Tuberkulose – die vergessene Krankheit kehrt zurück

Abhören eines Tuberkulose-Patienten (Bild: HELIOS Kliniken GmbH)

Sie ist neben AIDS eine der gefährlichsten Krankheiten – doch während von der Immunschwächekrankheit alle Welt spricht, ist Tuberkulose fast schon vergessen. Die schlimme Folge: Noch immer stecken sich jedes Jahr rund neun Millionen Menschen mit Tuberkulosebakterien an, zwei bis drei Millionen sterben daran. Etwa 70.000 Todesopfer fordert die Krankheit auch in Europa.

 

„Mit zirka 5000 Patienten zählt Deutschland zwar inzwischen zu den Ländern mit einer niedrigen Zahl an Neuerkrankungen, jedoch steigt auch hierzulande das Risiko", so Priv.-Doz. Dr. Torsten Bauer (Chefarzt an der Lungenklinik Heckeshorn im HELIOS Klinikum Emil von Behring) anlässlich des 11. Deutschen Lungentages am 27. September 2008. Denn: Tuberkulose wird durch kleinste Tröpfchen in der Luft übertragen, schon beim angehustet oder angeniest werden besteht eine Ansteckungsgefahr. „Viele Menschen leiden zudem an der so genannten latenten Tuberkulose. Das heißt, sie sind infiziert, haben aber keine Symptome. Deswegen wissen sie meist auch gar nichts von der Infektion – können die Krankheit aber später weitergeben", sagt der Heckeshorner Lungen-Experte, der auch Co-Chair des Europäischen Lungenkongresses vom 4. bis 8. Oktober in Berlin ist.

 

Gefährlich wird es, wenn die Immunabwehr der Betroffenen geschwächt ist. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, das Wachstum der Tuberkulosebakterien einzugrenzen. „Öffnet sich dann der Tuberkuloseherd, gelangen die Tuberkelbakterien auch in den Atem", erklärt der 43-jährige Pneumologe. „In einem solchen Fall sprechen wir von einer offenen Tuberkulose, die dann, im Gegensatz zur latenten Tuberkulose, hoch ansteckend sein kann. Selten, bei schwer kranken Patienten, können die Bakterien auch in die Blutbahn gelangen und auf einen Schlag alle Organe befallen", warnt Dr. Torsten Bauer.

Typische Symptome einer offenen Tuberkulose sind langwieriger Husten (manchmal auch mit blutigem Auswurf), Appetitlosigkeit, Fieber und Gewichtsverlust. Wann und ob eine Tuberkuloseinfektion mit Antibiotika behandelt werden sollte, muss vom Facharzt abgeschätzt werden. Die Therapie bei Tbc dauert in der Regel sechs Monate mit anfangs vier, später zwei Antibiotika, die alle nicht unbedingt nebenwirkungsarm sind.

 

Wann sollten Sie sich auf Tuberkulose testen lassen?

  • Wenn Sie viel Zeit und Nähe mit einer an Tuberkulose erkrankten Person verbracht haben
  • Wenn Sie aus einer Region stammen (oder auch in einer Region Urlaub gemacht haben), in dem Tbc noch ein häufiges Krankheitsbild ist (z.B. Asien, Afrika)
  • Wenn Sie HIV-infiziert sind.
  • Wenn Sie unter Symptomen wie lang andauerndem (über 3 Wochen) Husten, Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust leiden (und keine andere Ursache diagnostiziert wurde)

 

So wird Tuberkulose diagnostiziert

Tuberkulose wird mit Hilfe des Tuberkulin-Tests diagnostiziert. Dazu wird eine kleine Menge Flüssigkeit – sogenanntes Tuberkulin – unter die Unterarmhaut gespritzt. Da die Haut auf das Tuberkulin reagiert, bilden sich Quaddeln. Werden diese Quaddeln jedoch innerhalb der folgenden 72 Stunden hart und dick (mindestens fünf Millimeter) und ist die Einstichstelle entzündet, spricht man von einer positiven Reaktion.

Bilder zum Download

Bild: HELIOS Kliniken GmbH

Download
(jpg, 300 dpi, 1,09 MB)

Ihre Ansprechpartnerin

Natalie Erdmann
Unternehmenskommunikation
Regionalleiterin Mitte-Nord

Telefon: (030) 521 321-525
E-Mail



Über uns