HELIOS Klinikum Krefeld

Wichtige Krankheitsbilder auf einen Blick

Psychische Erkrankungen

 

Es gibt viele Ansätze zur Beschreibung eines Zustandes, der gemeinhin als psychisch krank bezeichnet wird: Vor allem sind es Abweichungen vom normalen Erleben und Verhalten, die die persönliche Lebensqualität des Betroffenen nachhaltig beeinflussen.

Psychische Veränderungen, die durch körperliche Krankheiten oder innerseelische Vorgänge entstehen und die man als krankhaft ansehen kann, sind besser mit dem Begriff "Störung" zu beschreiben. Das ist zwar eine unscharfe Bezeichnung, sie fasst aber einen klinisch erkennbaren Komplex von Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten unter einer Bezeichnung zusammen, die einen klaren Hinweis auf die mögliche Behandlungsrichtung geben kann.

Im Rahmen dieses Störungsbegriffes kann eine medizinische Diagnose für jede Erkrankung gestellt werden, z. B. manisch depressive Erkrankung oder Schizophrenie. Jede dieser Erkrankungen kann in verschiedenen Schweregraden und/oder Ausprägungen auftreten. Erfahrungsgemäß gibt es bei den entsprechenden Krankheiten einer Störungsgruppe oftmals verschiedene Verläufe. Eine Schizophrenie kann einerseits als einmalige Episode in Erscheinung treten, andererseits aber auch in ein lang anhaltendes mehrjähriges chronisches Geschehen übergehen. Die jeweilige Entwicklung kann man in bestimmten Fällen und bei bestimmten Erkrankungen nicht immer vorhersagen.

Grundsätzlich ist es wichtig, unabhängig von der Erkrankungsform, gemeinsam mit Ärzten, Psychologen, medizinischem Personal, Sozialarbeitern und Angehörigen in eine Behandlungspartnerschaft zu treten und gemeinsam an der Bewältigung der Erkrankung und ihrer Folgen für das persönliche Leben und Umfeld zu wirken. Die Erfahrungen und die Hilfe vieler anderer erleichtern es Betroffenen und ihren Angehörigen oftmals bedeutend, mit den Problemen einer psychischen Erkrankung umzugehen und diese zu bewältigen.

 

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Wenn Zappelphilipp und Träumerle in die Klinik müssen: Möglichkeiten der stationären ADS/ADHS-diagnostik und -therapie bei HELIOS

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADS/ADHS) zählen zu den häufigsten Gründen für eine stationäre oder tagesklinische Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die HELIOS-Kliniken bieten mehrdimensionale, integrierte Behandlungskonzepte, welche das Individuum, die Entwicklung und die Störung berücksichtigen. Multiprofessionelle Teams, bestehend aus Ärzten, Psychologen, Pädagogen, Komplementärtherapeuten, Sozialarbeitern, Lehrern und Pflegeteam, wirken entsprechend den Vorgaben einer therapeutischen Gemeinschaft eng zusammen und kooperieren mit den Patienten und ihren Bezugspersonen. Dies ermöglicht eine intensive und koordinierte Arbeit an mehreren Ansatzpunkten.

Zu Beginn steht eine ausführliche Diagnostik, mit dem Ziel, das Kind bzw. den Jugendlichen kennen zu lernen, einschließlich seines Lebensraumes, insbesondere der Familie. Ein individueller Therapieplan berücksichtigt, neben der bei ADS/ADHS schwerpunktmäßig kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapie, auch tiefenpsychologische und systemisch/familientherapeutische Elemente. Spieltherapeutische, körperorientierte, kreative und imaginative Verfahren werden zusätzlich eingesetzt. Wenn nötig, werden die psycho- und milieutherapeutischen Maßnahmen mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert, um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erreichen.

Die in Einzel-, Gruppen- und Familientherapien erarbeiteten Kompetenzen können auf den Stationen rund um die Uhr eingeübt und vertieft werden. Dort ist die Schaffung von familienähnlichen Alltagsbedingungen ein Schwerpunkt der Teamarbeit. Eine emotional tragende Atmosphäre mit persönlichen Bindungen und der einzelfallbezogenen Betreuung mit konstanten Bezugspersonen ist selbstverständlich. Handlungskompetenzen, Spiel- und Freizeitverhalten, soziale als auch lebenspraktische Fähigkeiten werden gezielt gefördert.

