Eine neue Hüfte aus dem 3D-Drucker

Freut sich endlich mit Ihren Sohn richtig zu toben: Antzelina Kesidi mit Chefarzt Prof. Dr. Burkhard Wippermann

Einmalig in Hildesheim und Hannover: Orthopäden des HELIOS Klinikum Hildesheim verhelfen Patientin mit passgenauer Hüftprothese aus dem 3D-Drucker zu mehr Bewegungsfreiheit ohne Schmerzen.


Hildesheim, 6. April 2017 – Fast ihr ganzes Leben konnte Antzelina Kesidi aus Zypern sich nur unter Schmerzen bewegen. Der Grund dafür war eine angeborene Fehlbildung ihrer Hüften. Deshalb bekam sie bereits mit 24 Jahren die erste beidseitige Hüftprothese in Russland eingesetzt. Doch weder diese, noch eine folgende Operation acht Jahre später in Griechenland, brachten Besserung. Hilfe bekam sie jetzt im HELIOS Klinikum Hildesheim, 16 Jahre nach der ersten OP. Möglich machte das ein neuartiges Verfahren, das erstmalig im Raum Hildesheim und Hannover eingesetzt wurde: Mit einem medizinischen 3D-Drucker ließen die Orthopäden des Klinikums für die 40-jährige Mutter ein für sie individuell angepasstes Implantat anfertigen - maßgeschneidert auf ihre Hüfte.


„Ich bin wirklich beeindruckt, wie perfekt das passt“, sagt Prof. Dr. Burkhard Wippermann, Chefarzt der Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie des HELIOS Klinikum Hildesheim, über das Hüftimplantat, das er Antzelina Kesidi in einer dreistündigen Operation eingesetzt hat. Mit nur 40 Jahren war es bereits ihre dritte Hüft-OP. Dieses Mal jedoch mit positivem Ausgang: „Als ich nach Hildesheim kam, konnte ich nur unter Schmerzen an Gehhilfen laufen. Jetzt bin ich das erste Mal nach einer Operation schmerzfrei. Es hat sich gleich richtig angefühlt“, erzählt sie. Der Grund dafür ist ein extra für sie angefertigtes Implantat ihrer Hüfte aus dem 3D-Drucker.


Maßgeschneidert: Hüft-Implantat perfekt auf den Körper zugeschnitten


Die Zypriotin kam mit einer angeborenen Hüftdysplasie zur Welt. Das heißt, ihr Hüftknochen hat sich in der Kindheit nicht richtig verknöchert. Zudem war ein Bein fünf Zentimeter kürzer als das andere. Die ersten beiden Operationen in Russland und Griechenland hinterließen eine schlechte Knochensituation, deshalb konnte kein herkömmliches Implantat verwendet werden. So wandte sich Prof. Wippermann für seine Patientin Antzelina Kesidi erstmalig an eine belgische Firma, die patientenindividuelle Implantate im 3D-Druckverfahren herstellt. Bei diesem Verfahren werden dreidimensionale Gegenstände in einem Drucker schichtweise aufgebaut. Der Aufbau erfolgt computergesteuert aus einem oder mehreren flüssigen oder festen Werkstoffen. Die spezifisch gefertigten Implantate sind eine lebensechte Nachbildung und haben den Vorteil, dass sie perfekt zum Körper passen, beim Einbauen weniger Knochen weggenommen werden muss und das Gewebe nach dem Einsatz wieder gut einwachsen kann.

 

Schicht für Schicht zur passgenauen Hüftprothese


Auf Grundlage von Aufnahmen einer Computertomografie (CT) wurde mit einer speziellen Lasertechnik eine perfekte Nachbildung des Beckens der Patientin aus Kunststoff erstellt: In einer Kiste mit Titanlegierungssand schmilzt ein Laserstrahl Schicht für Schicht genau die Sandkörner, die für das Implantat nötig sind. Anschließend wird die Prothese sorgfältig von Hand nachgearbeitet, damit auch kleinste Unebenheiten entfernt sind. Mit diesem Kunststoffmodell konnte die passgenaue Titan-Prothese angefertigt werden. Alles am 3D-Drucker. Um die passenden Stellen zum Befestigen des Implantats zu finden, wurde die Knochendichte des Beckens digital vermessen. „Das waren optimale Voraussetzungen. Besser geht’s nicht“, bestätigt Chefarzt Wippermann.


Das Ergebnis spricht für sich. Antzelina Kesidi, die dank einer Kooperation des HELIOS Klinikum Hildesheim mit dem zypriotischen Gesundheitsministerium nach Deutschland kam, blickt nun einer schmerzfreien Zukunft entgegen: „Ich bin Prof. Wippermann und seinem Team unendlich dankbar. Ich freue mich riesig darauf, endlich richtig mit meinem 10-jährigen Sohn toben zu können.“ Das Verfahren wird bisher von Krankenkassen nur in Einzelfällen übernommen.


In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten.

Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.


HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.


Pressekontakt:
Mandy Sasse
Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon (05121) 894-1380
Email mandy.sasse@helios-kliniken.de




Über uns