HELIOS Klinik Volkach

Sprunggelenk

Das Sprunggelenk – das kleinste Gelenk im menschlichen Körper – ist im Alltag enormen Belastungen ausgesetzt: Schon beim Gehen lastet auf den Knorpelflächen des Gelenks ein Gewicht, das bis zu sieben Mal höher ist als das Körpergewicht. Beim Laufen und Springen steigt die Belastung noch weiter an. Ein eintretender Gelenkverschleiß ist daher nicht verwunderlich. Dieser kann sich besonders dann entwickeln, wenn es nach vorangegangenen Verletzungen zu einer Störung der Gelenksymmetrie kommt. Dann verursacht die Arthrose im Gelenk starke Schmerzen.

 

Genau wie das Kniegelenk, kann man auch das Sprunggelenk spiegeln (arthroskopieren). Dabei werden die Schmerzen verursachenden Knochenanbauten oder freie Gelenkkörper entfernt. Im fortgeschrittenen Stadium ist diese Methode nicht mehr hilfreich. Nicht behandelt führen die Umbauvorgänge am Gelenk zunächst zu einer Einsteifung, später zu einer knöchernen Überbrückung des Gelenks. Es ist dann kein Gelenk mehr vorhanden, das bei Bewegung weh täte. Bisher hat man diesen Weg der Selbstheilung beschleunigt, indem man das Gelenk durch eine Operation einsteifte. Nachteil der so erreichten Schmerzfreiheit ist, dass das Gelenk unbeweglich wird und der Alltag mit Einschränkungen verbunden ist (z. B. beim Treppe hinuntergehen etc.). Da man mittlerweile die Gelenkmechanik des Sprunggelenkes besser versteht, ist man in der Lage – ähnlich wie beim Knie- oder Hüftgelenk – eine Prothese zu implantieren. Hier wird der Patient in der Regel ebenfalls schmerzfrei, kann aber sein Gelenk weiterhin bewegen.

 

In einer für den Patienten schonenden, individuellen Narkose wird das OSG (oberes Sprunggelenk) von vorne her freigelegt und eine sparsame Entfernung (Resektion) der Gelenkflächen am Schienenbein und Sprungbein vorgenommen. Danach kann der Gelenkflächenersatz ohne Zement auf dem Knochen verankert und eine Gleitfläche aus „Plastik“ (Polyaethylen) dazwischengesetzt werden. Die Prothese heilt im weiteren Verlauf in den Knochen ein. Diese Versorgung, die schmerzfreie Beweglichkeit ermöglicht, hält über mehrere Jahre (Nach sieben Jahren sind noch 93 Prozent der Prothesen intakt, nach 14 Jahren sind es noch 75 Prozent). Dann kann die Prothese entweder gewechselt werden oder man ist schließlich doch gezwungen, das Gelenk zu versteifen.

Schon während des Krankenhausaufenthaltes erlernt der Patient unter krankengymnastischer Anleitung wieder das Gehen – zunächst unter Teilbelastung des Fußes an Gehstützen. An die Entlassung nach acht bis zehn Tagen schließen Rehabilitationsmaßnahmen in einer Rehaklinik an. Nach circa sechs Wochen ist der Heilverlauf soweit fortgeschritten, dass eine weitgehend uneingeschränkte Belastung des Fußes möglich ist. 



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