HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Komplette Versorgungskette bei psychischen Störungen

Die Psychiatrie und Psychotherapie nehmen derzeit im Konzert der medizinischen Fächer aufgrund ihrer gesundheitsökonomischen Bedeutung, der Anzahl der Krankenhausbetten sowie durch ihre enge Beziehung zur Erforschung geistiger Prozesse eine Schlüsselposition ein. Ca. 35% der Deutschen haben es im Laufe ihres Lebens einmal mit einer psychischen Störung zu tun, was die Relevanz eindrucksvoll unterstreicht.

Im Gegensatz zu Patienten mit den ebenfalls häufigen Herz-Kreislauf- Erkrankungen werden Menschen mit psychischen Störungen in unserer Gesellschaft nach wie vor stigmatisiert und diskriminiert. Dies hat mit archaischen Weltbildern und Vorurteilen zu tun, denen sich auch Entscheidungsträger nicht leicht entziehen können. So weist ein Großteil der Bevölkerung Menschen, die an einer depressiven Störung oder Alkoholabhängigkeit leiden, eine eigene Schuld an ihrer Krankheit zu. Medikamentenkosten und Verordnungen in der Psychiatrie werden mit Argusaugen beobachtet. Menschen, die in diesem gesellschaftlich wichtigen Fachgebiet arbeiten, genießen oftmals keine große öffentliche Reputation. Schwarz-Weiß-Denken ist weit verbreitet.

Wir bemühen uns mit ca. 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer modernen, lichtdurchfluteten Klinik darum, durch zeitgemäße Konzepte auch einen Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Störungen in Wiesbaden zu leisten. Die Psychiatrie und Psychotherapie hat - von der Öffentlichkeit oft unbemerkt - in den letzten 20 Jahren nämlich eine rasante Entwicklung genommen. Der bisherige Ansatz, von einer diagnostischen Kategorie zur Ursache zu gelangen, hat sich in den letzten 50 Jahren nicht als erfolgreich herausgestellt. Es ist nun aber durch die klinischen Neurowissenschaften möglich, Schritt für Schritt die psychischen Phänomene wie Angst oder Depression besser zu verstehen, mit denen die Patienten und die Behandler täglich im Alltag konfrontiert sind. Wir nutzen diese Kenntnisse für eine verbesserte Betreuung unserer Patienten in unserer kompletten Versorgungskette im Sinne einer modernen bio-psycho-sozialen Behandlung.

Psychiatrie heute

Die Psychiatrie des 21. Jahrhunderts unter diagnostischem Aspekt, wie sie bei uns betrieben wird, ist ein Gebäude aus zahlreichen Bausteinen:  Die Kenntnis des soziokulturellen Hintergrunds und das Krankheitsmodell des Patienten sind das Fundament der psychiatrisch-psychotherapeutischen Intervention, denn nur in diesem Kontext lassen sich die individuellen Symptome einordnen. Die differenzierte Anamnese mit frühkindlicher Entwicklung, der Biographie und des psychosozialem Umfeld des Patienten inklusive differenzierter Familienanamnese bildet das Erdgeschoss. Darauf bauen die klinisch-neurologische Untersuchung, der sorgfältig erhobene psychopathologische Befund und eine differenzierte, hypothesengeleitete neuropsychologische und neurophysiologische Charakterisierung auf.

Psychiatrie und Psychotherapie, wie wir sie verstehen, unter therapeutischem Aspekt stellt sich als ein jeweils individueller Gesamtbehandlungsplan dar. Dieser setzt sich zusammen aus menschlicher Zuwendung, störungspezifischer Psycho- und Soziotherapie, personalisierter Psychopharmaka-Behandlung mit Beachten möglicher Medikamenteninteraktionen, Psychoedukation, Ergo- und Kunsttherapie sowie Bewegung, Wachbehandlung wie auch Ernährung. Dieser Plan bezieht komplementäre Einrichtungen (z.B. Patientenclubs, Beratungsstellen) und andere innovative Verfahren mit ein. Alle diese Modalitäten – richtig angewandt – schützen und fördern die Plastizität des Gehirns und damit die lebenslang vorhandene Fähigkeit zur Anpassung, und unterstützen so den notwendigen Bewältigungs- und Veränderungsprozess des Einzelnen.



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