Sichere Geburt - Frühgeburten vermeiden

Die Scheide der gesunden Frau ist von Milchsäurebakterien besiedelt. Diese Laktobazillen schützen auf zweierlei Weise vor Infektionen. Zum einen erschweren sie es Krankheitserregern, sich überhaupt festzusetzen. Zum anderen verändern sie das chemische Milieu in der Scheide: Es wird saurer, d.h. der pH-Wert sinkt und die Sauerstoffspannung steigt. Damit wird diese Eintrittspforte für die meisten Krankheitserreger "unwirtlich" und die Gefahr einer Infektion mit Entzündung nimmt ab.

Frühgeburten durch Infektion

Gerade in der Schwangerschaft wirkt sich eine Entzündung besonders ungünstig aus, denn Reizstoffe können vorzeitige Wehen auslösen und so zur Frühgeburt führen. Wer die Gefahren kennt, die eine Frühgeburt für das betroffene Kind bedeuten, weiß wie wichtig es ist, dass die Schwangerschaft nicht vorzeitig endet.

pH-Wert als Warnsignal

Eine Infektion der Scheide geht meist mit einem Anstieg des pH-Wertes einher. Dieser Anstieg lässt sich leicht erkennen: Die Schwangere braucht nur einen Handschuh in die Scheide einzuführen und zu schauen, ob sich der daran befindliche Teststreifen verfärbt. Bei Verfärbung sucht sie ihren Arzt auf und lässt sich bei Nachweis einer Infektion behandeln. Der Test sollte möglichst zwei bis drei Mal wöchentlich durchgeführt werden.

In der Thüringer Frühgeburtenvermeidungsaktion untersuchten Frauenärzte, ob sich die Zahl der Frühgeburten vermindern lässt, wenn die Schwangeren selbst regelmäßig den pH-Wert in ihrer Scheide messen und sich bei zu hohen Werten bei ihrem Gynäkologen zur Behandlung vorstellen.

Die von Prof. Udo B. Hoyme aus dem HELIOS Klinikum Erfurt geleitete Studie erbrachte ein eindeutiges und eindrucksvolles Ergebnis: Mit den Tests und den daraus gegebenenfalls eingeleiteten Behandlungen sank die Zahl der Frühgeburten fast auf die Hälfte!

HELIOS empfiehlt Selbsttest

Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen wir die Untersuchung für alle Schwangeren. Einige gesetzliche Krankenversicherungen bieten die pH-Messung in der Scheide bereits als Standardleistung an oder geben Testsets an ihre schwangeren Mitglieder aus. Sprechen Sie Ihren zuständigen Sachbearbeiter darauf an. Wenn Ihre Krankenversicherung keine Selbsttests anbietet, können Sie den Test auch in der Apotheke selbst kaufen.



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