HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Leistungsspektrum

Erkrankungen der Aorta und ihrer Hauptäste

Es werden alle aneurysmatischen Erkrankungen und arteriosklerotischen Verschlussprozesse der Aorta offen chirurgisch oder endovaskulär behandelt mit Ausnahme der aufsteigenden Hauptschlagader direkt hinter dem Herzen.

Falls erforderlich kann bei der offenen Operation von Aortenaneurysmen auch die extrakorporale Zirkulation in Form der Herz- Lungenmaschine zur Anwendung kommen. Einen besonderen Schwerpunkt stellt neben der traditionellen offenen Chirurgie der Einsatz von sog. Stentprothesen bei der Ausschaltung des infrarenalen Aortenaneurysmas, Veränderungen der thorakalen Aorta und der Beckenarterien dar. Hier kommen auch die modernen, endovaskulären Verfahren an der thorakalen und thorakoabdominellen Aorta in Form von sog. gebranchten oder fenestrierten Stentprothesen zur Anwendung.

Der Vorteil der endovaskulären Aortenrekonstruktion liegt in der geringeren Invasivität und der schnelleren Erholung vom Eingriff, besonders beim Risikopatienten. In der offenen Aneurysmachirurgie werden auch Aneurysmen der thorakalen Aorta unter Einbeziehung des Viszeralarteriensegmentes mittels konventionellem Ersatz unter Rekonstruktion der Viszeralperfusion oder die sog. Hybridverfahren mit Kombination der Stentprothesenimplantation mit offenen Revaskularisationstechniken behandelt. Sowohl für die offene Aneurysmachirurgie als auch für die komplexen endovaskulären Verfahren an der Aorta besteht eine langjährige Expertise. 

Die Vorbereitung auf komplexe Aorteneingriffe erfolgt zusammen mit dem kardiologischen Team von Prof. Dr. Dr. med Markus Ferrari. Langfristig ist in der Aortenchirurgie, insbesondere nach Implantation einer Stentprothese, eine regelmäßige Überwachung der Implantate angezeigt. Diese wird mittels der gängigen CT- oder MRT-Untersuchungen, zunehmend aber auch durch die Sonographie durchgeführt. Speziell die Nachsorge nach endovaskulären Aorteneingriffen wird über unsere Gefäßambulanz durch den Angiologen Dr.med. Savvas Savvidis abgedeckt.

Ebenso erfolgt die offene und endovaskuläre Rekonstruktion stenosierender oder aneurysmatischer Veränderungen der Nieren- und Viszeralarterien. Die endovaskulären Verfahren an den Viszeralgefäßen werden mit der interventionellen Radiologie abgestimmt. Bei Durchblutungsstören des Darmes besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Teams der Gastroenterologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ralf Kiesslich sowie der Abdominalchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Otto Kollmar.

Durchblutungsstörungen an den Beinen und diabetisches Fußsyndrom

Die Gefäßmedizin hat einen großen Schwerpunkt in der mit zunehmendem Alter sehr häufigen Durchblutungsstörung der unteren Extremitäten. Diese treten gehäuft bei Rauchern in Form der sog. Schaufensterkrankheit auf, betreffen aber auch Patienten mit langjährigem Diabetes mellitus, wo es infolge der Spätkomplikationen zum Absterben von Gewebe mit drohender Amputation der betroffenen Extremität kommen kann.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Therapieplanung ist die angiographische Diagnostik, die Aufschluss über das Befallsmuster der Arterien in Hinsicht auf die Ausdehnung der Verengungen und Verschlüsse gibt. Diese wird in enger Kooperation mit der radiologischen Praxis RNS an den HELIOS HSK Wiesbaden abgestimmt. Zur Anwendung kommt neben der MR- und CT-Angiographie auch die digitale Subtraktionsangiographie.

Entscheidend in der Diagnostik, und speziell der Nachsorge nach endovaskulären oder offenen Eingriffen zur Behandlung der peripheren Durchblutungsstörungen ist die enge Kooperation mit der Angiologie, die in unserem Team durch Dr. med. Savvas Savvidis vertreten ist. Auch bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion kann hier mittels Ultraschalldiagnostik eine exakte Diagnosestellung erfolgen.

Rekonstruktion der arteriellen Gefäße

Es werden alle gängigen Verfahren der offenen und endovaskulären Therapie in Kooperation mit der interventionellen Radiologie stadienorientiert durchgeführt.

