HELIOS Klinikum Warburg

Definition

durch die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie, Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie sowie der Bundesverband Geriatrie

 

Geriatrische Patienten werden definiert durch:

Geriatrietypische Multimorbidität und höheres Lebensalter (überwiegend 70 Jahre oder älter); die geriatrietypische Multimorbidität ist hierbei vorrangig vor dem kalendarischen Alter zu sehen; oder durch Alter 80+ auf Grund der alterstypisch erhöhten Vulnerabilität, z.B. wegen

  • des Auftretens von Komplikationen und Folgeerkrankungen,
  • der Gefahr der Chronifizierung sowie
  • des erhöhten Risikos eines Verlustes der Autonomie mit Verschlechterung des Selbsthilfestatus.

Multimorbide ist ein Patient, der mehr als zwei Diagnosen, im Sinne klinisch relevanten Mehrfacherkrankungen, aufweist.

 

Für welche Patienten ist die Geriatrie geeignet?

Für alle Patienten in höherem Lebensalter (über 70 Jahre) mit Multimorbidität und Fähigkeitsstörungen unterschiedlicher Ursache wie beispielsweise:

  • Immobilität
  • Allgemein verminderte physische Belastbarkeit
  • Gangstörung mit Stürzen
  • Gefühlsstörungen
  • Inkontinenz
  • Fehl- und Mangelernährung
  • Chronische Schmerzen
  • Depressionen, Angststörungen

 

Beispielhafte typische Erkrankungen bei Multimorbidität und resultierenden Fähigkeitsstörungen:

 

Internistische Erkrankungen

  • Diabetes mellitus mit Folgeschäden
  • Herzschwäche
  • Osteoporose
  • Arterielle und venöse Durchblutungsstörungen
  • Vorangegangene schwere Infektion
  • Mangelernährung

 

Neurologische Erkankungen

  • Schlaganfall
  • Morbus Parkinson

 

Chirurgisch traumatologische Eingriffe

  • Frakturen und Amputationen
  • Gelenkersatz
  • Größere Operationen

 

Orthopädische Erkankungen

  • Fortgeschrittene Arthrosen

 

 

Behandlungskonzept

Dem geriatrischen Konzept liegen immer die umfassende Beurteilung der Behandlungsbedürfnisse des Patienten (Assessment) sowie die interdisziplinäre Behandlung zugrunde.

 

Beim Assessment (= Einschätzung, Beurteilung, Abwägung) werden die für die Behandlung und gegebenenfalls auch weiterführende Diagnostik wichtigen Informationen zusammengetragen. Das Resultat dieser Beurteilung führt zur Bestimmung der individuellen Behandlungsziele. Das geriatrische Konzept berücksichtigt in besonderer Weise die Pathophysiologie (Entwicklung) von Erkrankungen älterer Menschen und die besondere – häufig altersbedingt veränderte – Symptomatologie (Krankheitszeichen). Es beachtet altersbedingt veränderte Leistungs- und Belastungsfähigkeit.

 

Diagnostik und Therapie erfolgen in der Regel zeitgleich im interdisziplinären Team. Bei der Behandlung werden medizinische, psychologische und soziale Aspekte berücksichtigt.



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