HELIOS Klinik Volkach

Schultersteife

Unter der Schultersteife versteht man ein eigenständiges Krankheitsbild, welches zur Einsteifung des Schultergelenkes führt. Es ist gekennzeichnet durch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Untersucht man das Gewebe der Schulterkapsel feingeweblich, erkennt man eine Entzündung der Gelenkschleimhaut und Schulterkapsel, welche im Verlauf der Erkrankung der Schultersteife in eine Kapselverdickung und anschließend in einer Schrumpfung der Schulterkapsel mündet. Die Schultersteife beginnt schleichend. Am Anfang stehen langsam beginnende Schmerzen im Vordergrund, die Schritt für Schritt stärker werden. Danach entwickelt sich langsam eine Einsteifung des Schultergelenkes, welche zu einer deutlichen Bewegungseinschränkung führt. Sehr störend können die u.U. auftretenden Nachtschmerzen sein, die praktisch täglich vorhanden sind und den betroffenen Patienten mit einer Schultersteife den Nachtschlaf rauben. Sport wird zunehmend, wegen der Schmerzen in der betroffenen Schulter und der langsam sich entwickelnden Schultersteife / Bewegungseinschränkung, unmöglich. In manchen Fällen liegt die Ursache auf der Hand. Beispielsweise wenn das Schultergelenk wochen- und monatelang geschont wurde, infolge von Schmerzen - oder durch eine notwendige Ruhigstellung in einem Schulterverband. Auch nach Knochenbrüchen im Schulterbereich kann es mechanisch und / oder schmerzbedingt zu einer Einsteifung des Schultergelenkes kommen. In der Mehrzahl der Fälle ist die Schultersteife aber "idiopathischer" bzw. "primärer" Natur. Das bedeutet, dass man die Ursache nicht kennt. Derartige Schultersteifen werden beispielsweise bei Zuckerkranken oder nach großen Operationen beobachtet. Ansonsten treten Schultersteifen einfach spontan auf. Die genaue Ursachenkette ist in all diesen Fällen bis heute unklar.

Die Erkrankung der Schultersteife verläuft in drei Stadien:

  1. Initialphase oder Phase der Entzündung: Zu Beginn stehen langsam zunehmende Schmerzen im Vordergrund. Das Ganze beginnt eines Tages, spontan, oft ohne eigentliche Ursache. Manchmal verbinden die Betroffenen einen kleineren Sturz / Unfall mit dem Beginn dieser Phase. In dieser Phase sind Ruheschmerzen und nächtliche Schmerzen anzutreffen. Sie nehmen langsam zu, dabei können sie fast unerträglich werden
  2. Die Einsteifungsphase: Der Schulterschmerz tritt langsam in den Hintergrund und die Bewegungseinschränkung wird deutlicher. Das Heben des Armes nach vorne und zur Seite wird schwieriger und schwieriger. Tätigkeiten in und auf Schulterhöhe können kaum oder gar nicht mehr durchgeführt werden (z.B. Fensterputzen, Wäscheaufhängen, Jacke anziehen). Die Drehung des Armes nach außen, d.h. die Außenrotation der Schulter, vermindert sich immer mehr.
  3. Die Auftauphase / ( Auf- ) Lösungsphase: Die Schulterbeweglichkeit bessert sich langsam, aber merklich. Schmerzen sind nicht mehr vorhanden. Tätigkeiten in und über Schulterhöhe werden zunächst mühselig und später wieder einfacher möglich.

Der Gesamtzeitraum, in dem diese genannten Phasen der Schultersteife ablaufen, also Initial- + Einsteifungs- + Auftauphase, ist individuell sehr unterschiedlich. Einzelne Patienten bringen den ganzen Verlauf binnen 12 Monaten hinter sich, eine ganze Reihe von betroffenen Schultersteifepatienten braucht bis zu 36 Monaten. In erster Linie sind das ärztliche Gespräch und die klinische Untersuchung zur Diagnose der primären Schultersteife wichtig. Bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung der Schulter dienen bei der Schultersteife überwiegend dem Ausschluss anderer Ursachen bzw. Erfassung der Gründe für die sekundäre Schultersteife. Mittels Ultraschalluntersuchung können z.B. Risse der Rotatorenmanschette erfasst werden. Das Röntgen stellt z.B. Ursachen wie einen Verschleiß des Schulterhauptgelenkes (Omarthrose) dar. Im Kernspintomogramm kann man die Weichteile der Schulter, d.h. Defekte in den Sehnen der Rotatorenmanschette, ein Impingement, Kalkablagerungen oder Infektionen der Schulter, indirekt gut erkennen. Zunächst kann mit einem Kortison-Stufenschema behandelt werden. Das Kortison soll die Entzündung hemmen und somit auch die Schmerzen lindern. Schmerzmittel können bei Bedarf jedoch auch zusätzlich gegeben werden. Erst wenn die Kortisonbehandlung abgeschlossen ist und die Schmerzen gelindert sind, kann mit einer Physiotherapie begonnen werden. Die Therapie der therapieresistenten Schultersteife (Frozen shoulder) besteht in einem minimal operativen Eingriff, um die Beweglichkeit wieder herzustellen und Schmerzfreiheit zu gewähren. Dies wird erreichet indem man die Gelenkkapsel löst und entzündetes Gewebe entfernt. Diese Operation erfolgt arthroskopisch. Zusätzlich wird durch die Anästhesie ein Schmerzkatheter angelegt, der nach der Operation eine schmerzfreie Beübung erlaubt. Nach der Operation sollte die Bewegung schnellst möglich wieder aufgenommen werden, um ein erneutes Schrumpfen der Kapsel oder Verklebungen zu verhindern. Eine Operation garantiert jedoch nicht eine vollständige Wiederherstellung oder das Wiedereinsteifen des Gelenkes.



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