Im Bereich der Beckenarterien werden nach Möglichkeit die schonenden Verfahren der endovaskulären Therapie bevorzugt eingesetzt. Dies umfasst alle modernen Kathetertherapieverfahren mit Ballonaufweitung oder Stenteinbringung an den Arterien des Beckens und der Beine. Im Bedarfsfall werden die Kathetertechniken mit der offenen Rekonstruktion verengter Arterien in Form der sog. Hybridverfahren kombiniert, wobei in diesem Fall die Leistenarterie chirurgisch behandelt wird. 

Einen besonderen Schwerpunkt stellt bei der fortgeschrittenen amputationsbedrohenden Durchblutungsstörung die Anlage sog. peripherer Bypässe dar. Es werden alle Verfahren der Rekonstruktion mit körpereigener Vene, auch unter routinemäßiger Verwendung von Armvenen, sehr häufig durchgeführt. Speziell beim diabetischen Patienten erfolgt auch die Anlage pedaler Bypässe. Synthetische oder biologische Gefäßprothesen finden nur bei nicht verfügbarer körpereigener Vene Anwendung.

Behandlung des diabetischen Fußes

Die Therapie des diabetischen Fußsyndroms erfolgt in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin an den HELIOS HSK Wiesbaden. Hierbei spielt die medikamentöse Einstellung des Blutzuckerstoffwechsels eine zentrale Rolle. In der Klinik für Gefäßmedizin werden auch die notwendigen Weichteil- und Knochenresektion bei ischämischen Nekrosen und Infektionen durchgeführt. Besondere  Beachtung verdient dabei die Vakuumversiegelung offener Wunden zur Beschleunigung der Wundheilung.

Die Behandlung chronischer Wunden stellt sowohl in der ambulanten als auch stationären Gefäßmedizin einen wesentlichen Schwerpunkt dar.

Carotisstenose und Verengungen anderer hirnversorgender Arterien

Die operative Therapie der Carotisstenose stellt einen wichtigen Schwerpunkt der Abteilung dar, sowohl in der Operation der symptomatischen als auch der asymptomatischen Stenose. Diese Eingriffe werden fast ausschließlich in Locoregionalanästhesie (Cervicalblock) durchgeführt. Dies erlaubt eine optimale Beurteilung des neurologischen Zustands während des Eingriffs.

Neben der sog. Eversionsendarteriektomie erfolgt auch die Rekonstruktion der Arterie mittels einer sog. Patchplastik. Es werden ebenso auch alle gängigen offenen und endovaskulären Verfahren bei Befall der zentralen Aortenbogenabgänge der hirn- und extremitätenversorgenden supraaortalen Arterien durchgeführt - inklusive der transthorakalen Operationen mit Bypassanlage - beginnend an der Aorta aszendens. Diagnostik und Therapie werden dabei eng mit der Klinik für Neurologie an den HELIOS HSK unter der Leitung von Prof. Dr. med. Oliver Singer abgestimmt. Hinsichtlich der endovaskulären Therapie von Carotisstenosen besteht eine Kooperation mit der Neuroradiologie unter Leitung von Dr. med. Constantin Zühkle. In einer gemeinsamen neurovaskulären Fallbesprechung wird jeweils das optimale Behandlungsverfahren festgelegt. 

Dialyseshuntchirurgie und Gefäßzugänge

Die enge Zusammenarbeit mit ambulanten und stationären Dialysezentren beinhaltet die Anlage von Hämodialyseshunts inklusive aller notwendiger Folgeeingriffe, so wie auch die Implantation von Hämodialysekathetern. Für den onkologischen Schwerpunkt an den HELIOS HSK bietet die Gefäßmedizin die Implantation von Portsystemen und venösen Dauerverweilkathersystemen an.

Varikosis

Im Bereich der Venenchirurgie stellt die konventionelle Chirurgie mit chirurgischer Entfernung der varikösen Venen einen Schwerpunkt dar. Hier kommt das Verfahren des invaginierenden Strippens der Vena saphena magna in Kombination mir der kosmetisch günstigen Miniphlebektomie durch kleinste Inzisionen zur Anwendung. Angeboten wird auch die Radiofrequenzablation für ausgewählte Fälle und Verfahren zur Behandlung venöser Ulcera. Die Operationen werden je nach Schweregrad der Erkrankung auch ambulant durchgeführt.



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