HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Wissenswertes zu den Themen Nephrologie und Dialyse

Die Nephrologie ist ein spezieller Schwerpunkt der Inneren Medizin, der sich mit den Erkrankungen der Nieren, dem Nierenversagen mit seinen Folgestörungen und mit der Hochdruckerkrankung befasst. Auch bei entzündlichen Nierenerkrankungen (Glomerulonephritiden) spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle. Rheumatische Systemerkrankungen befallen häufig die Nieren, so dass es sinnvoll ist, die Patienten mit diesen Auotimmunerkrankungen (Lupus Erythematodes, andere Kollagenosen, Vaskulitiden wie den Morbus Wegener) in einer Klinik zu betreuen, welche die Schwerpunkte Rheumatologie, Immunologie und Nephrologie gemeinsam vertritt.

Im Schwerpunkt Nephrologie erfolgt zudem mittels Spezialdiagnostik (Urindiagnostik, Nierensonographie, Farbdoppler-Sonographie der Nierenarterien, Nierenpunktion, 24-h-Blutdruckmessung) die Ursachenabklärung aller Arten von Nierenfunktionsverschlechterungen und des Bluthochdrucks, insbesondere wenn er durch Nierenerkrankungen oder Nierenarterienverengungen ausgelöst wird. Durch die enge Verknüpfung mit der Dialyse-Abteilung, die zur Klinik Innere Medizin IV gehört, ist die Betreuung von Patienten mit akutem Nierenversagen ebenso gewährleistet wie die Versorgung von Patienten aus dem chronischen Hämo- oder Peritoneal-Dialyse-Programm.

Zusätzlich führen wir spezielle, innovative extrakorporale Blutreinigungsverfahren, die sogenannte Apherese, durch. Hiermit gelingt es gezielt spezielle krankmachende Substanzen aus dem Blut zu entfernen. Im wesentlichen können drei große Krankheitsgruppen behandelt werden 

  • Autoimmunerkrankungen
  • Mikrozirkulationsstörungen (Verlust des zentralen Sehvermögens, Hörsturz)
  • schwere Fettstoffwechselstörungen

Informationen für Sie

In der Dialysestation der HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden behandeln wir stationäre und teilstationäre Patienten. Wir bieten folgende Dialyseverfahren an:

Hämodialyse, Hämofiltration, Hämodiafiltration, CAPD, APD, Heimhämodialyse. Unsere Maschinen sind unterschiedlich ausgerüstet und bieten uns die Möglichkeit der online Clearance Messung, der Rezirkulationsmessung und der Blutvolumenmessung.

Eine separate Maschine für Hepatitis C positive Patienten ist vorhanden.

MRSA-Träger werden an separaten Plätzen behandelt.

Insgesammt werden bei uns ca. 6800 Dialysebehandlungen pro Jahr durchgeführt.

Durch ein modernes Dialysemanagementsystem sind alle Dialysemaschinen elektronisch vernetzt und bieten so optimale Behandlungs- und Dokumentationsqualität.

Für den Bereich der Intensivstationen werden zusätzlich kontinuierliche Verfahren (CVVH, CVVHD, CVVHDF auch mit Citratantikoagulation) und Geniusdialysen angeboten.

Zusätzlich bieten wir folgende Sonderbehandlungen an.

Hier sind die LDL-Apherese, Totaler Plasmaaustausch, Immunadsorbtion, und die Rheopherese zu nennen

Allgemeine Informationen:

Funktionstüchtige Nieren sind für den Menschen lebensnotwendig. Sie haben vielfältige Aufgaben, wie zum Beispiel die Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes, die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten, von Medikamenten und Körpergiften, die Regulation des arteriellen Blutdruckes und des Vitamin D-Stoffwechsels sowie die Produktion von bestimmten Hormonen.

"Zwei Organe mit vielen Talenten".
Zu einer Schädigung der Nierenfunktion können viele Erkrankungen führen:
Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erbliche Erkrankungen, Infektionskrankheiten, System-Erkrankungen (Rheuma, Lupus erythematodes etc.), Tumor - Erkrankungen, Vergiftungen z.B. durch Schwermetalle oder bestimmte Medikamente oder urologische Erkrankungen.

Ebenso vielfältig sind die Beschwerden bei zurückgehender Nierenleistung. So treten in unterschiedlichen Häufigkeiten und je nach Grad der Einschränkung auf:

Kopfschmerzen, Leistungsminderung, Blässe der Haut, Juckreiz, Bein- oder Augenlidschwellungen, arterieller Hochdruck, Herzschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin, schäumender Urin, Flankenschmerzen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Wadenkrämpfe und Taubheitsgefühl der Füße. Viele Nierenerkrankungen zeigen leider erst spät Warnsymptome. vermehrte Eiweißausscheidung (schäumender Urin) oder Blut im Urin sind eindeutige Warnhinweise auf eine Nierenerkrankung und müssen genau analysiert werden. Hier kann z.B. die mikroskopische Untersuchung des Harns durch den Erfahrenen klären, ob die roten Blutkörperchen über die Niere oder von der Harnblase ausgeschieden werden, was unterschiedliche Behandlungsstrategien zur Folge hat.

Jeder fünfte Deutsche hat einen krankhaften Bluthochdruck, der auf Dauer auch die Nieren schädigt. Nur ein Drittel bis zur Hälfte der Betroffenen weiß davon. Wird der Hochdruck nicht behandelt, drohen Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenschwäche bis zur Notwendigkeit von Dialyse. Gut behandelter Bluthochdruck (Optimales Ziel 120/80 mm Hg) verlängert das Leben um Jahre und sichert Lebensqualität und Unabhängigkeit im Alter.

