Während die Harnblasenentzündung als häufigste urologische Infektion eine Domäne der ambulanten Behandlung darstellt, ist bei Auftreten systemischer Reaktionen ( Fieber, Blutwertveränderungen ) von einer Infektbeteiligung urogenitaler Organe auszugehen. In diesem Fall ist eine stationäre Behandlung mit Antibiotikagabe über die Vene gerechtfertigt, da eine Keimeinschwemmung in die Blutbahn (Sepsis) zu befürchten ist. Als häufige Infektherde finden sich dabei Nieren (Pyelonephritis), Nebenhoden (Epididymitis) und Prostata (Prostatitis).
Eine Größenzunahme der Vorsteherdrüse mit zunehmendem Lebensalter ist bei Männern fast regelhaft zu beobachten. Ein Behandlungsbedarf ergibt sich jedoch nicht aus der absoluten Größe, sondern aus den sich eventuell einstellenden Beschwerden. Diese äußern sich in der Regel zunächst durch Steigerung der Wasserlaßfrequenz, nächtlichem Harndrang sowie einer Abschwächung des Harnstrahls. Mit zunehmender Einengung des Harnblasenauslasses kann es in der Folge zu einer unvollständigen Blasenentleerung kommen. Diese ist durch den Betroffenen nicht zwingend bemerkkbar, kann jedoch bis zu einem Rückstau des Urins in die Nieren mit nachfolgender Funktionseinschränkung bis zum akuten Nierenversagen führen. Es ist daher empfehlenswert, sich mit Auftreten der ersten Symptome in regelmäßige fachurologische Kontrollen zu begeben, zum einen zum Überwachung und ggf. medikamentösen Behandlung, zum Anderen um den richtigen Zeitpunkt einer operativen Behandlung nicht zu verpassen und zum Teil irreversible Schädigungen am Harntrakt zu vermeiden. Zur operativen Behandlung stehen am HELIOS Spital Überlingen verschiedene Therapieoptionen zur Auswahl, wobei sich die Empfehlung der individuell geeigneten Therapie aus den Voruntersuchungen ergibt. Im Einzelnen Handelt es sich um die bereits gut etablierte Green-light-Laservaporisation, bei der das Gewebe unter Einwirkung des Laserstrahls verdampft wird. Geeignet ist dieses Verfahren bei kleineren Drüsen und Patienten für die eine feingewebliche Untersuchung des Prostatagewebes von untergeordneter Bedeutung ist. In verstärktem Maße wollen wir auch die noch immer als Goldstandard anzusehende transurethrale Resektion ( „Aushobelung“) der Prostata anwenden. Sie eignet sich für mittelgroße Drüsen und bietet den Vorteil, daß die abgetragene Gewebsvermehrung einer histologischen Aufarbeitung zugeführt werden kann. Nach internationalen Statistiken muß dabei in einem Prozentsatz von bis zu 5 % mit dem Nachweis bösartiger Gewebsanteile gerechnet werden. Für große Prostatadrüsen ist die schnittoperative Prostataausschälung zu bevorzugen, da die Operationsdauer und damit das Komplikationsrisiko bei Operationsverfahren über die Harnröhre mit zunehmender Prostatagröße steigt.