Was die Zunge über unsere Gesundheit verrät

Prof. Dr. med. Marc Bloching,
Chefarzt HNO/MKG-Chirurgie, HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken)

Eine gesunde Zunge ist feucht, grau-rosa und hat eine gleichmäßig glatte Oberfläche. Vier große Nervenbahnen durchlaufen sie und verbinden sie mit den inneren Organen wie Leber oder Magen. Verändern sich Form und Farbe der Zunge oder der Mundschleimhaut, kann es ein Zeichen sein, dass im Körper etwas nicht stimmt.

 

Oft stecken hinter Veränderungen der Zunge harmlose Erkrankungen wie die Haarzunge, bei der die Zungenoberfläche übermäßig verhornt. "Die Betroffenen haben das Gefühl, ihn wüchsen Haare auf der Zunge", sagt Professor Dr. Marc Bloching, Chefarzt für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde am HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Eine andere ungefährliche Zungenerkrankung ist die sogenannte "lingua nigra", bei der sich die Zungenoberfläche durch hohen Nikotinkonsum schwarz verfärbt.

 

Eine psycho-somatische Erkrankung, die häufig bei Frauen auftritt, ist das Burning-Mouth-Syndrom (dt: Zungenbrennen). Vor allem der vordere Zungenbereich brennt, kribbelt und juckt ständig. "Die Ursachen dieser Erkrankung sind vielfältig und reichen von psychischen Faktoren wie Depressionen oder Angststörungen über Allergien auf bestimmte Lebensmittel bis hin zu anderen Erkrankungen wie Diabetes oder Leberzirrhose", sagt der 45-jährige Mediziner. Die gute Nachricht: Ist die Ursache für das Zungenbrennen gefunden, klingen die Symptome nach einer entsprechenden Behandlung bald ab.

 

Zungenveränderungen können aber auch Symptome für viele weitere Krankheitsbilder sein: So deuten kleine milchglasartige Geschwüre auf der Zunge auf die Geschlechtkrankheit Syphillis hin, streifige Zeichen an der Zungenseite können  eine sogenannte Haarzell-Leukoplakie sein, die gehäuft bei einer HIV-Erkrankung auftritt. Bekannt ist auch die sogenannte Himbeerzunge bei Scharlach oder die glänzend rot gefärbte Lackzunge, die auf Vitamin- und Eisenmangel hinweisen kann.

 

Die drei größten Feinde der Zunge sind Nikotin, Alkohol und sogenannte Papilloma-Viren, die u.a. für bösartige Tumore im Gebärmutterhals, in der Mundhöhle oder im Kehlkopf verantwortlich sind. "Über einen längeren Zeitraum wirken sich diese drei Komponenten negativ auf die Schleimhäute im Mundbereich aus", warnt der Mediziner. Die Folge können von Schleimhautentzündungen bis hin zum Zungenkrebs reichen.

 

Brennt die Zunge schmerzhaft beim Genuss von säurehaltigen Getränken wie Fruchtsäften oder bilden sich auf ihr kleine Geschwüre, die nicht innerhalb von vier bis sechs Wochen abheilen, kann das auf Zungenkrebs hinweisen. "Zungenkrebs geht meistens mit einem teilweisen Funktionsverlust der Zunge einher. Auch nach einer Operation mit Rekonstruktion können die Patienten oft nicht wieder vollständig die Funktionen der Zunge - wie zum Beispiel beim Sprechen, Schlucken und Schmecken - nutzen", sagt der Berliner Chefarzt. Umso wichtiger ist es, die Zunge zu pflegen und bei Veränderungen frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen.

 

Sechs Tipps für die Zungenpflege

  1. Verzichten Sie auf den übermäßigen Genuss von Alkohol!
  2. Verzichten Sie auf das Rauchen!
  3. Verzichten Sie auf Mundpflege mit Mundwasser. Diese trocknen die Mundschleimhaut aus und schaden der Mundflora.
  4. Binden Sie Ihre Zunge in die tägliche Zahnpflege ein (z.B. mit einer speziellen Zahnbürste zur Zungenmassage).
  5. Inspizieren Sie regelmäßig Ihren Mundbereich. Achten Sie besonders auf weißliche Verfärbungen und Belege.
  6. Essen Sie regelmäßig säurehaltige Lebensmittel wie Äpfel und Orangen, um Ihren Speichelfluss anzuregen.
Bild: Karl-Heinz Krauskopf, HELIOS Kliniken

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