DKD HELIOS Klinik Wiesbaden

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung unterschiedlicher Schilddrüsenerkrankungen.

Sie gilt als besonders schonende Alternative zur Operation. Die Radiojodtherapie wird bei verschiedenen Formen der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wie z.B. der Basedow-Krankheit (Morbus Basedow), autonomen Funktionsstörungen der Schilddrüse (z.B. autonomes Adenom) oder bestimmten Formen des Schilddrüsenkrebses (papilläres oder follikuläres Karzinom) eingesetzt. Auch eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) kann damit behandelt werden.

 

Die Radiojodtherapie ist eine Strahlenbehandlung, bei der die strahlende Substanz Jod 131 verabreicht wird. Der Vorteil dabei ist, dass die Substanz ausschließlich von der Schilddrüse aufgenommen wird und nur dort wirkt.

Muss die Schilddrüse wegen eines Karzinoms operativ entfernt werden, wird meistens ca. drei Wochen später eine Radiojodtherapie durchgeführt. Damit können die verbliebenen Reste vom gesunden Schilddrüsengewebe entfernt und übrig gebliebenes bösartiges Gewebe zerstört werden.


Untersuchungs- und Therapieablauf

In einer vorbereitenden Untersuchung (Blutuntersuchung, Ultraschall und Szintigraphie der Schilddrüse) wird zunächst festgestellt, ob eine Radiojodtherapie bei Ihnen notwendig ist. Falls ja, führen wir einen Radiojodtest (Gabe einer Probekapsel mit sehr geringer Radioaktivität) durch.

Im Anschluss nehmen wir Sie stationär bei uns auf. Am Aufnahmetag wird Ihnen radioaktives Jod in Form einer oder mehrerer kleiner Kapseln verabreicht. Die Dosis wird individuell berechnet, die Substanz gut vertragen, nur wenige Patienten bemerken leichte Halsschmerzen, die dann auch nur wenige Tage bestehen.

An den Folgetagen messen wir die Strahlungsaktivität in der Schilddrüse. Ist sie bis zu einem bestimmten Wert abgeklungen, können wir Sie wieder nach Hause entlassen, in der Regel nach drei bis sieben Tagen. Während Ihres stationären Aufenthaltes dürfen Sie aus Strahlenschutzgründen leider keinen Besuch empfangen und die Station nicht verlassen. Sie haben jedoch regelmäßigen Kontakt zu Ärzten, Pflegepersonal und natürlich Ihren Mitpatienten. Außerdem stehen Ihnen Telefon, Fernsehen und Internetanschluss zur Verfügung.

Die therapeutische Wirkung tritt in der Regel erst nach einigen Wochen ein. Deshalb sind nach der Radiojodtherapie Nachsorgeuntersuchungen notwendig, die Sie bei uns oder Ihrem behandelnden Arzt durchführen lassen können.


Vorbereitung und Zeitaufwand

Manche Patienten müssen vor der Therapie ein Schilddrüsenhormon einnehmen. Ob dies notwendig ist, erfahren Sie von uns bei der Terminvergabe.

Bitte vermeiden Sie vor der Therapie die Aufnahme größerer Mengen Jod (z.B. in Röntgen-Kontrastmittel oder im Medikament Amiodaron).

In der Regel beträgt die Aufenthaltsdauer 3-7 Tage. Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt

Dr. med. Corinna Müller

Fachärztin für Nuklearmedizin

Anmeldung/Sekretariat

Telefon: (0611) 577-519
Telefax:  (0611) 577-587 

Dr. med. Christian Landvogt

Facharzt für Nuklearmedizin

Anmeldung/Sekretariat

Telefon: (0611) 577-519
Telefax:  (0611) 577-587 



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