Leberflecke – wann sind sie gefährlich?

Leberflecke sollten regelmäßig auf Veränderungen kontrolliert werden. (Foto: HELIOS Kliniken)

Fast jeder von uns hat welche. Meist sind sie flach, bräunlich und über den gesamten Körper verteilt: Leberflecke. Bei Frauen wie Marilyn Monroe oder Cindy Crawford wurden die linsenförmigen Male sogar zum Markenzeichen. Meist sind Leberflecke völlig harmlos. Dennoch sollten diese Pigmentveränderungen beobachtet werden - denn die gefährlichste Form von Hautkrebs geht von ihm aus: dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs).

 

Wie viele Leberflecke jeder Mensch hat, ist einerseits genetisch festgelegt. Andererseits können auch hormonelle Umstellungen wie z.B. während einer Schwangerschaft oder Umweltfaktoren wie UV-Strahlungen ihre Entstehung begünstigen.  Normalerweise verursachen Leberflecke keine Beschwerden. Befinden sie sich jedoch an Körperstellen wie beispielsweise Fußballen oder Rücken, kann es durch Belastung oder Reibung zu Reizungen und Entzündungen kommen. In solchen Fällen sollte man mit einem Hautarzt über eine chirurgische Entfernung sprechen.

 

"Befinden sich die Muttermale im Gesicht – und weisen sie auch noch kleine Härchen auf – werden sie vor allem von Frauen als Problem empfunden", sagt Prof. Dr. Percy Lehmann, Direktor des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie - Kompetenzzentrum Hautkrebs am HELIOS Klinikum Wuppertal. Bei einer Entfernung aus kosmetischen Gründen, sollte jedoch bedacht werden, dass selbst bei modernsten Nahttechniken Narben zurückbleiben können.

 

Durch genetische Veranlagung oder häufige und intensive UV-Bestrahlung – besonders im Kindesalter – können harmlose Muttermale entarten. "Wenn sich Farbe, Größe und Form des Leberflecks verändern, er juckt oder blutet, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden", rät der Wuppertaler Experte. Mit einem sogenannten Dermatoskop kann der Hautarzt Leberflecke bis auf das 70-fache vergrößern und so Farbe und Begrenzung optimal beurteilen.

 

Verdächtige Muttermale sollten rechtzeitig entfernt und im Anschluss feingeweblich untersucht werden. Leberflecke können nämlich zu einem malignen Melanom mutieren; der schwarze Hautkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren, da er schnell wächst und metastasiert. Nach der Entfernung eines malignen Melanoms sind jährliche Nachkontrollen aller Leberflecke ratsam.

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Ist der Leberfleck gefährlich? Orientieren Sie sich an der ABCDE-Regel. Trifft eine der Merkmale zu, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

 

  • A wie Asymmetrie: Ein harmloser Leberfleck ist meist rund oder oval. Entartete Leberflecke wachsen hingegen meist ungleichmäßig und sollten von einem Dermatologen untersucht werden.
  • B wie Begrenzung: Sind Leberflecke unregelmäßig begrenzt, ausgefranst oder verwaschen, kann es sich um Hautkrebs (malignes Melanom) handeln.
  • C wie Color (Farbe): Ist ein Leberfleck nicht einfarbig, sondern vermischen sich rosa, graue oder schwarze Farbtöne, kann das ein Hinweis auf ein Melanom sein.
  • D wie Durchmesser: Leberflecke, die größer sind als vier Millimeter, sollten von einem Hautarzt kontrolliert werden.
  • E wie Erhabenheit: Wachsen Leberflecke in die Höhe, bilden kleine halbkugelförmige Hügel oder haben eine Kruste, kann es  ein malignes Melanom sein.

Außerdem: Wenn Leberflecke bluten, nässen, jucken oder sich entzünden, sollte ein Dermatologe aufgesucht werden.

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Woher stammen die Namen Muttermal und Leberfleck?

Weder hat die eigene Mutter das Mal an der gleichen Stelle noch ist der Leberfleck ein Hinweis für eine gestörte Leberfunktion. Der Begriff Muttermal stammt aus dem 16. Jahrhundert. Damals wurde angenommen, die Male entstünden bei der werdenden Mutter durch unbefriedigte Gelüste in der  Schwangerschaft. Heute ist bekannt: Durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft ebenso wie durch die Einnahme der Antibabypille kann es zu einem vermehrten Auftreten von Pigmentmalen kommen.

 

Das Wort Leberfleck stammt vom medizinischen Ausdruck "Macula hepatica". Die farbbildenden Zellen (Melanozyten), die den Farbstoff Melanin produzieren, sorgen dafür, dass die Male eine bräunliche – also leberähnliche - Farbe erhalten. Treten diese Zellen vermehrt auf, bilden sich Leberflecke.

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Bild: HELIOS Kliniken

Prof. Dr. med. Percy Lehmann, Direktor des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie, HELIOS Klinikum Wuppertal
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Untersuchung von Leberflecken
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