HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Vorbereitung auf die Hüft-Operation

Beim operativen Eingriff wird das erkrankte Hüftgelenk durch ein Kunstgelenk ersetzt. Die Operation kann in Voll- oder Teilnarkose erfolgen. Die Teilnarkose hat den Vorteil einer geringeren Beeinflussung des Allgemeinzustandes. Viele Patienten werden heute in Teilnarkose operiert. Sie erhalten dabei zusätzlich ein Beruhigungsmittel und können die Operation mitverfolgen und dabei über Kopfhörer Musik hören, ohne Schmerzen zu verspüren. Welche Methode sich in Ihrem Fall empfiehlt, bespricht Ihr Anästhesiearzt mit Ihnen.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Nicht unerwähnt bleiben sollten die Risiken. Zum Beispiel Blutergüsse, Infektionen, Allergien, Blutungsgefahr und Thrombosen. Doch meist sprechen die Vorteile für einen Eingriff - auch bei älteren Patienten. Ihr Arzt wird Sie zu Ihrem persönlichen Fall beraten.

Von jedem Prothesentyp existiert eine Vielzahl von Modellen in unterschiedlichen Größen. Die Wahl der Endoprothese richtet sich nach der Knochenbeschaffenheit, dem Körpergewicht und den körperlichen Aktivitäten des Patienten.

Wie können Sie sich vorbereiten?

Der Erfolg einer Operation und der Heilungsprozess hängt wesentlich von Ihrer Mitarbeit ab. Durch eine richtige Vorbereitung und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen können Sie eventuelle Risiken entscheidend verringern. Dazu gehört z. B. die Verbesserung Ihres Allgemeinzustandes: Verzichten Sie auf Tabak und Zigaretten und reduzieren Sie eventuelles Übergewicht. Für eine schnelle Rehabilitation ist es überdies sehr hilfreich, wenn Sie sich bereits vor der Operation mit den krankengymnastischen Übungen und dem Umgang mit Gehstützen vertraut machen.

Wenn Sie regelmäßig ein Aspirin-Präparat einnehmen, sollten Sie dieses in Absprache mit Ihrem Hausarzt rechtzeitig vor dem Eingriff absetzen, um ein erhöhtes Blutungsrisiko zu vermeiden. Wenn Sie jünger als 75 Jahre und körperlich gesund sind, können Sie vor einer Hüftoperation eigenes Blut spenden, das Ihnen im Falle eines zu hohen Blutverlustes wieder zugeführt werden kann.

Was nehmen Sie mit in die Klinik?

Neben Ihren persönlichen Sachen empfehlen wir Ihnen, Folgendes mitzunehmen: 

  • Bademantel
  • Jogginganzug mit weitem Fußeinstieg
  • Feste, haltgebende Schuhe mit rutschfesten Gummisohlen
  • falls Turnschuhe, am besten mit Klettverschluss
  • Badekleidung
  • Langer Schuhlöffel und sonstige Hilfsmittel, die Sie bereits benutzen
  • Eigenblutspende

Da bei Implantation von Hüft-Endoprothesen trotz gewebeschonender Operationsverfahren ein relevanter Blutverlust nicht sicher auszuschließen ist, bieten wir unseren Patienten in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesiologie des Hauses die Eigenblutspende an. So läßt sich in Verbindung mit der Verwendung von cell-saver (intraoperative Rückgabe des abgesaugten Bluts) und Autoretransfusionsverfahren (Rückgabe von Drainageblut) meist die Gabe von Fremdblut völlig vermeiden.

Zwei Operationsmöglichkeiten

Die herkömmliche Operation

Über einen Schnitt an der Außenseite des Oberschenkels wird das Hüftgelenk erreicht. Der freigelegte Oberschenkelhals wird durchtrennt und der erkrankte Hüftkopf entfernt. Im zweiten Schritt ersetzt der Operateur die natürliche Hüftpfanne im Becken durch eine Prothesenpfanne.

Danach wird der Markraum des Oberschenkelknochens vorbereitet, um den Prothesenschaft mit oder ohne Knochenzement exakt zu fixieren.
Auf den Prothesenschaft wird ein Kugelkopf gesetzt. Er stellt die bewegliche Verbindung zwischen dem Schaft und der künstlichen Hüftpfanne dar.
Nach dem Einsetzen von Prothesenschaft mit Kugelkopf in die Hüftpfanne wird das künstliche Gelenk auf seine optimale Beweglichkeit geprüft.
Anschließend wird die Wunde verschlossen. Am Ende der Operation wird ein Kompressionsverband angelegt und ein erstes Röntgenbild erstellt. In die Wunde eingelegte Drainageschläuche verhindern Blutergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann.

Die minimal Invasive Operation

Minimal invasive Operationtechniken  Neben der herkömmlichen Operationsmethode gibt es so genannte minimal invasive Verfahren. Dabei handelt es sich um gewebeschonende operative Methoden, bei denen der Hüftgelenkersatz mit einem oder zwei kleinen Hautschnitten implantiert wird. Das Besondere am minimal invasiven Vorgehen ist die Schonung der Weichteile, d.h. der Muskeln, Sehnen und des Gewebes. Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationsmethoden wird das Gewebe lediglich stumpf gedehnt oder gespreizt. Auf die Durchtrennung oder das Ablösen des Muskelgewebes kann verzichtet werden.

Die Schonung der umliegenden Muskeln, Sehnen und muskelversorgenden Nerven während der Operation bedeutet für den Patienten normalerweise:

  • kleinere Hautschnitte und kleinere Narben
  • geringeren Blutverlust
  • weniger Schmerzen, geringeren Schmerzmittelverbrauch und weniger
  • Bewegungseinschränkungen
  • schnellere Mobilisierung, Belastbarkeit und Rehabilitation
  • schnelle Wiedereingliederung in den Alltag

Der operierende Arzt wird nach einer eingehenden Untersuchung entscheiden, ob ein minimal invasiver Eingriff die Methode der Wahl ist. Grundsätzlich kann die minimal invasive Operationstechnik bei Patienten jeder Altersstufe angewendet werden, sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Wie alle chirurgischen Eingriffe sind auch die minimal invasiven Verfahren nicht für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Starkes Übergewicht, Thrombosegefahr, Knochendeformitäten, Voroperationen oder Vorerkrankungen, die das Operationsrisiko erhöhen, können Gründe dafür sein, die herkömmliche Operationsmethode vorzuziehen.

SO ERREICHEN SIE UNS

Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie

Prof. Dr. med. Klaus Wenda
Klinikdirektor

Telefon (0611) 43-2087
Telefax (0611) 43-2088

E-Mail

Wir gehören zum Traumanetzwerk Hessen!


Über uns