Krankenhaus West: Führung durch die „Stadt im Grünen“

Blick vom ehemaligen Wasserturm auf das Gelände Krankenhaus West.

Gartenhistorikerin Dr. Angela Pfennig bietet im Rahmen der Reihe „Kunst, Kultur, Krankenhaus“ am 27. Juli 2017 um 18.30 Uhr eine kostenlose Führung durch die Gartenräume am Krankenhaus West an. Die ehemalige Provinzialheilanstalt war Anfang des 20. Jahrhunderts als autarke Stadt im Grünen angelegt. Dr. Pfennig gibt Auskunft über das Konzept und die geschichtliche Entwicklung. Treffpunkt ist das Rondell am Krankenhaus West.

 

Der 36. Provinziallandtag entschied sich 1909, in Stralsund eine weitere große Heil- und Pflegeanstalt für die Provinz Pommern zu bauen. Das Grundstück an der Rostocker Chaussee entsprach mit seiner isolierten Lage außerhalb und dennoch nahe der Stadt, seinem kulturfähigen Boden und guten Baugrund, der sauberen Luft und dem nutzbaren Trinkwasser allen Anforderungen für die Errichtung einer Heilanstalt in jener Zeit.

 

Nach den zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewährten medizinischen, architektonischen und landschaftsgärtnerischen Vorstellungen konzipierte Sanitätsrat Dr. Wilhelm Horstmann 1912 die Stralsunder Heilanstalt im Pavillonstil. Das Grundrissschema erinnert an barocke Schloss- und Stadtanlagen.  Mit all ihren Gartenräumen entstand eine bemerkenswert eigenwillige Grundkonzeption einer Heilanstalt, die alle Elemente einer autarken Stadt im Grünen aufweist: Erschließungsstraßen, öffentliche Schmuckplätze, Promenade, Parkanlage, Friedhof, Wohnhäuser im Charakter einer Villenkolonie, öffentliche Gebäude einer Stadt wie das Verwaltungshaus, das Versammlungshaus und die Kirche sowie die notwendigen Betriebsgebäude.

 

Im Gegensatz zu früheren Behandlungsmethoden Geisteskranker gewann die Arbeit in der Heilanstalt eine zentrale therapeutische Bedeutung. Die Kranken wurden nicht nur mit Gartenarbeiten auf dem Anstaltsgelände beschäftigt, sie fanden auch in der Gärtnerei, auf der 90 ha umfassenden Nutzfläche des landwirtschaftlichen Betriebes, in den Ställen des eigens dafür angelegten Wirtschaftshofes sowie in den verschiedenen Werkstätten sinnvolle Tätigkeiten.

 

Ende der 1930er Jahre begann mit der systematischen Vernichtung der Patienten durch die Nationalsozialisten das düsterste Kapitel in der Geschichte der Heilanstalt. Verschiedene Mahnmale auf dem Gelände des heutigen Hanseklinikums gedenken den Opfern und geben ihnen einen Teil ihrer Würde zurück und versuchen, das ihnen geschehene Unrecht anzuerkennen.

 

Vita Dr. Pfennig

Dr. Pfennig wurde 1959 in Dessau geboren. Die Diplomingenieurin studierte an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar und arbeitete anschließend in Neubrandenburg als Stadtplanerin. Seit 1994 ist sie Sachbearbeiterin für Gartendenkmalpflege bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund und seit 2003 als freiberufliche Gartenhistorikerin tätig. Dr. Pfennig ist Gründerin der Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur.

 

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In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit".

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Pressekontakt:

Mathias Bonatz

Unternehmenskommunikation und Marketing

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