HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Fastnacht: Vorsicht beim Alkoholkonsum

Bunte Kostüme, ausgelassene Stimmung, Party auf den Straßen und für manche:  ein Besuch im Krankenhaus. Denn an Fastnacht herrscht Ausnahmestimmung – häufig auch was den Alkoholpegel angeht. Was passiert, wenn man es mit dem Alkoholkonsum übertreibt, erklären Ärzte der HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden. 

Alkohol gelangt schnell in den Blutkreislauf und macht zunächst ausgelassen und kontaktfreudig. Gerade Jugendliche, die noch in einem Selbstfindungsprozess sind, genießen diese Wirkung. Doch der Schein trügt. Denn auch verminderte Urteilsfähigkeit, höhere Reizbarkeit und Risikobereitschaft sind Folgen. Es treten Gleichgewichts- und Sprechstörungen ein, später Gedächtnisverlust oder sogar Bewusstlosigkeit. „So wird man leicht zum Opfer krimineller Handlungen oder sexueller Übergriffe“, warnt Univ.-Prof. Dr. med. Markus Knuf, Direktor der Klinik Kinder und Jugendliche an den HSK in Wiesbaden. Ab etwa zwei Promille kann es für die meisten Menschen lebensgefährlich werden: Koma mit Reflexlosigkeit, unkontrollierte Ausscheidungen und im schlimmsten Fall der Tod.

2014 ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Wiesbaden, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dazu beigetragen haben vermutlich das Präventionsprojekt „HaLT – Hart am Limit“ sowie häufigere Kontrollen beim Verkauf von Hochprozentigem und eine andere öffentliche Wahrnehmung von Alkoholkonsum bei Jugendlichen. An Fastnacht steigen jedoch die Zahlen von Jahr zu Jahr. „Die jungen Leute kommen aus allen sozialen Schichten. Für viele ist es ein einmaliger Ausrutscher, dennoch gibt es Einzelfälle, die wir mehrmals im Jahr sehen“, so Knuf.

Gift für den Körper

Jeder übermäßige Alkoholkonsum vergiftet den Körper. Wann es gefährlich wird, kommt individuell darauf an, wieviel Alkohol man gewöhnt ist. So kann ein chronischer Alkoholiker bei hohen Promillezahlen noch geradeaus laufen, während ein ungeübter „Trinker“ bereits bewusstseinsgestört ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Bei Patienten, die wegen zu hohen Alkoholkonsums in der Notaufnahme der HSK landen, werden zunächst Begleitverletzungen ausgeschlossen „Wir prüfen, ob der Patient etwa gestürzt ist und eine Schädel-Hirn-Verletzung hat, ob er unterzuckert oder unterkühlt ist und schauen nach Hinweisen für die Einnahme weiterer Drogen“, erklärt Dr. med. Andreas Fischbach, Direktor der Klinik für Notfallmedizin an den HSK. Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Blutdruck werden bei bewusstseinsgestörten Patienten am Monitor überwacht; eine Infusion schützt den Körper vor dem Austrocknen. Nun heißt es abwarten bis der Alkohol ausgeschieden wird. Das kann je nach Grad der Intoxikation (Vergiftung) viele Stunden dauern, denn über die sogenannte Alkohol-Dehydrogenase (ADH) wird der Alkohol in der Leber lediglich um 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde abgebaut.

Wenn es dem Patienten besser geht, wird ein Beratungsgespräch geführt. „Wichtig sind die Motive hinter dem Alkoholkonsum. Trinkt der Patient aus Geselligkeit, um seine Schüchternheit zu bekämpfen oder steckt etwa eine desolate Situation, wie häusliche Gewalt dahinter“, sagt Knuf. Den Eltern wird empfohlen, zusammen mit ihren Kindern eine Suchtberatung aufzusuchen. Bei Bedarf wird das Jugendamt eingeschaltet. 



3 Fragen an Prof. Dr. Knuf:



Wie gefährlich ist der Alkoholkonsum?

„Je nachdem wieviel Alkohol ein Mensch gewohnt ist und verträgt, treten bestimmte Begleiterscheinungen auf. Bei geringem Konsum sinkt zunächst die Hemmschwelle. Es folgen eine verminderte Urteilsfähigkeit, höhere Reizbarkeit und Risikobereitschaft, was zu leichtsinnigen Handlungen führen kann. Wer weiter trinkt, riskiert Gleichgewichts- und Sprechstörungen, Gedächtnisverlust und Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall führt eine Alkoholvergiftung zum Koma oder sogar zum Tod.“

Warum neigen vor allem Jugendliche zu exzessivem Alkoholkonsum?

„Alkohol macht erst einmal ausgelassen und kontaktfreudig – eine Wirkung die nicht nur junge Menschen begrüßen. Jugendliche haben aber aufgrund ihres Alters noch keine größeren Erfahrungen mit Alkohol und können die Wirkung nicht richtig einschätzen. Es ist wichtig herauszufinden, warum ein Jugendlicher exzessiv Alkohol trinkt und ihm dann diesbezüglich Beratung und Hilfe anzubieten.“

Wie kann man einer Alkoholvergiftung vorbeugen?

„In den Familien sollte das Thema nicht tabuisiert werden. Risikoeinschätzung und Kontrolle sind wichtige Punkte in der Auseinandersetzung mit Jugendlichen, die Alkohol konsumieren. Wer an Festen wie Fastnacht Alkohol trinkt, sollte seine individuelle Grenze kennen und vor allem aufhören zu trinken, wenn erste Symptome auftreten.“

Pressekontakt:

Kirsten Feldmann
Unternehmenskommunikation und Marketing
HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken
Telefon: +49 0611 43 9649
E-Mail: kirsten.feldmann@helios-kliniken.de

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