HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Hirntumorchirurgie

Hirneigene Tumore

Bei hirneigenen Tumoren handelt es sich um Neubildungen des Gehirns, die von Stützzellen des Nervengewebes ausgehen. Astrozytome machen mehr als 60% dieser sog. Gliome aus. In Abhängigkeit ihres feingeweblichen Wachstumsmuster werde sie nach Weltgesundheitsorganisation (WHO) in vier Grade eingeteilt. Hier entspricht Grad I einem langsam wachsenden Tumor mit guter Prognose und Grad IV einem bösartigem Tumor mit hoher Wachstumsrate und schlechter Prognose. Neben der feingeweblichen Sicherung (z.B. über eine stereotaktische Biopsie) kommt der mikrochirurgischen Entfernung ein immenser Stellenwert zu. Als Faustregel gilt: je mehr Tumor entfernt werden kann, desto besser für die Prognose des Patienten.

Um eine Entfernung ohne erkennbare Tumorreste gewährleisten zu können bei gleichzeitiger Verringerung des Risikos neurologischer Defizite kommen eine Reihe verschiedener Methoden egelmäßig zur Anwendung:

  • intraoperatives Neuromonitoring,
  • Neuronavigation und intraoperativer Ultraschall,
  • fluoreszenzgestützte Resektion (5-ALA).

Bei ausgewählten Tumoren im Bereich des Sprach- oder Bewegungszentrums kann eine Wachoperation zusätzliche Sicherheit gewährleisten. Zur optimalen Koordination der Behandlung finden wöchentliche interdisziplinäre Konferenzen im Rahmen des zertifizierten Tumorzentrums statt um eine maßgeschneiderte Therapie zu planen. Die weitere Nachsorge erfolgt in fester Anbindung an unsere neuroonkologische Sprechstunde.

Metastasen

Metastasen des Gehirns machen ungefähr 50% aller Hirntumoren aus. Am häufigsten betroffen aus sind Patienten mit Lungenkrebs, Brustkrebs, Hautkrebs oder Nierenkrebs. In ca. 10% der Fälle wird die Erkrankung sogar erst über die Hirnmetastase diagnostiziert. Neben der Biopsie kommt der Operation bei großen oder symptomatischen Metastasen ein großer Stellenwert zu.

Um eine Entfernung ohne erkennbare Tumorreste gewährleisten zu können bei gleichzeitiger Verringerung des Risikos neurologischer Defizite kommen eine Reihe verschiedener Methoden egelmäßig zur Anwendung:

  • intraoperatives Neuromonitoring,
  • Neuronavigation und intraoperativer Ultraschall,
  • fluoreszenzgestützte Resektion (5-ALA).

Bei ausgewählten Tumoren im Bereich des Sprach- oder Bewegungszentrums kann eine Wachoperation zusätzliche Sicherheit gewährleisten. Zur optimalen Koordination der Behandlung finden wöchentliche interdisziplinäre Konferenzen im Rahmen des zertifizierten Tumorzentrums statt um eine maßgeschneiderte Therapie zu planen. Die weitere Nachsorge erfolgt in fester Anbindung an unsere neuroonkologische Sprechstunde.

Meningeome

Meningeome sind überwiegend gutartige Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen. Abhängig von der Ursprungsort können sie verschieden Symptome verursachen. Die eigentliche Therapie ist in der Regel chirurgisch. Meningeome können in nahezu allen Lokalisationen entfernt werden. Die Größe des Eingriffs hängt jedoch von der Lage ab (vgl. Schädelbasistumoren). Die Prognose wird von ausmaß der Resektion und vom WHO Grad bestimmt. Bei schlecht resezierbaren Tumoren oder Tumorresten kann eine Strahlentherapie erwogen werden.

Schädelbasistumoren

Petroclivales MeningeomSchädelbasistumoren sind komplexe Läsionen die besondere operative Herausforderungen an den Operateur stellen. Neben Hypophysenadenomen finden sich hier häufig Meningeome oder Akustikusneurinome. Häufig sind sie eng mit Hirnnerven und Blutgefäßen verbunden und können auch knöcherne Strukturen infiltrieren. Eine Resektion findet deshalb üblicherweise unter kontinuierlichem Neuromonitoring statt. Eine interdisziplinäre Behandlung mit Nachbarabteilungen wie z.B. der Endokrinologie / HNO / Strahlentherapie ist wichtig. Mit Hilfe radiochirurgischer Verfahren kann ein nicht resezierbarer Resttumor gezielt ausgeschaltet werden.

Wachoperationen

WachoperationBei bestimmten Fällen von Tumoren in der Nähe der Sprachregion bietet die Wachoperation eine zusätzliche Sicherheit, sodass eine Entfernung ohne erkennbare Tumorreste gewährleistet werden kann. Da das Gehirn selbst keine Zellen zur Schmerzempfindung besitzt kann dies nach entsprechender Vorbereitung bei ausgewählten Patienten durchgeführt werden. Nach Eröffnung des Schädels wird der Patient erweckt und es wird eine neuropsychologische Testung durchgeführt. So kann man ein Kartierung der Hirnfunktionen durchführen um die Operation möglichst sicher zu gestalten.

Neuromonitoring

Das intraoperative neurophysiologische Monitoring erlaubt es dem Neurochirurgen bei Eingriffen am Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven die Funktion des Nervensystems zu überwachen. Hierbei können einerseits die im Gehirn und Rückenmark verlaufenden Nervenbahnen kontinuierlich überwacht werden. Bei Veränderungen der Potentiale kann der Operateur sofort Maßnahmen ergreifen, um einen drohenden Schaden zu verhindern.  Andererseits können durch direkte Stimulation wichtige Nerven und Funktionszentren identifiziert. Auf diese Weise kann z.B. eine Kartierung der Hirnoberfläche erfolgen. Diese Möglichkeiten führen zu einer deutlichen Senkung des Operationsrisikos und sind somit der Sicherheit des Patienten dienlich.

Wir verwenden das neurophysiologische Monitoring bei Operationen am Gehirn, Rückenmark, und an peripheren Nerven.

Neuronavigatiion

Mittels Neuronavigation kann aus Bildaten eines MRT oder CT eine Art virtuelle Landkarte des Gehirns erstellt werden, die zur Orientierung bei einer Operation genutzt wird. So können durch präoperative Planung Hautschnitt und Zugang möglichst klein gehalten werden. Auch kleine oder tiefsitzende Läsion werden so sicher aufgefunden und entfernt.

Fluoreszenzgesteuerte Resektion (5-ALA)

5-Aminolävulinsäure (5-ALA) ist eine Medikament, dass vor einer Operation eines hirneigenen Tumors verabreicht wird. Es reichert sich in Zellen hirneigener Tumor an und wird dort in einen fluoreszierenden Stoff umgewandelt. Dadurch kann der Tumor dann bei einer Operation sichtbar gemacht und vollständig entfernt werden.

Stereotaxie

Die stereotaktische Biopsie ist ein minimalinvasives Operationsverfahren, das höchste Genauigkeit gewährleistet. Mit Hilfe bildgesteuerter und computerassistierter Berechnung der Wege und Abstände erlaubt die Stereotaxie ein nahezu verletzungsfreies Bewegen im Schädel, sodass gezielte Probeentnahmen durchgeführt werden können.

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