HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Musiktherapie

Künstlerische Psychotherapie

Künstlerische Psychotherapie mit aktiver Musiktherapie und Musik-geleiteter Imagination (Guided Imagery and Music - GIM)

Unter dem Begriff Künstlerische Psychotherapien werden Therapieformen wie Musik-, Kunst-, Tanz- und Bewegungstherapie zusammengefasst.

"Musiktherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes psychotherapeutisches Verfahren, das einer Qualitätssicherung unterliegt. ... Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit." (DMtG)

Die Musiktherapie als künstlerische Psychotherapie ist bei uns im POD eingebettet in die psycho-onkologische Beratung, Begleitung und Psychotherapie. Sie steht den PatientInnen während der gesamten medizinischen Behandlung - von der Diagnose über die stationäre, ambulante Therapie und Nachsorge bis in die Palliativsituation zur Verfügung. Sie wird bedarfsgerecht im Rahmen der onkologischen Zentren eingesetzt, denen die Fachtherapeutinnen zugeordnet sind. Aber auch klinik-übergreifend können Sie in Rücksprache mit Ihrer/m Bezugstherapeutin/en Musiktherapie erhalten.

Im POD arbeiten wir mit Musiktherapie in unterschiedlichen Formen.

Aktive Musiktherapie

Musik ist gerade da als Medium hilfreich, wo es Patientinnen angesichts übermäßiger körperlicher und seelischer Belastungen "die Sprache verschlägt". Musiktherapie ist ein Weg, sprachfreie Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu finden und sie zu erweitern.

Ziele der Musiktherapie bei onkologischen Patienten:

  • Reduktion der medizinisch-therapeutischen Nebenwirkungen
  • Überwindung von Ängsten und belastenden Gefühlen
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Stärkung der Autonomie
  • Ermutigung zum eigenen Ausdruck
  • Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • Balance zwischen Zerstreuung und Sammlung

Musik-geleitete Imagination (Guided Imagery and Music - GIM)

GIM ist ein wissenschaftlich fundiertes psychotherapeutisches Verfahren. Die Klienten hören im entspannten Zustand speziell zu ihrer Thematik ausgewählte Musik. Dabei entwickeln sich mit therapeutischer Unterstützung Imaginationen (innere Bilder, Körperempfindungen, Gefühle, Assoziationen, Erinnerungen u.a.), die von der Musik geführt werden. Anschließend kann das Erlebte mit kreativen Mitteln zum Ausdruck gebracht werden und in einem Nachgespräch in die persönliche Situation integriert werden.

Indikationen:

Musik-geleitete Imaginationen sind u.a. hilfreich zur Bearbeitung von persönlichen Sinn- und Lebenskrisen, Depressionen, Ängsten, Selbstzweifeln, Beziehungskrisen, Verlust- und Trennungssituationen, bei belastenden / traumatischen Erinnerungen, Wortlosigkeit sowie zur Bewusstseinserweiterung.

In den verschiedenen Behandlungsphasen einer Krebserkrankung können Musik-geleitete Imaginationen wie folgt eingesetzt werden (nach Burns 2002):

  • Diagnose: neue, überwältigende Informationen zu Krankheit und Behandlungsverlauf, emotionaler Stress, Schockzustand > helfen dabei, (unklare) Emotionen auszudrücken und psychischen und körperlichen Stress zu reduzieren
  • Behandlungsphase: Belastungen durch komplexe Nebenwirkungen der medizinischen Behandlung > unterstützen die körperliche und psychische Stärkung und Erfahrung von heilsamen inneren Bildern
  • Nachsorge: Rezidivangst, Langzeit-Nebenwirkungen der Behandlung, Fatigue, Schmerzen, psychischer Stress in der Re-Integration in das frühere Umfeld > helfen zur Angstreduktion, Stärkung persönlicher Potenziale, Kraftquellen und Coping-Strategien
  • Palliative Phase: zunehmend belastende körperliche Symptome, psychische, emotionale, spirituelle Aspekte > als Unterstützung zur Defokussierung, Entspannung, emotionalen und spirituellen Exploration


Studienergebnisse zum Einsatz von Musik-geleiteten Imaginationen bei KrebspatientInnen zeigen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität, die Verbesserung physiologischer Aspekte (Fatigue, Übelkeit, Erbrechen, Puls, Herzrate, Cortisolspiegel), einen besseren emotionalen Umgang und Ausdruck mit der Erkrankung, eine verbesserte Gesamt-Befindlichkeit, einen höheren Selbstwert, verbesserte Bewältigungsstrategien sowie die Reduktion von Ängsten und Depressionen (vgl. u.a. Bradt et al. 2011, 2010; Cadrin 2009; Bonde 2004; Burns 1999/2001; Bruscia 1991).

Angebote mit Musik-geleiteter Imaginationen

  • Musik und Imagination Kurze Musikstücke ermöglichen die supportive oder konfliktzentrierte Arbeit mit einem inneren Bild, um neue Perspektiven, Ressourcen oder ein ästhetisches Erleben zugänglich zu machen. Gut geeignet zum Einstieg in die Methode und während der stat. / amb. Therapie, als Einzel- oder Kleingruppenarbeit (s. Workshops Musik-geleitete Imagination) möglich.
  • Kurze Musik-Reisen (KMR nach Margareta Wärja) erlauben durch stärkere Fokussierung auf die persönliche Thematik eine tiefere und intensivere Arbeit mit Musik und Imagination. Gut geeignet zum vertiefenden Arbeiten für PatientInnen in der stat. / amb. Therapie, die bereits mit der Methode vertraut sind.  
  • Lange Musik-Reisen nach Helen Bonny (Bonny Method of GIM) Hier werden ganze Musik-Programme zur intensiven Auseinandersetzung mit persönlichen Themen eingesetzt. Geeignet zur Tiefenarbeit für PatientInnen in der Nachsorge, die bereits mit der Methode vertraut sind.


Bitte besprechen Sie mit den beiden Fachtherapeutinnen (s. Ansprechpartner), welche Form der Musik-geleiteten Imaginationen für Ihre persönliche Situation und Ihr individuelles Anliegen sinnvoll sind.

Wir bieten Musik-geleitete Imaginationen in Einzel- und Gruppensitzungen auch für Kollegen und Interessierte an (s. Vernetzung Arbeitskreis: GIM).

SO ERREICHEN SIE UNS

Klinik Innere Medizin III
Psycho-Onkologischer Dienst (POD)

Alf von Kries
Leiter der Abteilung

Telefon (0611) 43-3200
Telefax (0611) 43-3201

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