögliche Langzeitfolgen von unbehandelten Krampfadern. Auch die Neigung zu Thrombosen (Gefäßverstopfungen) nimmt zu.

 

Stundenlanges bewegungsloses Sitzen, beispielsweise bei langen Autofahrten oder Flugfernreisen, kann solche Thrombosen auslösen. Ärzte nennen es auch das "Economy-Class-Syndroms", weil sich Passagiere in den engen Sitzreihen des Flugzeuges kaum bewegen können und so ein erhöhtes Risiko für Beinvenenthrombosen besteht. Dr. Umscheids Rat für solche Situationen: "Immer wieder mal aufstehen, umhergehen oder die Unterschenkel abwechselnd anspannen und loslassen." Menschen mit Krampfadern sind gefährdeter als andere Thrombosen zu entwickeln und sollten auf langen Flügen vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen. Im schlimmsten Fall droht durch verschleppte Blutgerinnsel ein lebensbedrohlicher Gefäßverschluss der Lunge (Lungenembolie).

 

Spätfolgen durch rechtzeitige Behandlung vermeiden

 

Eine rechtzeitige Behandlung verhindert solche Probleme des Krampfaderleidens Dazu gibt es verschiedene Methoden: Die harmloseste Variante die sogenannten Besenreiser und retikulären (netzartigen) Varizen werden verödet (sklerosiert). Eine einfache und effektive Behandlung der störenden Frühform. Manifeste Krampfadern lassen sich durch Kompressionsstrümpfe oder -verbände vorübergehend oder begleitend behandeln. Die Kompression verhindert zwar einen Blutrückstau in den erweiterten Venen – sie kann die Krampfadern aber nicht beseitigen.

 

Bei stark ausgeprägten Krampfadern ist es oft erforderlich, die nicht mehr funktionstüchtigen oberflächlichen Venen auszuschalten. Am sichersten und am längsten bewährt ist die operative Entfernung. Neuere Verfahren nutzen Hitzeeinwirkungen (Laser oder Radiowellen), die über Sonden in der Vene dazu führen, dass die Krampfadern schrumpfen oder veröden. Sie haben Vor- und Nachteile: Der Eingriff ist oft etwas schonender, aber es liegen bisher keine Langzeitergebnisse vor und nicht jeder Patient ist dafür geeignet. Zudem werden die verhältnismäßig hohen Kosten derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

 

Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt letztlich davon ab, wie ausgeprägt die Krampfadern sind und welche Wünsche der Patient von der Behandlung hat. "Wir beraten jeden Patienten individuell und wählen gemeinsam mit ihm das für ihn beste Verfahren aus", sagt der Venen-Experte. Natürlich soll das Ergebnis auch kosmetisch optimal sein. Denn: Schließlich will man sich auch in Rock, Shorts oder Badeanzug mit gesunden und schönen Beinen zeigen.

 

Venentipps für unterwegs

  • Nehmen Sie genug Flüssigkeit zu sich.
  • Heben Sie die Fußspitze im Sitzen immer wieder mal an. Das aktiviert die Wadenmuskelpumpe und fördert die Durchblutung.
  • Legen Sie bei Autofahrten alle ein bis zwei Stunden eine Pause ein oder gehen Sie im Zug oder Flugzeug auf dem Gang umher.
  • Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und wippen Sie langsam.
  • Gibt es an der Raststätte Treppen, steigen Sie mal auf und ab.

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Bild: HELIOS Kliniken

Dr. med. Thomas Umscheid
Chefarzt und Ärztlicher Direktor
HELIOS Klinik William Harvey Klinik Bad Nauheim
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Wer viel sitzt, sollte zwischendurch immer mal wieder die Wadenmuskulatur beanspruchen.
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