Per Video zur richtigen Therapie bei Schlaganfall

Privatdozent (PD) Dr. Hans Worthmann, Oberarzt an der MHH-Klinik für Neurologie und Koordinator des Teleneurologie Netzwerks während eines Telekonsils mit Tobias Steiniger, Oberarzt der Notaufnahme im HELIOS Klinikum Hildesheim. Quelle: „MHH/Kaiser“

  • HELIOS Klinikum Hildesheim stellt 24-Stunden Versorgung bei Schlaganfällen durch Kooperation mit dem MHH-Teleneurologie Netzwerk sicher

  • Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober 2016

Hildesheim, 26. Oktober 2016 – Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Binnen 60 Sekunden können bis zu 1,9 Millionen Nervenzellen zugrunde gehen, wenn das Gehirn wegen eines verschlossenen Gefäßes nicht richtig durchblutet wird. Je schneller ein Schlaganfallpatient medizinisch versorgt wird, umso größer ist die Chance, dass keine schwerwiegende Behinderung zurückbleibt. Um Patienten mit Schlaganfällen noch besser zu versorgen, ist das HELIOS Klinikum Hildesheim jetzt Partner im Teleneurologie Netzwerk der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Durch die Vernetzung per Videokommunikation zu den Neurologen der MHH stellen die Hildesheimer Mediziner die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten und anderen neurologischen Notfällen an allen Wochentagen rund um die Uhr sicher.

 

Leben retten durch teleneurologische Kooperation beim Schlaganfall
Regulär werden neurologische Patienten am HELIOS Klinikum Hildesheim von zwei Oberärztinnen der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin versorgt. Die beiden Fachärztinnen für Neurologie, Dr. Irmgard Nolte-Schlegel und Dr. Elisabeth Reinsberg, betreuen Patienten mit Schlaganfall im interdisziplinären Schwerpunkt Neurologie in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr in der Interdisziplinären Notaufnahme, versorgen sie auf der Schlaganfalleinheit und machen an den Wochenenden die Visiten. Die Teleneurologie wird also vor allem für die Zeit von 16.00 bis 8.00 Uhr sowie an den Wochenenden genutzt, sie bietet darüber hinaus jedoch jederzeit die Möglichkeiten zur Fallbesprechung bei speziellen Fragestellungen.

 

Und so funktioniert das Netzwerk: Sind die beiden neurologischen Fachärztinnen nicht im Haus, können sich die Kollegen aus der Notaufnahme bei Verdacht auf Schlaganfall über Videoschaltung zu jeder Tages- und Nachtzeit per Videokommunikation mit den Kollegen der MHH-Klinik für Neurologie in Hannover in Verbindung setzen  und gemeinsam Behandlungskonzepte für Schlaganfall-Patienten bis hin zur Thrombolyse (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels im Gehirn) besprechen und einleiten. Dabei ist es auch möglich, die Computertomographie oder MRT-Bilder des Patienten zu begutachten. Die Untersuchung des Patienten erfolgt also „online“ mit den Kollegen vor Ort und den Ärzten der Stroke Unit an der MHH Hannover.

 

„Durch die Zusammenarbeit innerhalb des Teleneurologie Netzwerkes verbessert sich die Versorgung unserer Patienten mit Schlaganfall deutlich. Die Patienten verlieren keine wertvolle Zeit durch einen langen Krankentransport oder Unsicherheiten in der Einleitung der Behandlung, da  sich die behandelnden Ärzte zu jeder Zeit mit den Experten an der MHH abstimmen können“, so Prof. Dr. Jürgen Tebbenjohanns, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am HELIOS Klinikum Hildesheim.

 

Schlaganfall dritthäufigste Todesursache in Deutschland
270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall, in Niedersachsen waren in 2014 fast 25.000 Menschen betroffen. Somit ist er die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. In den meisten Fällen entsteht er, weil sich ein Blutgefäß im Gehirn verschließt, beispielsweise durch ein verschlepptes Blutgerinnsel oder aufgrund einer Gefäßverkalkung, auch Arteriosklerose genannt. Bestimmte Hirnbereiche werden nicht mehr genügend durchblutet. Die Nervenzellen im Gehirn werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und beginnen innerhalb weniger Minuten abzusterben. Bleibende Schäden wie Probleme beim Sprechen, Lähmungen von Gliedmaßen oder Sehstörungen drohen. Um die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs so schnell wie möglich wiederherzustellen, wird häufig die sogenannte systemische Thrombolyse durchgeführt, bei der ein Blutgerinnsel-auflösendes Mittel über die Vene verabreicht wird. Die Therapie soll innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfallsymptome erfolgen. Die Patienten werden am HELIOS Klinikum Hildesheim auf der Schlaganfalleinheit der Intensivstation überwacht. Bei jedem Patienten wird die individuelle Ursache des Schlaganfalls geklärt, sodass gezielt weiteren Schlaganfällen vorgebeugt und umgehend rehabilitative Maßnahmen eingeleitet werden können.

 

„Um Schlaganfälle zu versorgen, arbeiten wir im HELIOS Klinikum Hildesheim mit den Neurologen, Radiologen, Kardiologen sowie Gefäß- und Neurochirurgen bei der Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls eng zusammen. Das Teleneurologie Netzwerk unterstützt uns dabei in der Akutbehandlung des Schlaganfalls. Der jederzeit mögliche fachliche Austausch stellt für Patienten und Ärzte einen großen Gewinn dar“, stellt Dr. Elisabeth Reinsberg, Oberärztin und Leiterin des interdisziplinären Schwerpunkts Neurologie in der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin in Hildesheim fest.

 

Hintergrundinformationen
Ein Schlaganfall ist Folge einer Funktionsstörung des Gehirns. Die Ursache  kann eine Mangeldurchblutung (Ischämie) sein, weil ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verschlossen ist oder eine Blutung ins Gehirn durch den plötzlichen Riss eines Blutgefäßes. Warnsymptome sind dabei plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörung einer Körperseite, plötzlich auftretende, ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen oder Sehstörungen zu einer Seite oder Doppelbilder sowie plötzliche Sprachstörungen oder Schwindel mit Gangunsicherheit. Meistens sind Menschen mit hohem Lebensalter betroffen, aber auch bei jüngeren Menschen bestehen Risiken wie hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfettwerte, Nikotin, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Durch eine gezielte Vorsorge und eine gesunde Lebensweise könnten viele Schlaganfälle verhindert werden.

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


Pressekontakt:
Mandy Sasse
Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon (05121) 894-1380,
Email mandy.sasse@helios-kliniken.de

 

 




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