So kann Osteoporose vorgebeugt werden

Sportarten wie beispielsweise Schwimmen sind gut für die Knochen. Bild: HELIOS Kliniken

Die Osteoporose, auch bekannt als Knochenschwund, zählt zu den zehn häufigsten Volkskrankheiten. In Deutschland sind über sieben Millionen Menschen betroffen. Hierbei handelt es sich nicht um die normalen Folgen des Alterungsprozesses, sondern um eine Erkrankung, die heute gut diagnostiziert und therapiert werden kann. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochendichte kontinuierlich ab. Dadurch kann es vermehrt zu Knochenbrüchen, Verkrümmungen der Wirbelsäule oder eingeschränkter Beweglichkeit kommen. Durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bereits im Kindesalter kann Osteoporose vorgebeugt werden.

 

Die Knochen sind das Stützsystem unseres Körpers. Sie sind täglich den unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt – egal, ob wir sitzen, gehen oder stehen. Im Kinder- und jungen Erwachsenenalter überwiegt der Knochenaufbau. Mit Mitte 30 hat das Knochengewebe seine maximale Dichte erreicht. "Danach beginnt sich das Knochengerüst zu verändern", sagt Prof. Dr. Michael N. Berliner, Chefarzt des Zentrums für Geriatrie und Physikalische Medizin am HELIOS Klinikum Berlin-Buch. "Der Umbauprozess im Knochen – der sogenannte Knochen-Turnover – verschiebt sich, es wird mehr Knochengewebe ab- als aufgebaut. Außerdem verändert sich die Mikroarchitektur der Knochenbälkchen. Die Folge ist eine erhöhte Frakturanfälligleit." Um eine Osteoporose zu diagnostizieren, eignet sich die Knochendichtemessung. Die am weitesten verbreitet Methode ist die sogenannte Dual-Röntgen-Absorptionsmetrie (Dexa).

 

Vor allem Frauen in den Wechseljahren sind vom Knochenabbau betroffen: Durch den sinkenden Hormonspiegel in dieser Lebensphase geht der Schutz vor Knochenabbau verloren. Weitere Risikofaktoren für Osteoporose sind erbliche Veranlagung, mangelnde Bewegung oder eine Langzeittherapie mit Kortison-Präparaten. Auch eine Unterversorgung der Knochen mit Kalzium kann Osteoporose fördern. "Dieses wichtige Knochenmineral macht den Knochen widerstandsfähig", sagt Prof. Berliner. "Je mehr Kalzium ein Knochen enthält, desto bruchsicherer ist er."

 

Ernährung und Bewegung sind auch hier wichtige Faktoren

 

Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie über Jahre hinweg schleichend und ohne Beschwerden verlaufen kann. Dadurch wird sie oft zu spät erkannt. Knochenbrüche (Frakturen) der Wirbelkörper oder am Oberschenkelhals, aber auch eine Verkrümmung der Wirbelsäule sind beispielsweise die Folge. „Die große Gefahr für vor allem ältere Patienten liegt nicht  allein in der Fraktur“, sagt der 56-jährige Mediziner. "Komplikationen bei langer Bettlägerigkeit wie Lungenentzündung oder Thrombosen nach beispielsweise einer Schenkelhalsoperation können aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit zu einem längeren Krankenhausaufenthalt führen. Oftmals sind ältere Patienten deshalb auf längere oder dauerhafte Pflege angewiesen."

 

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung – beispielsweise laufen oder schwimmen - sind deshalb besonders wichtig und können bereits in jungen Jahren Osteoporose vorbeugen. Die besten Kalziumlieferanten sind Milch und Milchprodukte, aber auch Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl sind reich an diesem Mineralstoff.  Ergänzend sollte auf kalziumhaltiges Mineralwasser geachtet werden. Man muss jedoch bedenken, dass das Kalzium nur in Verbindung mit Vitamin D aufgenommen werden kann. Ausreichendes Sonnenlicht fördert die Vitamin-D-Produktion in der Haut. Tabak- und starker Alkoholgenuss sollten auf jeden Fall vermieden werden.

 

So können Sie Osteoporose vorbeugen

  • Milchprodukte sind besonders kalziumreich und liefern wertvolles Vitamin D: Hartkäse wie Parmesan sind beim Kalziumgehalt die Spitzenreiter.
  • Zweimal pro Woche ein Fischgericht: Besonders die fettreichen Arten wie Lachs oder Makrele enthalten viel wertvolles Vitamin D.
  • Gehen Sie regelmäßig in die Sonne. So wird die Vitamin-D-Produktion angekurbelt.
  • Gemüsesorten wie Broccoli, Blumenkohl oder Grünkohl enthalten viel Kalzium, sie enthalten aber auch viele weitere wichtige Vitamine und Mineralstoffe.
  • Nüsse sind ebenfalls reich an Kalzium.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Alkohol und phosphathaltigen Getränken wie bespielsweise Cola: Größere Mengen erhöhen den Kalziumverlust bzw. vermindern die Kalziumaufnahme.
  • Verzichten Sie auf Nikotin. Nikotin beeinträchtigt die Durchblutung, dadurch gelangen Mineralstoffe wie Kalzium schlechter an ihren Zielort und das Osteoporoserisiko steigt deutlich.
  • Verzichten Sie auch auf übertriebene Diäten. Eine einseitige Ernährung kann zu einem knochenschädigenden Mangel an Kalzium führen.

 

Unsere Knochen

In der Regel haben wir als Erwachsene 206 verschiedene Knochen. Der größte ist der Oberschenkelknochen, der kleinste sitzt im Mittelohr und ist gerade mal drei Millimeter lang. In den ersten 30 Lebensjahren nimmt die Knochenmasse kontinuierlich zu, erreicht dann einen Höhepunkt und wird in den späteren Lebensjahren langsam wieder geringer. Verantwortlich für den Knochenaufbau sind sie Osteoblasten, deren Gegenspieler und verantwortlich für den Knochenabbau sind die Osteoklasten (von griech. Osteon = Knochen und klastein = zerbrechen), die mit zunehmenden Alter verstärkt auftreten. Beim gesunden Menschen mittleren Alters hält sich die Funktion der Osteoklasten und Osteoblasten die Waage.

Bild: HELIOS Kliniken

Prof. Dr. Michael N. Berliner
Chefarzt des Zentrums für Geriatrie und Physikalische Medizin,
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