Licht ins Dunkel bringen: Neues Verfahren zur Diagnose bei Endometriose

Der Endometriose auf der Spur: Eine neue Diagnosetechnik erhöht die Erkennungsrate der tü-ckischen Erkrankung um 50 Prozent und bedeutet einen erheblicher Fortschritt für die Therapie
(Bild: HELIOS Kliniken GmbH)

Eine neue Untersuchungsmethode mit violettem Licht ermöglicht eine präzise Diagnose und eine effektive Therapie der Uteruserkrankung

 

Viele Frauen kennen die Beschwerden: Chronische Unterbauchschmerzen vor und während der Menstruation. Manchmal sind sie so unerträglich, dass der Alltag zur Qual wird und auch das sexuelle Zusammenleben mit dem Partner keinen Spaß mehr macht. Nicht immer liegt den Beschwerden ein ernsthafter medizinischer Befund zugrunde. In manchen Fällen aber steckt dahinter eine noch wenig erforschte Krankheit - die Endometriose.

 

Unregelmäßige Regelblutungen oder sogar Kinderlosigkeit können die Folge dieser Krankheit sein. Denn eine chronische Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, die bis in den Bauchraum vordringt und während der Menstruation besonders schmerzhaft ist, verhindert eine Schwangerschaft. In Deutschland sind etwa 2 Millionen Frauen von Endometriose betroffen. Man geht allerdings davon aus, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist. Zwischen sieben und 15 Prozent aller Frauen sind weltweit von der Krankheit betroffen.

 

Grundlage einer guten, wirksamen Therapie ist eine möglichst genaue und umfassende Diagnostik. Prof. Dr. Michael Friedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am HELIOS Klinikum Krefeld, und sein Team können mit einer neuen Untersuchungsmethode, der Diagnostischen Autofluoreszenz-Endoskopie (DAFE), weit präziser als bisher feststellen, ob eine Patientin an der tückischen Krankheit leidet und wie weit sie sich im Uterus der Frau bereits ausgebreitet hat. Herkömmlich wird bei Verdacht auf Endometriose eine Bauchspiegelung durchgeführt und der Bauchraum mit normalem, gelbem Licht ausgeleuchtet. Das geschulte Auge erkennt auf diese Weise große Endometrioseherde, die anschließend operativ entfernt werden. Erst mit dem DAFE-System können aber die gesamte Ausdehnung der Krankheit und sogar kleinste Krankheitsherde sichtbar gemacht werden, die mit normalem Licht nicht erkennbar sind. Das Gewebe wird mit blauviolettem Licht bestrahlt. Der Trick: Das krankhaft veränderte Gewebe „strahlt zurück“ und verrät durch rötliches Leuchten (Auto-fluoreszenz) seine Lage im Uterus. Dieses Gewebe wird dann operativ entfernt.

 

"Die Erkennungsrate von Endometriose steigt durch diese Methode um 50 Prozent. Das bedeutet einen großen Fortschritt für der Therapie dieser Krankheit", so Prof. Friedrich. Viele Patientinnen im HELIOS Klinikum Krefeld haben bereits von der neuen Untersuchungsmethode profitiert. Denn nun können noch mehr, noch kleinere Krankheitsherde aufgespürt werden, die Chancen der Patientinnen für eine problemlose Schwangerschaft steigen, der Fötus hat genügend Platz, sich einzunisten und kann sich damit gesund entwickeln.

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