Zecken: Wie entfernt man sie richtig?

Zecke unter dem Auflichtmikroskop. BU2: Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am HELIOS Klinikum Hildesheim, mit Mikroskop

Das schöne Wetter und die Sonne locken derzeit nicht nur die Menschen ins Freie, sondern auch die Zecken. Von April bis Juni haben diese Hochsaison. Um das Entfernen der Zecken ranken sich immer noch zahlreiche Mythen. Hautexperte Prof. Dr. Michael Tronnier vom HELIOS Klinikum Hildesheim erklärt, wie man es richtig macht.


Hildesheim, 27. Juni 2017 –Derzeit lauern sie überall: Zecken. Mit ihren Mundwerkzeugen ritzen sie die Haut ihrer Opfer auf und schlürfen über Tage Blut aus dem verletzten Gewebe. Die Minivampire beißen also nicht, wie oft angenommen wird, sie stechen. Die meisten Menschen bemerken die Verletzung nicht, denn die Zecke betäubt die Stelle mit ihrem Speichel. Dieser enthält außerdem Stoffe, die das Blut am Gerinnen hindern und eine Entzündung unterdrücken. Gefährlich sind Zecken aber vor allem, weil sie über den Speichel Viren und Bakterien übertragen können. Hat man eine Zecke entdeckt, sollte man sie zeitnah entfernen. Welche Technik dafür am besten geeignet ist und was man dabei beachten sollte, erklärt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am HELIOS Klinikum Hildesheim.


Mythos 1: Zecken entfernt man mit einer Drehbewegung


Früher beträufelte man Zecken mit Öl, Nagellackentferner oder Kleber, um sie zu töten und sie dann mit einer Drehbewegung zu entfernen. „Das sollte man heutzutage nicht mehr tun“, erklärt Prof. Tronnier. „Durch das Herausdrehen wird der Speichelfluss des Spinnentiers anregt. Die Tiere könnten sich in die Einstichstelle übergeben und so erst recht Bakterien und Viren übertragen. Also lieber mit etwas Fingerspitzengefühl dicht über der Haut packen, möglichst gerade herauszuziehen und vollständig entfernen“, rät der Experte.
Am besten eignen sich dazu sogenannte Zeckenpinzetten, -zangen oder auch Zeckenkarten. Diese bekommt man zum Beispiel in der Apotheke. „Wenn man die Anatomie der Zecke beachtet, ergibt gerades Herausziehen auch Sinn. Denn statt einem Gewinde haben die Mundwerkzeuge der Zecke Widerhaken. Zecken „schrauben“ sich also nicht in die Haut, sie verankern sich mit Hilfe der Widerhaken und setzen sich dann fest“, so Prof. Tronnier. Um diese zu lösen, kann es helfen, die Haut beim Herausziehen mit den Fingern leicht anzuspannen. Anschließend sollte man die Stelle desinfizieren.


Mythos 2: Bleibt der Kopf stecken, entzündet sich die Einstichstelle


Die Angst, dass der Kopf der Zecke stecken bleibt und dadurch Erreger in die Wunde gelangen, ist unbegründet. „Zecken haben keinen Kopf. Was
gelegentlich stecken bleibt, sind die Mundwerkzeuge. Das ist aber in der Regel unproblematisch. Diese Fremdkörper stößt der Körper ähnlich wie einen Holzsplitter nach einer gewissen Zeit von selbst ab. Erst wenn sich die Stelle entzündet, sich ein roter Ring bildet oder grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen auftreten, sollte man zum Arzt zu gehen.


Mythos 3: Zecken übertragen Infektionen


Zeckenstiche sind im Normalfall harmlos. In bestimmten Fällen sollte man jedoch aufpassen, denn Zecken können Krankheiten wie Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. FSME tritt aber vor allem im Süden Deutschlands auf. Die Übertragung einer Borreliose erfolgt in der Regel erst etwa 24 Stunden oder später nach dem Stich und natürlich nur dann, wenn die Zecke die Erreger auch in sich trägt. Wer sich also morgens und abends am Körper gründlich nach Zecken absucht und die Zecke schnellstmöglich entfernt, ist somit auf der sicheren Seite.
Hintergrundinformation


Laut Robert Koch-Institut (RKI) tritt in Deutschland im Schnitt bei fünf von hundert Menschen nach einem Zeckenbiss eine Infektion auf. Seltener können Zecken uns Menschen auch mit Viren infizieren, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Gegen diese kann man sich vorbeugend impfen lassen. Die Erreger sind vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und im südöstlichen Thüringen verbreitet. In 2017gab es bislang 28 Fälle.

 


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