Was tun bei Myomen?

Häufiges Leiden bedarf eine individuellen Diagnostik

Südkreis. Die Diagnose "Myom" wird meist bei einer Routineuntersuchung etwa im Rahmen der Krebsfrüherkennung gestellt. Meistens machen Myome nämlich keine Beschwerden.

Myome sind gutartige Muskelfaserknoten in der Gebärmutter, die durch den Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) wachsen und extreme Größen ereichen können. Nach den Wechseljahren kommt das Wachstum zu Stillstand, vielfach bilden sich die Myome zurück.

Myome sind häufig, etwa 40% aller Frauen haben Myome und viele wissen es wahrscheinlich gar nicht. Myome kommen familiär gehäuft vor, das heißt dass nicht selten auch bei der Mutter, Großmutter oder der Schwester Myome festgestellt wurden.

Wann sind Myome behandlungsbedürftig? Dazu ist die Lokalisation des oder der Myome wichtig. Die meisten Myome sitzen mitten in der Muskelwand der Gebärmutter und können neben einem Druck- oder Völlegefühl aufgrund der Vergrößerung der Gebärmutter auch verlängerte und /oder verstärkte Regelblutungen auslösen. Diese Blutungen dauern teilweise 7 Tage und länger mit einer starken Beeinträchtigung des Befindens und können in extremen Fällen zur, Blutarmut führen. Des weiteren finden sich Mynome auch wie aufgepfropft an der Außenseite der Gebärmutter. Diese Myome führen gelegentlich zur einem Fremdkörpergefühl im Unterbauch und können sich sehr selten auch um ihren schmalen Stiel drehen, sind sonst aber eher unproblematisch. Eine weitere Gruppe von Myomen findet sich unter der Gebärmutterschleimhaut und wölbt sich in die Gebärmutterhöhle vor. Hier sind ausgeprägte Blutungsstörungen zu erwarten. Vor allem die intramuralen und die subserösen Myome können eine Schwangerschaft erschweren. Einerseits weil sie die Einnistung der befruchteten Eizelle stören können- die Gebärmutterschleimhaut über Myomen ist nämlich nur minderwertig ausgebildet-, andererseits weil das Heranwachsen einer Schwangerschaft durch die mitwachsenden Myome rein mechanisch beeinträchtigt sein kann, vorzeitige Wehen oder eine Frühgeburt können die Folge sein.

Was also tun? In der Regel, insbesondere, wenn die Myome keine Beschwerden machen, nichts! Ein regelmäßige Überwachung mittels Ultraschall durch die Frauenärztin/den Frauenarzt ist aber unumgänglich, da es bösartige Tumoren der Gebärmuttermuskulatur (Leiomyosarkome) gibt, die ähnlich aussehen, aber viel schneller wachsen. Ein schnell wachsendes Myom sollte entfernt werden.

Auch wenn starke Beschwerden durch extreme Blutungen bestehen oder die Gebärmutter massive Größe angenommen hat, sollten die Myome entfernt werden. Eine hormonelle Zherapie führt zwar häufig zu einer Verkleinerung der Myome, greift aber stark in den Hormonhaushalt ein und vielfach wird nach Absetzen der Therapie ein erneutes Myomwachstum registriert. Bei Frauen mit Kinderwunsch ist eine sehr sorgfältige Ultraschalldiagnostik bezüglich der Lage der Myome erforderlich, größere Myome und submucöse Myome sollten vor einer geplanten Schwangerschaft entfernt werden. Myome können per Bauchspiegelung oder per Gebärmutterspiegelung entfernt werden, hierfür kommen vor allem die subserösen Myome (Bauchspiegelung) und die submucösen Myome (Gebärmutterspiegelung) in Frage.

Große Myome können mittels eines kleinen Bauchschnittes entfernt werden. Ist die gesamte Gebärmutter von Myomen durchsetzt, wird in der Regel zur vollständigen Entfernung der Gebärmutter geraten. Das geschieht entweder von der Scheide aus oder bei sehr großen, unbeweglichen Befunden mittels Bauchschnitt. Es ist auch möglich eine zunächst nicht vaginal zu entfernende Gebärmutter mit Hilfe einer Bauchspiegelung so vorzubereiten, dass ein Bauchschnitt vermieden werden kann.

Es handelt sich also um eine häufige und dennoch sehr individuelle Veränderung der Gebärmutter, die einer sorgfältigen Diagnostik und einer individuellen Beratung bedarf, denn es gilt neben dem objektiven Befund auch immer die subjektiven Beschwerden und die individuellen Vorstellungen der einzelnen Frau zu berücksichtigen. Ihre Frauenärztin /Ihr Frauenarzt berät Sie gern!

Dr. med. Andreas Leven
Chefarzt Frauenklinik im Helios-Klinikum

<comment></comment>




Über uns