Medikamente – was Sie für den Sommerurlaub beachten sollten

Sollte in jedem Urlaub dabei sein: eine Reiseapotheke. Bild: Dr. K.-H. Krauskopf

Eine Reiseapotheke sollte in keinem Urlaubsgepäck fehlen. Hier einige Tipps, welche Medikamente gegen Übelkeit, Kopfschmerzen oder Sonnbrand helfen und was Sie beachten sollten.

 

Was kommt in den Urlaubskoffer? Sicherlich T-Shirts, Badesachen und Sandalen oder Wanderschuhe. Das sollte aber nicht alles sein. Zu einer guten Urlaubsvorbereitung gehört auch die Zusammenstellung einer Reiseapotheke.

 

Urlauber, die es in die Berge zieht, sollten besonders an Sonnenschutz denken. "Eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor und ein Lippenschutz sind wichtig", sagt Prof. Dr. med. Petra Thürmann, Chefärztin der Klinischen Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal. Und aus eigener, leidvoller Erfahrung fügt sie hinzu: "Beim Eincremen sollte man die Ohren nicht vergessen."

 

Wer ganz hoch hinaus möchte, muss sicher sein, dass sein Körper die mit der Höhe verbundenen Belastungen gut verkraftet. "Im Flachland in den Flieger zu steigen, um kurz darauf zu einer Hütte zu klettern, ist insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden wenig ratsam", sagt Prof. Thürmann. Bei einsetzenden Symptomen der Höhenkrankheit wie Kopfschmerz und Übelkeit hilft auch kein Medikament mehr. "Da muss man wieder runter vom Berg." 1000 Höhenmeter sollte man sich höchstens pro Tag zumuten, und wenn möglich nachts wieder etwas weiter bergab schlafen, so die Empfehlung von Prof. Thürmann.

 

Kein Sonnenbad bei Antibiotika-Einnahme

 

Strandurlauber sollten sich vor allem bewusst sein, dass sich ausgiebiges Sonnenbaden in vielen Fällen nicht mit der Einnahme von Medikamenten verträgt. Bestimmte Wirkstoffe (z.B. Antibiotika), die über den Blutkreislauf auch in die oberflächlichen Hautgefäße gelangen, reagieren auf Sonneneinstrahlung. Es können sich Blasen oder massive Hautausschläge bilden.

Beim Urlaub in Sonnenländern ist zudem auf die richtige Lagerung von Medikamenten zu achten – immer im Schatten und je nach Wirkstoff bei höchstens 25 bis 30 Grad. "Auch Verhütungsmittel vertragen keine pralle Sonne und keine zu hohen Temperaturen", so der Hinweis der Pharmakologin.

 

Medikamente gegen chronische Leiden ins Handgepäck

 

Chronisch Kranke sollten bei Flugreisen ihre Medikamente immer ins Handgepäck packen, falls der Koffer verloren geht. "Die meisten Sachen, die man sich selbst injizieren muss, sind in aller Regel kühlpflichtig", sagt die Arzneimittelexpertin. Ebenso gekühlt werden sollten einige Augentropfen. Hierfür gibt es beispielsweise Kühltäschchen mit Kühlakkus.

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Diese acht Produkte gehören in die Reiseapotheke eines Strandurlaubers

 

  1. eine gute Sonnencrem
  2. eine sogenannte "After sun"-Lotion zum Auftragen nach dem Sonnenbad
  3. ein Sonnenbrand-Gel
  4. ein verlässliches Kopfschmerzmittel
  5. ein Loperamid-haltiges Mittel gegen Durchfallerkrankungen
  6. gute Pflaster – sowohl für kleine Abschürfungen als auch für Blasen
  7. ein Desinfektionsmittel für Wunden
  8. ein Gel mit einem Antihistaminikum zur Behandlung von Mückenstichen

Tipps zum Umgang mit Medikamenten im Urlaub

 

  • Schutz vor Feuchtigkeit und Quetschungen Reiseausstatter und Apotheken bieten spezielle Transportpäckchen an.
  • Medikamente nie in der prallen Sonne lagern Normale Tabletten vertragen in der Regel höchstens eine Temperatur von 25 bis maximal 30 Grad.
  • Alkohol und Medikamente vertragen sich nicht Dies gilt ganz besonders in Bezug auf Schmerzmittel und Antibiotika. Wer dauerhaft Blutdrucksenker oder Blutverdünner nehmen muss, sollte nur wenig Alkohol konsumieren.
  • Keine ausgedehnten Sonnenbäder bei der Einnahme von Antibiotika oder bestimmter Psychopharmaka Photo-toxische Reaktionen in den oberflächlichen Hautgefäßen können extreme Hautreaktionen verursachen.
  • Bei Pilleneinnahme Vorsicht beim Sonnenbad Junge Frauen, die erst seit kurzer Zeit die Pille nehmen, sollten zunächst einmal testen, ob sie ein Sonnenbad vertragen. Bei manchen bilden sich dunkle Flecken auf der Haut, die wie Altersflecken aussehen.
  • Verhütungsmittel nicht der direkten Sonne aussetzen Wer Kondome in der Sonne liegen lässt, muss damit rechnen, dass diese porös werden. Ein Verhütungsring sollte nicht über 30 Grad Celsius gelagert werden. Frauen sollten Hormonpflaster unter dem Bikini, aber nicht im Brustbereich, tragen und nach dem Baden überprüfen, ob das Pflaster noch an der richtigen Stelle haftet.
  • Kein Parfum vor dem Sonnenbad Das Einparfümieren vor dem Gang zum Strand kann zu Verbrennungserscheinungen mit Blasenbildung auf der Haut führen.
  • Mückenschutz nicht vergessen Für die Mückenabwehr sind mit Duftstoffen versehene Öle oder Räucherstäbchen geeignet. Sicher und leicht transportabel ist auch ein Moskitonetz. Gehört das Urlaubsland zu einer Malaria-Region, ist eine medikamentöse Prophylaxe zu empfehlen.

     

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Prof. Dr. Petra Thürmann,
Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal

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