Wenn Blutdruck-Messen Leben rettet: Schnelle Diagnose bei der „Schaufensterkrankheit“

AVK - Diagnose durch Doppler-Messung am Fuss (Bild: HELIOS Kliniken GmbH)

Blutdruck messen tut nicht weh, ist einfach und schnell durchzuführen. Und es kann sogar Leben retten. Etwa bei den knapp fünf Millionen Patienten, die laut Expertenschätzung an einer arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) leiden. Bei dieser Krankheit verengen kalkige Ablagerungen (Plaques) die Schlagadern, so dass die Blutzufuhr erschwert wird. Fatal ist: Meist verspüren die Betroffenen keine Symptome oder ignorieren erste Anzeichen wie Schmerzen in den Beinen. Stattdessen passen sie meist ihr Gehverhalten an, laufen langsamer oder machen mehr Pausen – z.B. bei einem Stadtbummel. So kommt die AVK auch zu ihrer umgangssprachlichen Bezeichnung: „Schaufensterkrankheit“.

 

Dabei ist eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung extrem wichtig: Betroffenen droht nicht nur das Absterben der Extremitäten, sondern auch ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dabei ist eine Früherkennung einfach: Mit dem sogenannten Knöchel-Arm-Doppler-Index (ABI, vom engl. ankle brachial index) kann die Diagnose unkompliziert und rasch gestellt werden. Wie das funktioniert? Einfach durch das Messen des Blutdrucks.

 

Gerade mal zehn  Minuten reichen, um eine arterielle Verschlusskrankheit nachzuweisen – und damit eventuell Leben zu retten. Mit Hilfe des Knöchel-Arm-Index kann man schmerzfrei und risikolos feststellen, ob eine AVK vorliegt. Dazu misst der Arzt beim liegenden Patienten lediglich den Blutdruck an beiden Oberarmen und Unterschenkeln. Aus den jeweils ersten Werten des Blutdrucks wird anschließend der Quotient (Knöchel-Blutdruck/Arm-Blutdruck) gebildet – das ergibt den „Knöchel-Arm-Doppler-Index“.

 

„Der ´Doppler` ist ein Ultraschallverfahren, das die Strömungsgeräusche des Blutes am Fuß hörbar macht“,  erklärt Dr.  Zouheir Chaoui, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Bei gesunden Menschen ist der Blutdruck an beiden Armen und Beinen gleich. Somit liegt der Quotient bei 1. Liegt der Wert unter 1, weist das auf eine arterielle Verschlusskrankheit hin. „Liegt der Wert sogar unter 0,5 spricht man von schweren arteriellen Durchblutungsstörungen. Die Folgen: Das unterversorgte Gewebe kann absterben, es droht der Verlust der Beine“ ergänzt der Mediziner. Auch andere, sogar tödliche  Risiken gibt es: „Je weiter fortgeschritten die AVK, desto häufiger können auch Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten.“

 

Ein pathologischer ABI kann ein Hinweis auf eine fortgeschrittene und verbreitete  Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) sein. Bei Patienten mit einem stark pathologischen ABI-Wert (unter 0,5) ist ein Ultraschall (Duplex) der Halsschlagadern (Carotiden) und ein Kardio-Check von Bedeutung. „Der pathologische ABI kann durchaus als die Spitze eines Eisberges betrachtet werden“, so der Gefäßchirurg.

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