Ein künstliches Gelenk wird eingesetzt, wenn die Funktion des eigenen Gelenks dauerhaft gestört ist. Ursachen dafür können Arthrose, Entzündungen oder Verletzungen sein. Im HELIOS Spital Überlingen führen wir an folgenden großen Gelenken einen Gelenkersatz mit Prothesen durch:
Der Ersatz des Hüftgelenkes durch ein künstliches Gelenk ist in Deutschland eine der häufigsten Operationen überhaupt. In den HELIOS-Kliniken wurden im vergangenen Jahr 3773 Prothesen bei Arthose/Arthritis der Hüfte eingesetzt. Für den Ersatz des Hüftgelenkes steht eine Vielzahl verschiedener Prothesenmodelle zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Die Haltbarkeit der Prothesen im Körper ist exzellent. Nur bei etwa 0,5 – 1 Prozent der Prothesen pro Jahr ist eine Nachoperation erforderlich. Die Haltbarkeit beim einzelnen Patienten kann nicht vorhergesagt werden. Es ist in der Regel möglich, eine Endoprothese mehrfach neu einzupflanzen. Hierbei kann entweder nur die Gleitfläche des Kopfes oder das gesamte Hüftgelenk ersetzt werden. Während die Pfanne meist aus Metall besteht, in die Keramik oder Kunststoff als Gelenkpartner eingebracht sind, wird für den Schaft meist eine Metalllegierung verwendet wie z. B. Titan. Der Hüftkopf ist dann ebenfalls aus Metall oder Keramik. Früher wurden die Gelenkteile überwiegend mit Zement befestigt, heute bevorzugt man zementfreie Prothesen. Bei den zementfrei implantierbaren Prothesen sind die Oberflächen so gestaltet, dass der Knochen in die Prothesenoberfläche einwächst. Die Operation hat eine sehr gute Erfolgsquote. Meist können die Patienten nach einer Operation und Einsatz einer Totalendoprothese (TEP) bereits nach wenigen Tagen wieder mit dem Laufen beginnen und das neue Gelenk zunehmend voll belasten.
Am Kniegelenk wird ein Gelenkersatz entweder als Schlittenprothese (dabei werden nur eine oder beide Kufen des Oberschenkelknochens und die Gleitfläche am Unterschenkel ersetzt) oder als Vollprothese mit kompletter Entfernung und Erneuerung des Gelenkes durchgeführt. Die Nachbehandlung ist hier aufwendiger als bei einem Hüftgelenksersatz, da mit Gangschule, Koordinationsschulung und Kräftigung zunächst die funktionelle Stabilität des gesamten Beines wieder hergestellt werden muss.