Bei ca. 50 % aller Patienten mit einer Nierensteinbildung kommt es zu einem Rückfall (Rezidiv). Diese hohe Rate könnte prinzipiell durch konsequente Anwendung einer Vorbeugung (Prophylaxe) auf 10 % gesenkt werden. Leider sinkt jedoch mit dem Abstand zum Krankheitszeitpunkt die Zuverlässigkeit der Anwendung dieser Vorbeugemaßnahmen. Bei den Vorbeugemaßnahmen wird aus Praktikabilitätsgründen zwischen allgemeinen und speziellen Vorbeugemaßnahmen unterscheiden.
Bei Patienten, die nur selten Harnsteine bilden, sind allgemeine Vorbeugemaßnahmen zur Minimierung des Rückfallrisikos ausreichend. Kommt es mehrfach im Jahr zur erneuten Bildung von Harnsteinen, besteht das Risiko einer Stoffwechselstörung. Bei diesen Patienten sollte eine intensive Abklärung mit Stoffwechselbelastungstests und Steinanalysen erfolgen, um möglicherweise spezifische Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Grundvoraussetzung jeder Steinbildung ist die Vereinigung von Kristallpartikeln bzw. Mineralstoffen zu großen Aggregaten. Diese Kristallaggregation kann durch eine hohe Verflüssigung (hohe Trinkmenge) verhindert werden, da es durch eine Senkung der Konzentration der Kristalle als auch die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit zu keiner Steinbildung mehr kommen kann. Deshalb sollten Steinpatienten auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten, die gleichmäßig über den Tag verteilt werden sollte. Als Richtwert können dabei ca. 2-3-Liter am Tag genannt. Hilfreicher ist die Empfehlung, dass der Urin durchsichtig bzw. hell sein sollte, da er dann ausreichend verdünnt ist. Die dafür erforderliche Trinkmenge hängt von der Umgebungstemparatur, Körperanstrengung u.s.w. ab. Einschränkungen durch andere Erkrankungen, wie z.B. eine Herzschwäche, sind dabei natürlich ebenfalls zu berücksichtigen.
Darüber hinaus wird die Steinbildung durch die chemische Zusammensetzung des Urins beeinflusst. Diese wird natürlich von den Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Im Allgemeinen sollte man auf eine ausgewogene, mit genügend Ballaststoffen versehene Ernährung, also eine ausgewogene Mischkost, achten. Eine medikamentöse Unterstützung bleibt der individuellen Situation vorbehalten.
Das Risiko, dass eine Stoffwechselstörung vorliegt, steigt mit der Anzahl der Steinereignisse pro Jahr. Ausgehend von dem Ergebnis der Steinanalyse können dann weitergehende diagnostische Untersuchungen und dann spezifische Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Entsprechende Beratungen und weiterführende Literatur erfahren Sie bei Ihrem Urologen.