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Sonstige Störungen

Es gibt eine Vielzahl anderer Erkrankungen, die einer operativen Korrektur durch einen kinderurologischen Spezialisten bedürfen:

Korrektur des männlichen Genitale (z.B. Phimose)

 

Ambulante Zirkumzisionen (Beschneidungen) bei Phimosen (Vorhautverengungen) oder Korrekturen nach bereits erfolgter Beschneidung.

 

Operative Korrektur von Fehlbildungen des äußeren Genitale wie z. B. die Hypospadie (= zu kurze Harnröhre mit Mündung im Penisschaftbereich).

 

Diagnostik und Therapie von plötzlichen Hodenverdrehungen (sog. Hodentorsion), Wasserbrüchen (durch den Leistenkanal in den Hodensack übergetretenes Bauchwasser, sog. Hydrocele), Krampfadern des Hodengefäße (sog. Varicocele), etc.

Nierenbeckenabgangsenge (Stauungsniere)

Diagnostik und Therapie  bei Nierenbeckenabgangsengen (Verengung des Überganges zwischen Nierenbecken und Harnleiter, z. B. als narbige Veränderung oder bei einem kreuzenden Blutgefäß) und Harnleitervergrößerungen (sog. Megaureteren) mittels sonographischen, konventionellen oder nukleramedizinischen Untersuchungen (MAG 3-, DMSA-Szintigraphie).

Abb.: normaler Harnfluss und Harn-Reflux

Refluxerkrankung (endoskopische Refluxkorrektur)

Als vesikoureteraler Reflux bezeichnet man das Phänomen, dass Urin aus der Blase in den Harnleiter und bis in das Nierenbecken zurücklaufen kann, da die ventilartige Funktion des hier in der Blasenwand verlaufenden Harnleiters gestört ist.

 

Ursächlich hierfür kann eine angeborene Veränderung des Harnleiter sein (primärer Reflux), aber auch ein erhöhter Blasendruck, wie z. B. bei Harnröhrenklappen oder Harnröhrenenge (sekundärer Reflux).

Abb.: Grandeinteilung Reflux

Erste Symptome für einen Reflux sind häufig sich wiederholende Harnwegsinfektionen.

 

Da ein primärer Reflux eine gute Spontanheilungstendenz hat, ist bei geringer Ausprägung oft nur eine Antibiotikadauertherapie notwendig.

 

Bei höhergradigen primären Reflux ist eine minimalivasiver Eingriff möglich. Hierbei wird ein körperverwandtes Gel (DEFLUX ®) unter die Harnleitermündung gespritzt, dass die Ventilfunktion wiederherstellen kann.

Abb.: Röntgendarstellung Reflux

Bei sehr ausgeprägten Befunden oder dem Versagen einer endoskopischen Unterspritzung besteht die Möglichkeit einer konventionellen operativen Versorgung (z.B. Antirefluxplastik nach Lich-Gregoir).

  

Bei einem sekundärem Reflux muss zunächst die Ursache diagnostiziert und therapiert werden. Hiernach kann sich ein Reflux von alleine rückbilden.