Typische Krankheitsbilder der Schilddrüse:
Bei zu vielen Schilddrüsenhormone wird der Stoffwechsel des Körpers angetrieben. Ausgeprägte Nervosität und Schwitzen sind unter anderem die Folge.
Wenig oder gar keine Hormone aus der Schilddrüse führen zu einem verminderten Stoffwechsel und damit Antriebsarmut und Kälteempfindlichkeit.
Die häufigste Ursache für eine Struma ist Jodmangel. Einen Kropf kann man deshalb auch bekommen, wenn die Schilddrüse scheinbar ganz normal arbeitet.
Eine Entzündung der Schilddrüse kann akut auftreten oder sich über Jahre entwickeln. Sie ist oft schmerzhaft, kann aber auch unbemerkt oder auch mit einer Über- oder Unterfunktion einhergehen.
Krebserkrankungen der Schilddrüse müssen stadiengerecht therapiert werden. Sie haben bei adäquater, meist operativer Therapie eine sehr gute Prognose und können in den meisten Fällen komplett geheilt werden.
Wenn zu wenig oder gar kein Parathormon ausgeschüttet wird, leidet der Organismus unter Calciummangel.
Bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse, bei der zuviel Parathormon ausgeschüttet wird, leidet der Organismus an einem Überangebot von Calcium. Die Folgen sind: „Stein- Bein- und Magenpein“ oder wie es im Englischen heißt: „Stones, bones, abdominal groans, psychic moans with fatigue overtones“.
Auch bei krankhaften Veränderungen der Nebenschilddrüse kann eine Operation notwendig sein. Die Operation lässt sich in der Regel minival-invasiv (MIVAT) durchführen.
Typische Komplikationen der Schilddrüsenchirurgie wie zum Beispiel die Stimmbandnervenverletzung „Recurrensparese“ mit der Folge einer Heiserkeit oder die Nebenschilddrüsenverletzung mit der Folge eines Calciummangels im Blut werden durch neueste Techniken auf ein Minimum reduziert. Die Häufigkeit dieser Komplikationen liegt bei uns unter einem Prozent.
Zur Vermeidung der Stimmbandnervenverletzung ist die Identifizierung des Stimmbandnerven („Nervus laryngeus recurrens“ oder „Recurrens-Nerv“) während der Operation bei uns Standard.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Lamadé wurde seit Beginn der 90er Jahre das kontinuierliche Neuromonitoring entwickelt.
Die Entwicklung dieser neuen Methode des kontinuierliche Neuromonitorings (CIONM) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehreren Millionen Euro gefördert. Es ist nun erfolgreich zum Abschluss gekommen und hat sich allen bisherigen Verfahren als überlegen gezeigt. Mit diesem Verfahren ist es erstmalig möglich, eine kontinuierliche, d.h. dauerhafte, über die gesamte Operation sich erstreckende Überwachung des Stimmbandnerven zu gewährleisten. Mit dem Neuromonitoring des Stimmbandnervs sind wir heute in der Lage, nicht nur den Nerv in seinem Verlauf darzustellen und zu schonen, sondern wir können darüber hinaus auch noch während der Operation die postoperative Stimmbandfunktion voraussagen.
Bisherige Verfahren konnten den Nerven nur identifizieren aber nicht stabil und dauerhaft überwachen.
Durch unser Neuromonitoring-Verfahren können wir die operative Strategie zugunsten eines noch schonenderen Vorgehens verändern. Dies kommt gerade Problemfällen und Tumorpatienten zugute.