Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule: Neuartige Prothese stoppt den Schmerz und bringt bessere Beweglichkeit

Künstliche Bandscheibe zwischen dem 5. und 6. Halswirbel
(Foto: HELIOS Kliniken GmbH)

Ein Bandscheibenvorfall kann jeden treffen. Allein in Deutschland sind jährlich mehr als 240.000 Menschen betroffen. Durch falsche Haltung oder Bewegungen werden die Bandscheiben, die für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgen, unterschiedlich stark belastet. Dadurch entstehen Verschleißerscheinungen, ein Bandscheibenvorfall ist die Folge. Manchmal kann nur ein operativer Eingriff mit dem  Einsatz einer künstlichen Bandscheibe die schlimmen Schmerzen lindern und die Beweglichkeit zwischen den Wirbeln erhalten. Eine neuartige künstliche Bandscheibe setzt Prof. Dr. med. Steffen Rosahl, Chefarzt der Neurochirurgie am HELIOS Klinikum Erfurt, im Bereich der Halswirbelsäule ein.

 

Die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls in diesem Bereich: die Halsbandscheibe liegt direkt vor dem Rückenmark. Beim Vorfall kommt es meist zu akuten Nackenschmerzen. Drückt der Bandscheibenvorfall auf die umliegenden Nerven, breitet der Schmerz sich bis in die Arme aus und kann zum ständigen Begleiter werden. Gefährlich wird es, wenn Lähmungen auftreten: „Je länger der Druck auf die Nerven andauert, desto schlechter sind die Regenerationschancen“, so Prof. Rosahl. „Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen wie  Kribbeln, Taubheitsgefühl und Gleichgewichtsstörungen können beim Patienten dauerhaft bestehen bleiben.“

 

Helfen kann ein operativer Eingriff, z.B. mit dem Einsatz einer künstlichen Bandscheibe. „Diese Bandscheibe soll die Beweglichkeit zwischen den betroffenen Wirbeln erhalten und die Belastungsverteilung in der Halswirbelsäule normalisieren“, erklärt der 45-jährige Mediziner. „Gleichzeitig soll auch der vorzeitige Verschleiß der angrenzende Segmente verhindern werden.“  Prof. Rosahl und sein Team verwenden ein besonderes Implantat, das sich durch seine halbrunde Form sehr gut an die anatomischen Verhältnisse anpasst und den Patienten maximale Bewegungsfreiräume ermöglicht. „Das Implantat passt sich sehr gut an die Wirbelkörper an und sorgt bei unseren Patienten für eine größere  Beweglichkeit der Halswirbelsäule“, sagt Prof. Rosahl, der die neue Bandscheibe im Halswirbelbereich bereits bei 22 Patienten implantiert hat. Weiterer Vorteil dieser Prothese: Sie besteht aus Keramik. Dadurch können sowohl Allergien als auch ein Metallabrieb vermieden werden.

 

Der operative Eingriff erfolgt durch einen kleinen, drei Zentimeter langen Schnitt an der rechten Halsfalte. Durch diese Öffnung wird die zweiteilige Prothese eingeführt. Ein Verrutschen der künstlichen Bandscheibe wird durch kleine Widerhaken, sogenannte Riefen, verhindert, die sich an den Wirbelkörpern verankern. Die Patienten sind schon am OP-Tag wieder mobil und längere sportliche Einschränkungen gibt es nicht. 

 

Info Bandscheiben:

Die 23 Bandscheiben verbinden die Wirbel der Wirbelsäule untereinander. Eine Bandscheibe besteht aus einem festen Faserring, der einen weichen Kern umschließt. Die Bandscheiben dienen als Puffer zwischen den einzelnen knöchernen Wirbeln und verhindern deren Aufeinanderreiben. Durch falsche Haltung oder Bewegungen werden die Bandscheiben unterschiedlich stark belastet. So entstehen Verschleißerscheinungen am festen Faserring der Bandscheibe, ein Bandscheibenvorfall ist die Folge.

 

Einen Bandscheibenvorfall vermeiden:

8 Tipps zur Vorbeugung von Haltungsschäden

  1. Kippen Sie beim Sitzen Ihr Becken möglichst nach vorn und halten Sie den Brustkorb aufrecht.
  2. Üben Sie das aktive Sitzen: Bewegen Sie sich beim Sitzen vor und zurück. Achten Sie dabei auf einen geraden Rücken!
  3. Bücken Sie sich immer mit geradem Rücken!
  4. Ziehen Sie Ihre Schultern nicht hoch.
  5. Klemmen Sie beim Telefonieren nicht den Telefonhörer zwischen Ohr und Schulter!
  6. Wenn Sie einen Gegenstand heben, beugen Sie die Beine und heben Sie mit geradem Rücken.
  7. Achten Sie auch beim Gehen und Stehen auf eine aufrechte Körperhaltung. Strecken Sie Ihre Brust raus.
  8. Stärken Sie Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur durch Sportarten wie Radfahren und Schwimmen.

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