HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Fastenzeit: Null-Diäten bringen nichts und sind gefährlich

Fastfood, Süßigkeiten, Alkohol – auf all das wollen viele Menschen in der Fastenzeit verzichten. Manche entscheiden sich für die so genannte Null-Diät und verzichten komplett aufs Essen. Ob dies sinnvoll ist, erklärt Dr. med. Johannes Rey, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin und ärztlicher Leiter der Ernährungs-medizin an den HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden.

Ob man dem Körper durch Vollfasten etwas Gutes tut, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen: Einige Menschen berichten von angenehmen Auswirkungen auf Körper und Geist. Studien, die diesen Effekt auf die Gesundheit eindeutig belegen fehlen bisher. „Grundsätzlich ist unser Körper von Natur aus nicht vorbereitet, komplett auf essenzielle Nahrungsbestandteile zu verzichten. Das heißt, wir brauchen Kohlenhydrate, Proteine, Fette und Wasser zum Leben“, sagt Rey. Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, greift er auf seine Energiespeicher zurück und nutzt diese für die lebenserhaltenden Stoffwechselvorgänge. Hierbei kann man körperliche Veränderungen feststellen, etwa eine eingeschränkte Belastbarkeit. Wenn man gänzlich auf Nahrung verzichtet, verändern sich bestimmte Stoffwechselprozesse und die Schleimhäute in Magen und Darm bilden sich zurück. Gefährlich wird es, wenn sich unter diesen Umständen giftige Stoffe, wie Laktat, bilden und nicht adäquat ausgeschieden werden können.

Statt Vollfasten: bewusst und in Ruhe essen

„Gar nichts zu essen, kann zu einer Belastung für den Körper werden. Ein gesunder Mensch kann jedoch für einen kurzen Zeitraum auch ohne Nahrungsaufnahme überleben, vorausgesetzt er trinkt genug Wasser“, so Rey. Sehr gefährlich ist Vollfasten insbesondere für chronisch Kranke, wie Diabetiker oder Patienten mit Tumor-erkrankungen. Rey warnt zudem davor, Fasten als Mittel zur Gewichtsreduktion zu sehen: „Es bringt zwar in der Regel kurzfristig das gewünschte Resultat, doch meistens lässt der so genannte Jo-Jo-Effekt nicht lange auf sich warten." Wer durch Fasten nur das Gewicht reduzieren will, der verliert das Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung, was grundlegend ist, um langfristig das Idealgewicht zu halten.

Gesünder als gar nichts zu essen ist, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten oder noch besser: deren Konsum schlicht zu reduzieren. „Was wir uns verbieten, erscheint bekanntlich umso attraktiver und erschwert das Durchhalten. Anstatt sich das Naschen komplett zu verkneifen, kann man sich vornehmen, einmal am Tag bewusst einen Nachtisch zu essen“, so Rey. Was unsere Esskultur betrifft, können wir uns vielleicht bei den Südeuropäern etwas abschauen: Nahrungsmittel bewusst und ausgewogen auswählen, mit mehr Ruhe und Gelassenheit essen - das ist förderlicher für die Gesundheit als eine Null-Diät. Wer für eine bestimmte Zeit doch gänzlich auf Nahrung verzichten möchte, sollte in jedem Fall mit seinem Hausarzt Vorerkrankungen ausschließen und über die Risiken sprechen.


3 Fragen an Dr. med Johannes Rey:


Welche Fastenformen gibt es?


„Wer fastet, verzichtet für eine bestimmte Zeit auf Nahrung. Beim Vollfasten isst man gar nichts und trinkt nur Wasser oder Tee. Verbreiteter ist der Verzicht auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel wie Süßigkeiten oder Alkohol. Die meisten Menschen fasten aus religiösen Gründen, wie jetzt zur christlichen Fastenzeit zwischen Fastnacht und Ostern. Andere versprechen sich einen gesundheitlichen Nutzen oder möchten Gewicht reduzieren.“

Ist fasten gesund?

„Auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel, wie etwa Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten, ist der Gesundheit zuträglich. Der vollständige Verzicht auf Essen ist für den Körper hingegen eine Belastung. Denn der menschliche Körper ist von Natur aus nicht dazu vorbereitet, komplett auf essenzielle Nahrungsbestandteile zu verzichten. Unser Organismus braucht Kohlenhydrate, Proteine, Fette und Wasser zum Leben.“

Was sollte man beim Fasten beachten?

„Bei der Absicht, für eine bestimmte Zeit gänzlich auf Essen zu verzichten, sollte man zuvor mit seinem Hausarzt sprechen, denn bei bestimmten Vorerkrankungen kann Fasten lebensgefährlich sein. Über mehrere Tage sollte man nicht komplett auf Nahrung verzichten. Beim Fasten ist es essenziell, viel Wasser oder Tee zu trinken. Alkoholische oder ausschließlich zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden.“


Pressekontakt:

Kirsten Feldmann
Unternehmenskommunikation und Marketing
HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken
Telefon: +49 0611 43 9649
E-Mail: kirsten.feldmann@helios-kliniken.de


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