Brennpunkt Speiseröhre

Paprika, Tomaten oder rohe Zwiebeln können Sodbrennen verursachen oder verstärken. Bild: HELIOS Kliniken

Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden an Sodbrennen. Typische Symptome sind Brennen in der Speiseröhre oder hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen, Magendrücken bis hin zum Brechreiz. Verursacht wird Sodbrennen durch einen Rückfluss des sauren Mageninhalts. Durch häufiges Sodbrennen steigt das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

 

Die Magensäure und die Magenmuskulatur spalten unsere Nahrung auf und bekämpfen die darin enthaltenen Bakterien oder Viren. Ist der Schließmuskel, der zwischen Speiseröhre und Magen liegt, defekt oder zu schlaff, kann Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließen und Sodbrennen verursachen. "Die Magensäure ist sehr aggressiv, das Gewebe der Speiseröhre äußerst empfindlich", sagt Prof. Dr. Heinrich-Josef Lübke, Chefarzt für Gastroenterologie am HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin. "Besonders nach dem Essen oder im Liegen kann es zu Sodbrennen kommen."

 

Zigaretten, Alkohol und Kaffee oder auch bestimmte Speisen wie Paprika, Tomaten, rohe Zwiebeln oder frisches Brot können die typischen Symptome hervorrufen oder verstärken. Mitauslöser für Sodbrennen können aber auch bestimmte Medikamente wie Antirheumatika und blutdrucksenkende Mittel (sogenannte Calcium-Antagonisten) oder Stress sein. Nicht selten klagen Schwangere oder Übergewichtige über Sodbrennen, da der Druck durch zusätzliches Gewicht auf den Bauchraum sowie den Schließmuskel erhöht ist.

 

Schnell und gut kann gelegentliches Sodbrennen mit so genannten Antazida behandelt werden – diese binden und neutralisieren die Magensäure. Gefährlich wird es, wenn das Sodbrennen über einen längeren Zeitraum täglich auftritt. "Je häufiger der Magensaft auf das Gewebe der Speiseröhre trifft, desto schlimmer ist die Entzündung. Medizinisch spricht man von einer Ösophagitis, sagt der 57-jährige Gastroenterologe. Wird die Entzündung der Speiseröhre chronisch, erhöht sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs.

 

Nur wenn die Speiseröhrenentzündung mit ihren Folgen früh erkannt wird, sind medizinische Maßnahmen wie endoskopische Schleimhautabtragung (Mukosektomie), Operation oder Strahlentherapie erfolgversprechend. Bei länger andauerndem Sodbrennen (über zwei Wochen) und zusätzlichen Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen oder Gewichtsabnahme sollten Betroffene daher einen Arzt aufsuchen.

So vermeiden Sie Sodbrennen

  • Essen Sie in Ruhe und entspannt; genießen Sie Ihre Mahlzeiten.
  • Koffein, Süßigkeiten, stark gewürzte und fetthaltige Speisen sollten Sie nur in Maßen zu sich nehmen.
  • Wenn möglich, essen Sie drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr.
  • Nehmen Sie lieber fünf bis sechs kleine als drei große Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich. Besonders zum Ende einer Schwangerschaft sind kleine Portionen verträglicher, da das Baby im Bauch immer mehr Platz einnimmt.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag – am besten Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetees. Fruchtsäfte sollten Sie nur in Maßen und dann stark verdünnt genießen.
  • Reduzieren Sie Ihr Gewicht.
  • Trinken Sie nur mäßig Alkohol.
  • Versuchen Sie, auf Nikotin zu verzichten.

 

Fünf Hausmittel, die bei Sodbrennen helfen können

  • Vorbeugend: Täglich ein Stück rohe Kartoffel kauen. Dadurch wird der Speichelfluss angeregt und die Säure in der Speisröhre kann abgepuffert werden.
  • Bei häufigem Sodbrennen: Eine Stunde nach den Mahlzeiten einen angerührten Brei aus einem Teelöffel Heilerde (aus der Drogerie oder Apotheke) mit Wasser einnehmen.
  • Ein Glas Milch und dazu eine Scheibe Weißbrot eine Stunde nach den Mahlzeiten kann das Brennen neutralisieren.
  • Sellerie oder frisch gepresster Möhrensaft neutralisieren überschüssige Anteile an Magensäure.
  • Ein Glas stilles Wasser alleine kann einen lindernden Effekt haben, da das Wasser beim Schluckakt die Säure aus der Speiseröhre spült (gut z.B. bei nächtlichem Sodbrennen).

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Prof. Dr. med. Heinrich-Josef Lübke, Chefarzt Gastroenterologie, HELIOS Klinikum Emil von Behring, Berlin
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Gemüsesorten wie Paprika, Tomaten oder rohe Zwiebeln können Sobrennen hervorrufen oder verstärken.
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