Masern – keine harmlose Kinderkrankheit!

  • Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung mit gefährlichen Komplikationen
  • Aktuell gibt es bundesweit deutlich mehr Masernfälle, so das Robert-Koch-Institut in Berlin
  • Die Masernimpfung kann Leben retten!
Hauptsache gesund: Die Masernimpfung kann Leben retten! (Bild: HELIOS Kliniken GmbH)

Das bekannteste Symptom für Masern: Kleine rote Punkte, verstreut über den ganzen Körper, vom Kopf bis zu den Zehen. Was sich harmlos anhört, ist für die Betroffenen kein Vergnügen: von einer harmlosen Kinderkrankheit kann bei Masern keine Rede sein.

 

Vielmehr handelt es sich um eine hoch ansteckende Virusinfektion - Auslöser ist der Morbillivirus. Dieser wird durch Tröpfchen (z.B. Sprechen oder Niesen) übertragen. Die ersten Symptome treten acht bis zehn Tage nach der Ansteckung auf - Schnupfen, Reizhusten oder leichtes Fieber; sie lassen kaum auf die hoch ansteckende Viruserkrankung schließen. Erst der typische Masernausschlag vier bis sechs Tage später, beginnend mit hellroten Pünktchen, dann Flecken am ganzen Körper, sichert die Diagnose. In diesem Stadium der Krankheit haben die kleinen Patienten meist hohes Fieber, oft eine Bindehautentzündung und fühlen sich sehr schlapp und müde. Vorsicht ist geboten: Bereits in der Phase der untypischen Symptomatik besteht eine extrem hohe Ansteckungsgefahr. Sie dauert bis zu vier oder fünf Tage nach Auftreten des Hautausschlages an. „Fast jede nicht geimpfte Kontaktperson infiziert sich“, so Prof. Tim Niehues, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des HELIOS Klinikums Krefeld.

 

Eine Masern-Therapie gibt es nicht: Ruhe, körperliche Schonung und viel Trinken sind wichtig, grelles Licht sollte vermieden werden. Das Fieber kann z.B. mit fiebersenkenden Mitteln oder alten Hausrezepten wie Wadenwickeln gesenkt werden. Der Großteil der Viruserkrankungen (ca. 85 Prozent) verläuft komplikationslos.

 

„Es besteht aber die Gefahr, dass es zu Komplikationen wie einer bakteriellen Superinfektion und Lungenentzündung kommt“, warnt Prof. Niehues. „Besonders gefürchtet sind die akute Gehirnhautentzündung, die chronische Entzündung und eine sich über Jahre hinziehende Entmarkung des Gehirns. Diese schweren Verlaufsformen enden nicht selten tödlich.“ Eine sofortige Krankenhauseinweisung und kompetente medizinische Versorgung sind beim Auftreten von Komplikationen deshalb erforderlich. Alle Masern-Fälle unterliegen der Meldepflicht beim Gesundheitsamt.

Warum treten Masern immer noch auf? „Aus Sorge vor Impfreaktionen, etwa  allergischen Reaktionen oder Fieber mit möglichen Fieberkrämpfen, wird nicht geimpft. Dabei sind diese Reaktionen eher selten. In den letzten Jahren sind an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich, dort, wo nicht systematisch geimpft wurde, Massenepidemien aufgetreten – und in der Folge sogar Todesfälle, die vermeidbar gewesen wären“, erklärt Prof. Niehues. Auch in diesem Jahr gibt es bundesweit deutlich mehr Masernfälle, so das Robert-Koch-Institut in Berlin. „Mit der Impfung können die schweren, potentiell tödlichen Komplikationen der Masern verhindert werden“, betont Prof. Niehues. „Jeder Arzt, der einmal ein Kind oder einen Erwachsenen mit komplizierten Masern betreut hat, wird die Impfung vehement vertreten!“

 

Der einzige wirksame Schutz:  Masern-Impfung

Bei der Impfung gegen Masern handelt es sich um eine aktive Immunisierung (d.h., es werden abgeschwächte Erreger (Lebendimpfstoff) injiziert). Der Körper selbst bildet durch die Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Viren. Um einen Schutz bis ins Erwachsenenalter sicherzustellen, sind zwei Impfungen notwendig. Die erste Impfung sollte im Alter von 11-14 Monaten, die zweite im Alter von 15-23 Monaten erfolgen.

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