In der Arbeits-, Bewegungs-, Ergo-, Kunst-, Musik-, Reit-, Schwimm- und Sporttherapie können eigene Fähigkeiten eingebracht und weiterentwickelt werden. Bei Einbeziehung der Eltern lassen sich eingefahrene bzw. symptomerhaltende Interaktionsmuster modifizieren. Auch die Klinikschule hat im Behandlungskonzept eine wichtige Aufgabe.

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Alkoholabhängigkeit

Alkoholabhängigkeit ist eine chronisch rezidivierende Erkrankung mit einem hohen Mortalitäts- und Komorbiditätsrisiko. Die Gesamttherapie berücksichtigt, dass Veränderungsmotivation hinsichtlich problematischer Konsummuster dynamisch ist. Dauerhafte Abstinenz lässt sich darum häufig erst nach mehreren Anläufen und wiederholten Behandlungen erreichen.

Allgemeine Ziele der Behandlung sind neben der Überlebens- und Gesundheitssicherung die körperliche Entgiftung und die Einstellungs- bzw. Verhaltensveränderung bezüglich des Alkoholkonsums. In der Entgiftungsphase erfolgt die Behandlung des Entzugssyndroms und weitergehender somatischer Beschwerden. In einem weiteren Schritt geht es um die Förderung von Änderungsbereitschaft. Anschlusslösungen müssen realisiert werden, um psychosoziale Ressourcen zu stabilisieren oder neu aufzubauen und konkrete weitere Behandlungsschritte einzuleiten. In allen Behandlungsbereichen ist die Zusammenarbeit mit Angehörigen ein integrativer und wichtiger Baustein im Gesamtbehandlungsplan. Eine Besonderheit stellt die Therapie von chronisch mehrfachgeschädigten Suchtkranken nach sehr langen Trinkkarrieren dar, da körperliche und geistige Folgeschäden die Behandlung erschweren. Die klinische Suchttherapie nimmt somit eine Schlüsselstellung im regionalen Versorgungssystem ein.

Ein Schwerpunkt der suchtspezifischen Behandlung in einer psychiatrischen Klinik ist die psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung von komorbiden Störungen wie Angst und Zwangsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, affektiven Störungen, insbesondere Depressionen als auch Persönlichkeitsstörungen. Häufig führt erst die integrative Behandlung belastender psychischer Syndrome zu einer Änderungsbereitschaft und Befähigung zur Alkoholabstinenz.

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Diagnostik

  • Ärztliche Untersuchung (körperliche, neurologische, psychiatrische Untersuchung)
  • Psychologische Untersuchung (z. B. Verhaltensanalyse, standardisierte Testdiagnostik)
  • Laborchemische Untersuchungen
  • Bildgebende Verfahren (z. B. Computertomographie, Kernspintomographie)
  • Elektrophysiologische Verfahren (z. B. EEG)
  • Internistische apparative Untersuchungen (z. B. Ultraschall)
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Therapie

  • Psychotherapie bzw. psychologische Therapien (z. B. Verhaltenstherapie, psychodynamische Verfahren, Gesprächspsychotherapie, interpersonelle Psychotherapie, integriertes psychologisches Therapieprogramm für chronisch schizophrene Menschen, Familientherapie, psychoedukative Familienbetreuung, Angehörigenberatung und -betreuung, stützende Psychotherapie, dialektisch-behaviorale Therapie)
  • Komplementäre Therapien (Unterstützung durch Sozialarbeiter, Ergotherapie/Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Konzentrative Bewegungstherapie, Reittherapie, Bibliotherapie, Unterstützung bei der Tagesstrukturierung, Hilfestellung bei der Bewältigung psychosozialer Probleme, wofür die Kompetenzen krankheitsbedingt vorübergehend oder dauerhaft gemindert sind)
  • Somatische Therapien (z. B. Medikamente, Lichttherapie, Wachtherapie, Sporttherapie)

Hinweis: Die genannten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stehen nicht im vollem Umfang in jeder Klinik zur Verfügung. Wir arbeiten dann mit Spezialisten in der Umgebung zusammen, so dass eine umfassende Diagnostik und Therapie in jedem Fall garantiert wird. Bitte erkundigen Sie sich bei Bedarf vor Ort.

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