Gut durch die Wechseljahre kommen

Die Beschwerden in den Wechseljahren sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Foto: Fotolia/Robert Kneschke

Mit den Wechseljahren beginnt für jede Frau ein neuer Lebensabschnitt. Durch die hormonelle Umstellung des Körpers leidet jede dritte Frau an Symptomen wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen oder sexuelle Lustlosigkeit. Aber auch das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße steigt.

 

In den Wechseljahren - auch Klimakterium genannt - stellt sich der weibliche Körper sich hormonell um, sie treten meist im Alter zwischen Mitte 40 und Mitte 50 auf. "In dieser Zeit reduzieren die Eierstöcke ihre Produktion an den weiblichen Sexualhormonen Östrogen und Progesteron", sagt Prof. Michael Friedrich, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am HELIOS Klinikum Krefeld. Jede Frau reagiert mit ganz unterschiedlichen körperlichen oder psychischen Beschwerden.

 

Die ersten Signale der Wechseljahre sind meist unregelmäßige Regel- oder Zwischenblutungen, es können Herzrasen, Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Schwindelanfälle auftreten. In dieser Zeit verändert sich auch der Körper der Frau. Die Haut wird trockener, es kann zu Haarausfall oder einer Gewichtszunahme - besonders im Bereich von Hüfte und Bauch - kommen. Deshalb ist gerade in dieser Lebensphase eine gesunde und ausgewogene Ernährung entscheidend und es wichtig, auf ausreichend Bewegung und die eigenen Bedürfnisse zu achten.

 

Oft nimmt in dieser Phase auch die Lust auf körperliche Nähe oder Sex ab. Viele Frauen klagen auch über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. "Die  Scheidenschleimhaut verändert sich ebenfalls", erklärt der Gynäkologe die mögliche medizinische Ursache. "Die Drüsen im Gebärmutterhals produzieren weniger Schleim, sodass die Scheide während des Geschlechtsverkehrs nicht mehr ausreichend befeuchtet wird." Aber auch depressive Verstimmungen, Stress oder Zukunftsängste können sich negativ auf das sexuelle Empfinden oder den Lebensalltag auswirken. Auch hier kann körperliche Aktivität zum inneren Ausgleich beitragen, der sich positiv auf die Psyche auswirkt.

 

Die hormonelle Umstellung kann jedoch auch zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen. Dazu zählt vor allem Knochenschwund (Osteoporose), der oft lange unerkannt bleibt, da er meist ohne Beschwerden verläuft. Um Knochenmasse aufzubauen, benötigt der Körper ausreichend Calcium und Vitamin D. Milchprodukte sind kalziumreich und können den Knochenabbau hinauszögern, ein Spaziergang bei Sonnenlicht regt die Vitamin D-Produktion im Körper an.

 

Auch Frauen in den Wechseljahren sollten die jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung (Anamnese, klinische Untersuchung, Abklärung der Brust, und evtl Ultraschall) wahrnehmen und gemeinsam mit dem Arzt das weitere Vorgehen besprechen.

 

Der Einsatz einer Hormonersatztherapie ist in den letzten Jahren insbesondere aufgrund des erhöhten Brustkrebsrisikos sehr kontrovers diskutiert worden und sollte nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in der individuellen Situation entsprechend der allgemein gültigen Leitlinie erfolgen.

 

So können Sie die Wechseljahre gut überstehen

  • Ausdauersport hilft bei Beschwerden: Mindestens dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten Radfahren, Laufen oder Schwimmen aber auch zügige Spaziergänge können helfen, Stimmungsschwankungen, Hitzwallungen oder Schlafstörungen zu mindern und Gewichtszunahmen vorzubeugen.
  • Salbei hilft gegen Hitzewallungen: Salbei (z.B. in Form von Salbeitee) kann die Schweißproduktion hemmen und Hitzewallungen entgegenwirken. Tipp: Trinken Sie den Tee lauwarm, heiße Getränke können zusätzlich von innen aufheizen.
  • Kalzium und Vitamin D schützen die Knochen: Ein Glas Milch, eine Scheibe Käse und ein Joghurt am Tag reichen, um den Kalziumbedarf in den Wechseljahren zu decken und Osteoporose vorzubeugen. Ein Spaziergang bei Sonnenlicht regt die Bildung von Vitamin D an, was bei der Aufnahme von Kalzium für die Knochen benötigt wird.
  • Die Haut braucht mehr Pflege: Durch die Hormonumstellung verliert die die Haut an Elastizität und Feuchtigkeit, Juckreiz und trockene Haut sind die Folge. Für die trockene Haut eigenen sich z.B. besonders gut harnstoffhaltige Cremes, die nicht nur wasserbindend sondern auch rückfettend sind. Befeuchten Sie Ihre Haut auch von innen und nehmen Sie täglich ausreichend Flüssigkeit zu sich.
  • Stress vermeiden: Dauerhafter Stress kann Körper und Seele schaden. Deshalb: Achten Sie auf Ihre Bedürfnisse, nehmen Sie sich Zeit für sich. Bereits ein kurzer Spaziergang oder ein wohltuendes Bad mit ätherischen Ölen können entspannen.
  • Beckenboden trainieren: Regelmäßige Beckenbodengymnastik kann bei ungewollten Harnabgang (z.B. beim Husten) helfen oder können auch die Libido steigern.

Auch bei Männern kommt es mit zunehmenden Alter zu hormonellen Veränderungen: Der Testosteronspiegel sinkt. Dadurch kann sowohl die sexuelle Potenz als auch die Libido nachlassen. Weitere Symptome können Antriebslosigkeit, aber auch Haarausfall und Gewichtszunahme (besonders am Bauch) sein.

 

 

Bild: HELIOS Kliniken

Prof. Michael Friedrich
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
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