HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Kathetergestützte Schlaganfalltherapie – neuste Studien belegen hohe Wirksamkeit

* Methode bereits erfolgreich an den HSK eingesetzt
* Einsatz bei schweren Schlaganfällen
* Zusammenarbeit mehrerer medizinischer Fachdisziplinen notwendig


Der endgültige Beweis liegt nun vor: Die kathetergestützte (endovaskuläre) Therapie bei Schlaganfallpatienten erhöht deutlich die Erfolgschancen der Behandlung. Das belegen Ergebnisse mehrerer großer klinischer Studien, die Anfang des Jahres u.a. in dem renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Die Methode wurde an den HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden bei rund 40 Schlaganfallpatienten pro Jahr bereits erfolgreich eingesetzt.

„Bei einem Schlaganfall kommt es zum Verschluss eines Gefäßes, das Blut zum Gehirn transportiert. Durch das Blutgerinnsel verstopft die Arterie und so gelangt zu wenig Blut ins Gehirn mit der Folge, dass die betroffenen Hirnbereiche nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden“, erklärt Professor Singer, Direktor der Klinik für Neurologie an den HSK. Um zu vermeiden, dass dieses Gewebe abstirbt, muss schnell gehandelt werden.

Standard ist die systemische Thrombolysetherapie, bei der dem Patienten ein Gerinnsel-auflösendes Medikament in die Vene gespritzt wird, um den Verschluss im Gehirn aufzulösen. „Das ist eine sehr wirksame und etablierte Therapie, die seit Jahren in den HSK eingesetzt wird. Wenn jedoch große Gefäße im Gehirn verschlossen sind, stößt dieses Verfahren an seine Grenzen. Dann kommt die endovaskuläre Therapie zum Einsatz“, so Singer. Ein spezieller Katheter, Stent-Retriever genannt, wird über eine große Arterie im Leistenbereich gegen den Blutstrom bis in die großen Gefäße des Gehirns geschoben. Der Stent-Retriever ist ein Maschendrahtgebilde, in dem sich das Blutgerinnsel verfängt und so aus dem Körper entfernt werden kann.

In den HSK werden jährlich rund 1.800 Schlaganfallpatienten behandelt. Bereits seit mehreren Jahren kommt auch die endovaskuläre Schlaganfalltherapie bei besonders schwer betroffenen Patienten zum Einsatz. „Diese kathetergestützte Therapie wird schon seit rund 15 Jahren erprobt und weiterentwickelt. Durch die technische Entwicklung der Stent-Retriever kam nun der große Durchbruch und die Überlegenheit dieses Therapieansatzes verglichen mit der alleinigen Thrombolysetherapie konnte nun in mehreren großen wissenschaftlichen Studien zweifelsfrei belegt werden. Wir möchten diese Therapie  an den HSK nun verstärkt einsetzen“, so Singer.

Die endovaskuläre Schlaganfalltherapie ist ein aufwendiges Verfahren und bedarf einer sehr guten Abstimmung zwischen diversen Fachdisziplinen. Denn der Eingriff wird von einem Team aus Neurologen, Neuroradiologen, Anästhesisten und Intensivmedizinern durchgeführt.

Jede Minute zählt

Ob Standardtherapie oder zusätzlich endovaskuläres Verfahren, Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schlaganfallbehandlung ist, dass der Patient schnellstmöglich behandelt wird. Wichtig ist deshalb, potenzielle Symptome eines Schlaganfalles zu erkennen. Typische Anzeichen sind Veränderungen der Beweglichkeit, wie etwa eine Schwäche der Gesichtsmuskulatur (z.B. hängender Mundwinkel), Lähmungen, einseitiger Sehverlust und Gefühlsstörungen. Charakteristisch ist, dass die Symptome schlagartig einsetzen. Wer Schlaganfallsymptome bei sich oder einem anderem Menschen feststellt, sollte sofort den Rettungsdienst rufen, denn je früher ein Schlaganfall behandelt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. „Wir haben noch bei Patienten, die bis circa sechs Stunden nach Beginn der Beschwerden mit der endovaskulären Methode behandelt wurden, gute Ergebnisse erzielt. Jenseits dieser sechs Stunden wird die Wahrscheinlichkeit einer Heilung immer geringer“, sagt Singer.

Die Erholung nach einem Schlaganfall läuft in mehreren Phasen ab. Häufig erfolgt in den ersten Tagen bereits eine deutliche Verbesserung der Beschwerden, dann nimmt die Geschwindigkeit der Erholung ab und kann sich bis zu neun bis zwölf Monaten fortsetzen. „Die Heilungsaussichten sind schwierig vorherzusagen, da Faktoren wie das Alter des Patienten und der Schweregrad des Schlaganfalls eine wichtige Rolle spielen. Pauschal lässt sich sagen: Umso jünger der Patient und je leichter der Schlaganfall, desto höher sind die Erholungschancen“, sagt Singer.

Einem Schlaganfall kann man vorbeugen, indem man die Risikofaktoren kennt und behandelt. Der wichtigste Risikofaktor ist ein unbehandelter Bluthochdruck. Aber auch Diabetes, zu hohe Blutfettwerte, Rauchen, ein ungesunder Ernährungsstil und Übergewicht erhöhen die Gefahr eines Schlaganfalls.

Pressekontakt:

Kirsten Feldmann
Unternehmenskommunikation und Marketing
HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken
Telefon: +49 0611 43 9649
E-Mail: kirsten.feldmann@helios-kliniken.de


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