HELIOS Klinik Volkach

Knorpelschaden

Häufig findet man Knorpelschäden, die manchmal aufgrund eines Sportunfalls verursacht sein können, in der Mehrzahl der Fälle jedoch degenerativ sind. Zur Wiederherstellung der Knorpeloberfläche stehen verschiedene Verfahren zur  Verfügung.

  • Autologe Knorpel (Chondrozyten) transplantation (ACT)

In einer ersten Operation werden zunächst Knorpelzellen von einem wenig belasteten Bereich des Gelenkknorpels entnommen. Diese werden nun in vitro in einer Nährlösung vermehrt. Nach ca. zwei Wochen sind genügend Knorpelzellen herangezüchtet worden, um diese in den Knorpelschaden einzupflanzen. Die in der Lösung vorhandenen Chondrozyten entwickeln nach einiger Zeit hyalinartigen Knorpel und der vorhandene Schaden wird von dem neu entstandenen Knorpel komplett ausgefüllt.

  • Osteochondrale Transplantation (OCT)

 Bei der sog. Zylindertransplantation wird der defekte Knorpel durch intakten Knorpel ersetzt. Hierzu wird zunächst der Knorpeldefekt zylinderförmig ausgestanzt, um dann durch einen zweiten Knorpel-Knochen-Zylinder mit intakter Knorpeloberfläche ersetzt zu werden. Der Ersatzknorpel wird am gleichen Gelenk von einer Stelle entnommen, die für die Funktion des Gelenks nicht wichtig ist, da sie beispielsweise nicht in der (Haupt-)Belastungszone des Gelenkes liegt. Der Patient spürt dabei nicht, dass ihm an dieser Stelle ein Stück Knorpel fehlt. Die Entnahmestelle wird mit dem "defekten" Zylinder weitgehend wieder verschlossen.

 Die Knorpel-Knochen-Zylinder haben idealerweise einen Durchmesser von 6-12 mm und werden passgenau in den Defekt platziert.

Postoperativ ist der volle Bewegungsumfang gestattet. Durch die primäre Festigkeit des Zylinders und die Möglichkeit der knöchernen Einheilung ist der Übergang zur Vollbelastung schon nach ca. 4 Wochen je nach Defektgröße möglich. 

Vorteil des Verfahrens ist, dass es bei kleinen Defekten gelegentlich rein arthroskopisch durchgeführt werden kann, was mit den bekannten Vorteilen verbunden ist. Allerdings sind der „Mosaikplastik“ Grenzen gesetzt: durch die begrenzte Menge an verfügbarem Spenderknorpel lassen sich größere Defekte nicht mehr vollständig wiederherstellen.



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