Für bereits erkrankte Nieren (v. a. bei zuckerkranken Patienten) ist der Bluthochdruck besonders gefährlich, da er die Funktion der vorgeschädigten Nieren weiter verschlechtert. So gilt es besonders für diese Patienten den Blutdruck auf ein sehr niedriges Niveau einzustellen.

Hierzu ist eine Registrierung des Blutdruckes über 24-Stunden (ABDM = Ambulanter Blut-Druck Monitor) heute nahezu unabdingbar. Bei voller Mobilität des Patienten und auch in der Nacht misst ein kleiner Apparat (wie ein "Walkman") alle 15-20 min den Blutdruck und zeichnet ihn auf. So lässt sich z. B. die notwendige Dosis der Blutdruckmedikation exakt bestimmen oder aufdecken, dass nachts besonders hoher Blutdruck besteht. Hat ein Patient nur beim Arzt oder Medizinpersonal hohe Blutdruckwerte - was auf ca. ein Drittel der Untersuchten zutrifft - kann die 24-h-Blutdruckmessung vor unnötiger Verordnung von Medikamenten bewahren.

Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) werden meist durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst. Nach einer bakteriellen oder viralen Infektion können sich Eiweiße (Antikörper) im Filtersystem der Niere verfangen und lösen dort eine Entzündung aus, die eine Nierenfunktionsstörung verursacht.

Hier kann nur eine Gewebeprobe aus der Niere die Diagnose sichern. In lokaler Betäubung wird unter Ultraschallkontrolle die Punktion durchgeführt. Der Patient bleibt für diesen Eingriff ca. 2 Tage stationär. Der kleine Gewebszylinder wird von speziell erfahrenen Pathologen untersucht. Entsprechend dem Ergebnis kann dann eine gezielte Therapie eingeleitet werden.

Bei allen Nierenerkrankungen sind neben einer gründlichen ärztlichen Untersuchung, Labortests und weiterführende Untersuchungen erforderlich.

Routinemäßig werden zur Messung der Nierenleistung die Blutkonzentrationen von Harnstoff, Kreatinin oder Harnsäure bestimmt und mit speziellen Untersuchungsmethoden die Nierenfunktion genau bestimmt. Durch spezielle diagnostische Verfahren wie z.B. szintigraphische Methoden, Computertomogramme (CT), Magnetresonanztomographien (MRT) oder Angiographien ist es möglich die Krankheitsursache zu erkennen. Ein Fortschreiten der Nierenerkrankung kann dann mit Medikamenten verhindert oder eingedämmt werden. Je früher eine Störung erkannt wird, desto größer ist die Chance die Erkrankung erfolgreich zu behandeln.

Versagen die Nieren endgültig, kann ein Mensch nur überleben, wenn das Blut regelmäßig entgiftet wird. Dieses Verfahren nennt man Dialyse.

Seit 1960 wird die sogennannte Blutwäsche, die Hämodialyse, durchgeführt. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 60.000 dialysepflichtige Patienten. Um genügend Blut in der Hämodialyse-Maschine reinigen zu können, ist eine Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene am Unterarm notwendig. Diese sollte möglichst einige Wochen vor dem geplanten Dialysebeginn in Lokalanästhesie operativ angelegt werden, der sogenannte "Shunt".

Die Dialysebehandlung selbst ist zeitaufwendig. An drei Tagen in der Woche, je vier bis fünf Stunden, wird der Patient an der künstlichen Niere behandelt. Strenge Vorschriften bezüglich Diät und vor allem der Trinkmenge (ca. ½ Liter pro Tag) bestimmen sein tägliches Leben.

Ein anderes Verfahren stellt die sogenannte "Bauchfell-Dialyse" (Peritoneal-Dialyse, oder CAPD) dar, das ohne maschinelle Ausrüstung zuhause, das heißt vom Patienten selbstständig durchgeführt wird. Man läßt eine sterile Spüllösung über einen chirurgisch eingesetzten Schlauch (Katheter) in den Bauchraum einlaufen (2 Liter), nach ca. 4 Stunden wieder auslaufen und füllt wieder mit frischer Lösung auf. Dieser Wechsel wird täglich vier mal pro Tag wiederholt. Das Bauchfell dient als Membran und die Giftstoffe gelangen aus dem Blut in die Flüssigkeit.

Welches Verfahren für den einzelnen Patienten in Frage kommt hängt von verschiedenen Voraussetzung ab und wird mit dem Patienten ausführlich besprochen.

Während der Jahre, die ein Patient dialysiert, bleibt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Nierentransplantation. Sie stellt die beste Art der Nierenersatztherapie dar. Mittlerweile ist die Nierentransplantation zu einem Standardverfahren (ca. 2250 pro Jahr allein in Deutschland) mit ausgezeichneten 5-Jahres-Funktionsraten über 75 % geworden.

Wir freuen uns, dass wir einige von unseren langjährigen Dialysepatienten nach Nieren- und z.T. auch gleichzeitiger Pankreastransplantation an unserem nephrologischen Zentrum mit der für sie neugewonnenen Freiheit betreuen können.

Diese kurzen Erläuterungen können Sie im Gespräch mit Ärzten und Pflegekräften der Nephrologie und Dialyse gerne vertiefen. Die Telefonnummern der entsprechenden Ansprechpartner sind oben genannt

SO ERREICHEN SIE UNS

Klinik Innere Medizin IV, Bereich Dialyse

Dr. med. Rainer Roth
Leiter des Bereichs

Ludwig-Erhard-Str. 100
651919Wiesbaden

Telefon (0611) 43-2178
Telefax (0611) 43-2820

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