Hygiene transparent

Hygiene im Test - Keimnachweis in der Petrischale

Berlin, 21.11.2016

  • HELIOS veröffentlicht erneut Hygienedaten zur Keimbelastung in seinen Akutkliniken
  • Grafiken zeigen, wie häufig Patienten während ihres Klinikaufenthaltes multiresistente Keime wie MRSA erworben haben


Ab sofort ist im „HygieneEinBlick“ des HELIOS Hygiene-Portals online nachzulesen, wie häufig die wichtigsten multiresistenten Keime in den Akutkliniken von HELIOS vorgekommen sind (www.helios-kliniken.de/hygiene). In einer grafischen Darstellung wird die Entwicklung der Keimbelastung über die letzten Jahre hinweg bis Mitte 2016 abgebildet. Multiresistente Keime können für abwehrgeschwächte Patienten eine ernsthafte Gefahr darstellen, weil sie resistent - also unempfindlich gegen die meisten Antibiotika - und deshalb nur schwer zu bekämpfen sind.

Nach der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist jedes Krankenhaus seit 2012 dazu verpflichtet, die häufigsten infektionsrelevanten Erreger zu erfassen, zu dokumentieren und zu bewerten. Diese Daten werden zum Beispiel durch sogenannte Screenings erhoben: Patienten aus bestimmten Risikogruppen, die durch das Robert Koch-Institut Berlin (RKI) festgelegt wurden, werden bei ihrer Aufnahme auf eine Vielzahl von Erregern getestet. HELIOS stellt schon seit 2012 als einzige Klinikgruppe in Deutschland die Zahlen zur Keimbelastung in seinen Kliniken in einem eigenen Hygiene-Portal für alle einsehbar online. Zudem analysiert HELIOS seit der Änderung des IfSG für jede einzelne Klinik den Antibiotikaverbrauch im Zusammenhang mit Resistenzentwicklungen der Bakterien.

Zur besseren Verständlichkeit und Übersichtlichkeit hat HELIOS die Darstellung der Hygienedaten 2016 grundlegend überarbeitet: Für jede Klinik sind die drei wichtigsten Keim-Gruppen MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin resistente Enterokokken) und MRGN (Multiresistente gramnegative Erreger) in Grafiken abgebildet. Hier lässt sich zum einen nachvollziehen, wie viele Patienten den Keim in die Klinik mitgebracht haben, also bereits bei ihrer Aufnahme positiv auf den Keim getestet wurden. Zum anderen ist sichtbar, wie viele Patienten den Keim während ihres Klinikaufenthaltes (nosokomial) erworben haben. Auch die Entwicklung beider Parameter über die Jahre hinweg lässt sich so gut erkennen.

Die Zahl der nosokomialen MRSA-Fälle ist bei HELIOS in den letzten drei Jahren seit 2013 leicht zurückgegangen. Die in die Kliniken mitgebrachten MRSA-Fälle lagen 2015 um das 14-fache höher als die in den Kliniken erworbenen Fälle. „Insgesamt gelingt es uns gut, trotz der sehr hohen Zahl mitgebrachter MRSA-Fälle, die nosokomialen Fälle in unseren Kliniken weiter zu reduzieren“, so der beratende Krankenhaushygieniker der HELIOS Kliniken Gruppe, Professor Dr. med. Henning Rüden. „Dennoch: So viele nosokomiale Fälle wie möglich sollten durch gutes Hygienemanagement vermieden werden. Dazu gehört auch ein sinnvolles Verordnungsverhalten von Antibiotika. Auch bei uns gibt es Kliniken, die besser werden müssen. Das zeigen die Zahlen einzelner Häuser anschaulich“, so Rüden weiter.
 
Bei den VRE-Fällen zeigt sich zwischen 2014 und 2016 (erstes Halbjahr) ein  Anstieg sowohl der mitgebrachten als auch der nosokomialen Fälle. „Hier müssen wir noch genauer hinsehen und daran arbeiten, diesen Anstieg aufzuhalten und zu reduzieren“, betonte Rüden. „Deshalb testen wir seit Anfang 2016 auf unseren Stationen mit gehäuftem Auftreten von VRE-Fällen alle neu aufgenommenen Patienten auf diesen Keim.“

Bei den sogenannten MRGN zeigen die Daten zwischen 2013 und 2016 bei den mitgebrachten Fällen einen Anstieg. Im gleichen Zeitraum wurden in den HELIOS Kliniken weniger nosokomiale und damit im Krankenhaus erworbene Fälle registriert.

„Mit der Veröffentlichung unserer Hygienezahlen berichten wir, wie häufig die wichtigsten multiresistenten Keime in unseren Kliniken vorkommen. Diese transparente Darstellung der Hygienedaten ist aus unserer Sicht nötig, um den Hygienestatus für jedes Krankenhaus richtig einschätzen zu können. Vor allem aber wird für uns noch besser ablesbar, ob unsere Hygienemaßnahmen greifen oder nicht“, sagt Prof. Dr. Ralf Kuhlen, HELIOS Geschäftsführer Medizin, anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Hygienedaten. „Dies ist ein wichtiger Bestandteil unseres Hygienemanagements. Um den Blick auf den engen Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinsatz und multiresistenten Keimen zu schärfen und einen reflektierten, kritischen Umgang mit Antibiotika zu schulen, bilden wir zudem 2016 bei HELIOS alle Mitarbeiter zum richtigen Einsatz von Antibiotika fort.“


Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


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Constanze von der Schulenburg
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Bildunterschrift: Hygiene im Test - Keimnachweis in der Petrischale



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