HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Selbstverständnis

Aus Erfahrungsberichten wissen wir, dass viele Menschen nach der Diagnoseeröffnung, der Feststellung von Metastasen oder bei einem Wiederauftreten (Rezidiv) der Krebserkrankung, das Gefühl haben, man habe ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen. Andere bleiben nach außen gelassen, fühlen sich aber innerlich zerrissen. Ähnlich geht es auch vielen Angehörigen. Michael Lohmann, Autor und Betroffener, formulierte dies in seinem Buch folgendermaßen: „Die Tür zur Normalität wird zugeknallt und ich muss draußen bleiben" (Lohmann, 1998).

Wir vertreten dabei die Auffassung, dass jeder Mensch über ein großes Potential von Fähigkeiten verfügt, Antworten und Lösungen zu finden, und dass er dabei verantwortlich und engagiert mit dem eigenen Leben umgehen will. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen nach Wegen suchen, mit der Krebserkrankung und allen damit verbundenen Änderungen leben zu lernen. LeShan, ein Psychoonkologe, drückte sich folgendermaßen aus:
„Ich suche gemeinsam mit den Patienten nach ihrer Melodie des Lebens. Was ist es, was dem Menschen Freude und Begeisterung bereitet, woraus er Kraft schöpfen kann. Für was lohnt es sich am nächsten Tag wieder aufzustehen" (LeShan, 1993).


Im Mittelpunkt unseres Grundverständnisses steht nicht die spezifische organische Störung, sondern die gesamte Person mit ihrem Leiden. Kranke und gesunde Anteile des Menschen werden gleichermaßen betrachtet. Sie gehören zusammen und sind aufeinander bezogen. Somit gibt es neben den Einflüssen, die eine Krankheit verschlimmern können, auch immer Einflüsse, welche sich positiv auf das Wohlbefinden und auf die Erkrankung auswirken können. Wir gehen davon aus, dass bei einer Krebserkrankung viele unterschiedliche Einflüsse zum Tragen kommen. Welche, die wir kennen und welche, die wir noch nicht kennen. Welche, die wir annehmen und mit denen wir einen Umgang lernen müssen und welche, die wir beeinflussen und verändern können. Es sind die beiden letzteren, die uns hauptsächlich interessieren. Hier verstehen wir uns als fachkundige Begleiter auf Ihrem persönlichen Weg.

Selbstverpflichtung

Die Würde, Autonomie und Sicherheit des an Krebs erkrankten Menschen haben für uns Priorität.

Unser gesamtes Handeln orientiert sich an den persönlichen Lebensumständen und individuellen Bewältigungsbemühungen des an Krebs erkrankten Menschen.

Unser Ziel ist es, den an Krebs erkrankten Menschen begleitend zur Krebsdiagnostik, Krebsbehandlung und Krebsnachsorge je nach Bedarf und unseren Möglichkeiten zu informieren, beratend zu unterstützen und psychotherapeutisch zu behandeln.

Das kollegiale Miteinander in unserer Abteilung wird durch ein gemeinsam vertretenes Interesse und Engagement an den Zielen der Abteilung für Psychoonkologie getragen.

Wir arbeiten auf Grundlage eines psychoonkologischen Versorgungssystems, das den Anforderungen des rationalen sowie kostenbewussten Handelns im Gesundheitswesen genügt.

Unsere psychoonkologischen Versorgungsangebote sind Ausdruck einer begründeten und klinisch erforderlichen Betreuung an Krebs erkrankter Menschen.

Die interdisziplinären Zusammenarbeit auf den Stationen in den einzelnen Kliniken wird durch konkrete fachliche und strukturelle Initiativen und Informationen gefördert und mit weiter entwickelt.

Die Qualität unserer Versorgung wird durch fortlaufende, abteilungsinterne Optimierungsmaßnahmen sichergestellt.

Unsere wissenschaftlichen und forschenden Tätigkeiten sind unmittelbar auf die Patientenversorgung hin ausgerichtet.

Wir sichern die bewährte Praxis psychoonkologischer Betreuung an Krebs erkrankter Menschen und optimieren sie - entsprechend neuer Erkenntnisse in der Patientenversorgung - fortlaufend.



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