Bauchaortenaneurysma: Wenn Blutgefäße zu Zeitbomben werden

Bei einem Bauchaortenaneurysma sind jährliche Ultraschalluntersuchungen ratsam, um das Wachstum des Aneurysmas zu kontrollieren.

Unsere Bauchschlagader, die Aorta, ist durch den ständig pulsierenden Blutfluss einer hohen Belastung ausgesetzt. Schwächer werdende Gefäßwände, Bluthochdruck oder Stoffwechselerkrankungen können krankhafte ballonartige Aussackungen, sogenannten Bauchaortenaneurysmen, zur Folge haben. Meist verursachen Aneurysmen keine Beschwerden und werden nur zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt. Kommt es zu einer Ruptur, einem Riss des Aneurysmas, droht der Betroffene innerlich zu verbluten. Der Einsatz von maßgeschneiderten Prothesen kann Leben retten.

 

Von einem Aneurysma spricht man, wenn die Bauchschlagader über drei Zentimeter erweitert ist. In 95 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um eine Erweiterung der Aorta, die knapp oberhalb des Bauchnabels beginnt. "Männer sind von einem Aneurysma neun Mal häufiger betroffen als Frauen – besonders wenn sie rauchen und über 65 Jahre sind", sagt Dr. Andreas Gussmann, Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin am HELIOS Klinikum Bad Saarow.

 

Bei einem Aneurysma sollte dieser alle sechs Monate zur Risikoeinschätzung eines Gefäßrisses untersucht werden. "So können wir unter anderem die Aneurysmagröße, -länge und -durchmesser exakt bestimmen und vergleichen", so der Gefäßspezialist. Denn: Je größer der Durchmesser des Aneurysmas, desto höher die Gefahr einer Ruptur. Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern, sollte die Gefäßaussackung operativ behandelt werden.

 

Eine Methode: die innere Schienung des Aneurysmas durch ein künstliches Gitternetz, einem sogenannten Stent. Mit diesem können die Gefäße offen gehalten, gestützt und gestärkt werden. Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv über zwei kleine Schnitte in den Leisten. Über Drähte wird der Stent in gefalteter Form eingebracht und erst im Gefäß geöffnet.

 

Bei besonders komplizierten Gefäßveränderungen werden mittlerweile auch maßgeschneiderte Stents eingesetzt. Das betroffene Gefäß wird dafür über eine Computertomographie exakt vermessen. Der speziell angefertigte Stent verfügt über Verzweigungen, ähnlich einem Geweih. Ist der Unikat-Stent an der richtigen Stelle im Gefäß eingebracht, beginnt die Herausforderung für den Gefäßspezialisten: die Entfaltung des "Geweihs" im Gefäß. "Bei diesem Eingriff muss Millimeter genau gearbeitet werden und er kann bis zu fünf Stunden dauern", sagt Dr. Gussmann.

Dank der minimal-invasiven Operationstechnik sind die Patienten nach dem Eingriff schnell wieder aktiv. Komplikationen wie Wundschmerz oder Nachblutungen treten selten auf.

________________________________________________________________

Bei einem Bauchaortenaneurysma, bei dem noch keine OP erforderlich ist, gilt:

  • jährliche Ultraschalluntersuchungen, um das Wachstum des Aneurysmas zu kontrollieren
  • optimale Einstellung des Blutdrucks
  • optimale Einstellung des Cholesterinwertes durch diätische Ernährung oder medikamentöse Behandlung bei Fettstoffwechselstörungen
  • Blutzucker bestmöglich einstellen
  • konsequenter Verzicht auf Nikotin
  • Vermeidung schwerer körperlicher Arbeit

Am 8. Mai 2010 startet deutschlandweit das Gefäßscreeningprogramm. Mit einem einfachen Punkte-Test wird ermittelt, wie jung die Gefäße sind und ob ein Gefäßscreening mit einem Ultraschall erforderlich ist. Hier eine Gefäß-Screening-Karte (pdf, 167kB) als Beispiel.

________________________________________________________________

Bilder zum Download

Bild: HELIOS Kliniken

Dr. med. Andreas Gussmann
Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Leiter des Kompetenzzentrums Gefäßmedizin, HELIOS Klinikum Bad Saarow
Download
(jpg; 300 dpi; 1,02 MB)

Bild: HELIOS Kliniken

Bei einem Bauchaortenaneurysma sind jährliche Ultraschalluntersuchungen ratsam, um das Wachstum des Aneurysmas zu kontrollieren.
Download
(jpg; 300 dpi; 2,22 MB)

Ihre Ansprechpartnerin

Anja Paar
Unternehmenskommunikation

HELIOS Klinikum Bad Saarow
Pieskower Straße 33
15526 Bad Saarow

Telefon: (033631) 7-24 40
E-Mail



Über uns