HELIOS Klinikum Uelzen

Krankheitsbilder des Fußes

Hallux valgus (Ballen)

Erklärung:
Dieser Begriff beschreibt die Abweichung des Großzehs zur Fußmitte (nach außen)
Ursächlich liegt meist ein Spreizfuß vor, bei dem der Vorfuß sich verbreitert und abflacht (siehe rechts Abb. I)

Beschwerden:
Durch die Verbreiterung des Vorfußes passen die Füße immer schlechter in schmales Schuhwerk. Es entstehen Druckstellen und Schwielen über dem „Ballen“ an der Innenseite des Großzehengrundgelenkes. Durch die Fehlstellung des Großzehs im Grundgelenk können hier ebenfalls Schmerz und auch Verschleiß entstehen.
Durch den Hallux valgus werden die restlichen Zehen zur Seite weggedrückt und hier können weitere Druckstellen und Schwielen resultieren (Hammerzehen).
Das „Durchtreten“ des Vorfußes führt bei einigen Betroffenen zu Schmerzen unter dem mittleren Bereich des Vorfußballens (Metatarsalgie).
In fortgeschrittenen Stadien kann jeder Schritt Beschwerden verursachen.

Ursachen:
Die Ursache der Verbreiterung des Fußes und der resultierenden Großzehenfehlstellung liegt in einem Abweichen des 1. Mittelfußknochens nach innen. Dadurch wird das Großzehengrundgelenk und damit die Basis des Großzehs „mitgerissen“. Da der große Zeh von Sehnen und Bändern gehalten, aber seine Basis nun nach innen verlagert wird, kommt es zu der Verbiegung (siehe rechts Abb. II).
 
Frauen sind deutlich häufiger betroffen, als Männer. Meist liegt eine angeborene Veranlagung vor. Das häufige Tragen hoher Schuhe fördert die Entstehung des Spreizfußes und des Hallux valgus (siehe rechts Abb. III).

Behandlung:
Zunächst sollten die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Falls diese nicht dauerhaft ausreichen kommen Operationen zur Anwendung.

Konservative Behandlungen:

  • Das wichtigste Hilfsmittel bei der konservativen Behandlung des Hallux valgus sind Schuheinlagen. Diese haben den Sinn das krankhaft abgeflachte Quergewölbe des Vorfußes zu unterstützen und aufzurichten. Dadurch können die entstandenen Fehlstellungen zwar nicht mehr korrigiert, aber die Beschwerden häufig gelindert werden. Die Einlagen sollten individuell nach Abdruck gefertigt werden, um die volle Wirkung zu erzielen.
  • Unterstützend können Schienen helfen, die den großen Zeh in eine geradere Position zwingen. Diese Schienen sind allerdings selten in Schuhen zu tragen und kommen daher häufig als Nachtschienen zur Anwendung.
  • Krankengymnastische Anwendungen können stabilisierende Muskeln stärken und Gelenke beweglich halten.
  • Es sollte Schuhwerk gewählt werden, das die Druckstellen schont (siehe rechts Abb. IV)


Operative Behandlungen:
Schlagen die konservativen Behandlungen nicht mehr an, können operative Maßnahmen notwendig werden. Diese Operationen beinhalten meist eine Korrektur der Fehlstellungen und haben einen Rückgang oder eine Beendigung der Beschwerden zum Ziel.
Die wichtigste operative Maßnahme beim Hallux valgus ist die Repositionierung des Köpfchen des 1. Mittelfußknochens. Dadurch verschmälert sich der verbreiterte Spreizfuß wieder und die Fehlstellung des Großzehengrundgelenkes wird korrigiert.
Hierzu wird der Mittelfußknochen durchtrennt und in der korrigierten Stellung über Schrauben oder Platten fixiert. Hierzu existieren viele verschiedene Techniken.
Manchmal wird zusätzlich auch der große Zeh selbst angegangen und knöchern korrigiert (siehe rechts Abb. V).

Nachbehandlung:
Nach solch korrigierenden Operationen muß der durchtrennte und wieder befestigte Knochen Zeit haben zu heilen. Wie bei einem „normalen Bruch“ in diesem Bereich sind dies meist 6 Wochen.
In dieser Zeit wird ein „Vorfuß-Entlastungsschuh“ getragen, der die Belastung auf den hinteren Teil des Fußes konzentriert. Häufig kann daher in diesem Schuh bereits voll belastet werden.
Bis allerdings anschließend die Heilung komplett abgeschlossen und somit das endgültige Ergebnis erreicht ist vergehen nicht selten 3 oder mehr Monate (siehe rechts Abb. VI). 

Prognose:
Das Ziel der Operationen ist durchaus die spätere Beschwerdefreiheit oder zumindest ein deutlicher Rückgang. Natürlich ist das Erreichen dieses Ziels neben anderen Faktoren auch abhängig vom Stadium der Veränderungen zum Zeitpunkt der Operation. Insbesondere bei individueller Festlegung des OP- Zeitpunktes sowie der OP-Technik werden sehr gute Ergebnisse erreicht.
Ein späterer, erneuter Korrekturverlust (Rezidiv) ist möglich, aber nicht unbedingt zu erwarten. Auch dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Abb. I
Abb. II
Abb. III
Abb. IV
Abb. V
Abb. VI


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